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Schon die reinen Fakten sind beeindruckend: 2,5 Jahre Drehzeit, 10 Kamerateams, 50 Stunden Flugaufnahmen und weitere 550 Rohmaterial. Eine Reise vom Westkaukasus bis ins Fernöstliche Kamtschatka. Ergebnis dieser Mammutproduktion ist eine wahrlich beeindruckende Tier- und Naturdokumentation in sechs Folgen, bei der einzelne Spezies erstmals in freier Wildbahn gefilmt werden konnten. Wildes Russland - Expeditionen ins Tierreich nimmt den Zuschauer mit auf eine lange Reise durch die vielfältige russische Flora und Fauna und in Gegenden, die bis vor kurzem als militärisches Sperrgebiet praktisch unerreichbar waren. Für die Dokumentation reisten die Kamerateams auch in die entlegensten Regionen des russischen Riesenreiches, wie das kaukasische Dagestan oder Ussurien zwischen Taiga und Pazifischem Ozean. Der Kaukasus, ein gewaltiges Gebirge, über das der Doppelgipfel des Elbrus ragt. In solchen Höhen entdeckt das Kamerateam eine endemische Gemsenart - der das Gebirge den Namen gab - die sich perfekt an die lebensfeindliche Umgebung anpassen konnte. Die Filmer konnten sich den Tieren ausreichend gut nähern, aber dennoch die nötige Distanz halten, um ihr natürliches Verhalten in freier Natur nicht zu gefährden. Luftaufnahmen bieten immer wieder atemberaubende Szenarien, während die Filmteams am Boden den Spuren von Ottern, Agamen, Ohrenigeln und Wisenten folgen. Jede der sechs Folgen beleuchtet eine andere Region des Riesenreiches, die jeweils mit einem Anflug aus der Weltraumperspektive in das Zielgebiet eingeleitet wird. Neben dem Kaukasus sind dies Der Ural, Sibirien, Die Arktis, Der Ferne Osten und besonders spektakulär: Kamtschatka. 10.000 Kilometer und elf Zeitzonen von Deutschland entfernt, wirkt diese Region wie aus der Frühzeit der Erdgeschichte. Majestätische, schneebedeckte Vulkankegel, die im Frühjahr über die langsam auftauenden Weiten ragen, aber auch warme, eisfreie Geysirfelder, die einer Vielzahl von Spezies eine Heimat bieten, sind hier zu finden. Kurz nach den Dreharbeiten wurde das "Tal der Geysire" durch einen mächtigen Erdrutsch weitestgehend zerstört. Wildes Russland, D 2009 Bei den Dreharbeiten sind die Teams in Landesteile vorgestoßen, die selbst die meisten Russen noch nicht zu Gesicht bekommen haben. Viele Regionen waren bis vor kurzem Sperrgebiet und nicht nur für westliche Kamerateams tabu. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Gebiete nur aus der Luft erreichbar sind und neben einer hohen logistischen Herausforderung auch enge Abstimmungen mit dem russischen Geheimdienst nötig machten. So entstand eine Dokumentation, die nach eigenen Angaben zum ersten Mal die Natur des riesigen Landes zwischen Schwarzem Meer und Pazifischem Ozean zeigt und viele Tiere vorstellt, die zuvor nie gefilmt wurden. Verleih: Polyband Genre: Dokumentation (6 Teile) Regie: Tom Synnatzschke (Kaukasus) Oliver Goetzl/Ivo Nörenberg (Ural), Tobias Mennle (Sibirien) Uwe Anders (Arktis), Henry M. Mix (Ferner Osten) Christian Baumeister (Kamtschatka) Heiko De Groot (Das Abenteuer) Sprecher: Christian Brückner Gesamtlaufzeit: ca. 270 min (2 DVDs) DVD-VÖ: 27.11.2009 So erlebt der Zuschauer einen Bären bei der Jagd in flachem Wasser fast hautnah, kann einem Amur Tiger, so schwer wie ein kleines Pferd, zuschauen und Wale des Ochotskischen Meers, das die Hälfte des Jahres unter einer dicken Eisdecke liegt, beobachten. Aufwändig fotografiert präsentiert sich die gesamte Produktion unter Federführung der NDR Naturfilm, die es bei einer Bergkulisse mit Regenbogen oder durch dichtes Nadelgehölz brechender Sonne, nicht bei einfachen Einstellungen belässt. Die musikalische Untermalung wurde treffend ausgewählt und unterstützt die bekannt ruhige und eingängige Stimme von Christian Brückner. Als Bonusmaterial ist ein 45-minütiges Making-of Video der Staffel beigefügt. Das die Beschriftung der DVDs nicht mit der tatsächlichen Verteilung der Episoden auf den beiden Scheiben übereinstimmt ist kein Drama und wird schon durch die von Polyband gewohnt liebevolle Gestaltung der DVD-Box entschädigt. Fazit: HD-Kameras, Zeitlupen und Unterwasseraufnahmen ermöglichen gestochen scharfe Bilder und ungewohnt lebensnahe Eindrücke. Neue Aufnahmemöglichkeiten und großzügige Budgets ließen in dreieinhalb Jahren Produktionszeit und schier unglaublichen 100.000 Reisekilometern eine monumentale Dokumentation auf höchstem Niveau entstehen.
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