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Sommer, Sonne, Strand – wenn man an die Südsee denkt, sind das nicht seltene Assoziationen. Dass die Erdregion zwischen Neuseeland, Hawaii und Polynesien aber deutlich mehr zu bieten hat, beweist jetzt eine Dokumentation der britischen BBC. Mit der Dokumentationsreihe Planet Erde, die auch als Kinofilm (Unsere Erde) mit über 3,8 Millionen Zuschauern in Deutschland Maßstäbe gesetzt hat, legte sich die Doku-Schmiede die Latte für ihre Nachfolgeprojekt äußerst hoch. Darum konzentriert sich die "Südsee"-Reihe der BBC nun auf nur einen Erdteil – gibt sich dabei aber besonders viel Mühe. Mit einer knapp 21 Euro teuren DVD bekommt man alle sechs Folgen der Doku-Serie, die über 300 Minuten Unterhaltung bieten. In der ersten Episode wird in den "Ozean von Inseln" eingeführt. Hierbei zeigen die Naturfilmer besonders eindrucksvoll den Kontrast zwischen den riesigen Wassermassen, die 99% der Gesamtfläche der Südsee ausmachen, und der winzigen Landmasse der etwa 20.000 Inseln des Südpazifik. In der zweiten Folge unter dem Motto "Reif für die Insel" werden vor allem die Geschichten der Geschöpfe erzählt, die sich im Laufe der Zeit auf den Inseln angesiedelt haben. Dabei dienen sowohl polynesische Inselbewohner als auch seltene Küstentiere als anschauliche Beispiele. Die dritte Episode der DVD-Reihe handelt von "Blauen Welten", bei denen vor allem die unterschiedlichen Meeresbewohner im Fokus stehen. Durch professionelle Unterwasser-Aufnahmen werden hierbei Tiere wie Pottwale, Hochseehaie und Meeres-Schildkröten stimmungsvoll ins Bild gerückt. Während die ersten drei Folgen sich vor allem den schönen und paradisischen Seiten der Inseln widmen, geht es in den letzten drei Episoden vor allem um die sensible Seite des Ökosystems im Südpazifik. In Folge vier ("Ein Meer von Vulkanen") zeigen die Naturfilmer, mit teilweise waghalsig anmutenden Videoaufnahmen, die vulkanischen Aktivitäten der Region. Diese Kraft ist es nämlich, die hinter der Genese vieler der 20.000 "Trauminseln" steht und in der Südsee immer noch an nahezu jeder Entstehung von Landmasse beteiligt ist. Die fünfte Folge geht besonders auf die Veränderungen der Südsee durch fremde Menschen und Tiere ein. Unter dem Titel "Fremd im Inselparadies" wird gezeigt, wie immer mehr Arten der Südsee durch eingeschleppte Tiere verdrängt werden und welche Folgen das für die sensiblen Inselsysteme nach sich zieht. Die DVD-Reihe endet im Kapitel "Zerbrechliches Paradies" mit einer, inzwischen bei jeder Naturdokumentation obligatorischen, Mahnung an den Zuschauer. Die Südsee D 2009 Verleih: Polyband Genre: Dokumentation Gesamtlaufzeit: ca. 300 min (2 DVDs) DVD-VÖ: 30.10.2009 Nicht ganz zu unrecht, führen doch viele lieb gewonnene Gewohnheiten der Menschen, wie der allwöchentliche Fischverzehr am Freitag oder der alljährliche Schnorchelurlaub zu Abartigkeiten wie industrieller Fischerei oder Korallen zerstörendem Massentourismus. Es bleibt aber eine Frage des Geschmacks, ob man es als Zuschauer für angemessen erachtet, in der Vielzahl von aktuellen Dokumentationen immer wieder in dieser Form "belehrt" zu werden. Technisch kann es Die Südsee mit jeder vorhergegangenen Naturdokumentation aufnehmen. Die Filmemacher wechseln geschickt zwischen Luft-, Nah- und sogar Makro-Aufnahmen und setzen die Bilder fast durchgehend in gestochen scharfer Form in Szene. Die Mischung von Bildern und Sound wirkt sehr stimmig und von, sonst weit verbreitetem, überladenenem Orchestersound ist die BBC-Serie auch weit entfernt. Als ein Manko kann man den Informationsgehalt der Serie festhalten. Der Erzähler kann sich oftmals nicht so recht zwischen unterhaltungsorientierter Erzählweise und wissenschaftlich präzisen Formulierungen entscheiden. So wirkt die Komposition an einigen Ecken noch etwas unausgereift. Insgesamt begeistert die Dokumentation mit beeindruckenden Bildern und verführt – trotz der Länge der Serie – zum ununterbrochenen Zuschauen. Nach Planet Erde ist Die Südsee ein weiterer Meilenstein der Naturdokumentation und wirklich empfehlenswert – nicht nur für Weltenbummler, Surfer und Sonnenanbeter.
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