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20 Jahre ist es her, dass die Mauer, die Ost- und Westberlin teilte, nach 28 Jahren fiel. Unzählige Dokumentationen, Fernsehsendungen und Spielfilme haben sich mittlerweile mit diesem Thema befaßt. Die DDR ist Geschichte. Kurz nach ihrem Ende begann der Versuch, sie zu verstehen. Das Unrecht, das dort geschehen ist, zu begreifen und aufzuarbeiten. Aber auch, ein Stück von ihr festzuhalten. Ihren Alltag, ihre Kultur - die Werte, die für die Menschen dort zählten. Der letzte Sommer der DDR ist eine umfangreiche Spiegel-TV-Dokumentation. Fast vier Stunden bieten Platz für Bilder, Kommentare, Erinnerungen, Wertungen. 40 Jahre in vier Stunden - im Fokus steht die spannende Zeit des Mauerfalls - die Zeit, in der niemand wußte, wie es weitergehen würde, eine Zeit, in der Tausende Ostdeutsche über Schlupflöcher den Weg in den goldenen Westen suchten - einen Weg in die Freiheit und in die Ungewissheit. Eine Zeit, in der Erich Honecker und seine Genossen die Augen verschlossen, beharrlich den 40. Geburtstag des sozialistischen Deutschlands feierten. Abseits der klischeebehafteten TV-Melodrame, die zum Teil die lebensgefährlichen Fluchtversuche von Ost nach West romantisch verklären, zeigt die Dokumentation die Realität ungeschönt, läßt Betroffene sprechen - unkommentiert, ohne Wertung. Da sind Kinder, die ihre Heimat nicht verlassen wollten, die Eltern nicht verstanden. Da ist die Ungewißheit, die Zukunftsangst, mit der die Menschen im Sommer 89 in Auffanglagern festsaßen - es gab keinen Weg zurück, doch der Weg nach vorn war ungewiss. Der letzte Sommer der DDR ist bemüht, ein genaues Bild dieses Staates zu zeichnen, ihn von allen Seiten zu beleuchten, angefangen mit dem Bau der Mauer 1961 bis hin zu den Montags-Demos und welche weitreichenden Veränderungen daraus hervorgingen. Die Dokumentation ist eine riesige Collage aus bewegten Archivbildern und Kommentaren von prominenten Zeitzeugen. Da kommen nicht nur Politiker und Historiker zu Wort, viel mehr sind es ostdeutsche Persönlichkeiten, die heute Stars eines Gesamtdeutschlands sind, wie die Schauspielerinnen Katrin Saß und Anja Kling oder der Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel. Musiker, Schauspieler, Sportler - sie sind diejenigen, die dieser Dokumentation ein Gesicht, eine Seele geben. Ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse zeichnen ein Bild des Alltags in der DDR. Der letzte Sommer der DDR D 2009 Verleih: Polyband Genre: Dokumentation Gesamtlaufzeit: ca. 580 min (4 DVDs) DVD 1&2: Dokumentation "Der letzte Sommer der DDR" DVD 3: Dezember 1989: Die Wende in der Wende DVD 4: Nachrichten aus dem sozialistischen Wunderland DVD-VÖ: 30.10.2009 In den dokumentarischen Bildern zeigen sich die Schattenseiten des real existierenden Sozialismus, die Ausmaße der eingeschränkten Freiheit und die explosive Stimmung des Kalten Krieges. Der letzte Sommer der DDR gewährt einen Einblick in die Kultur, in die Musikszene und in den Alltag eines Landes, dass es nicht mehr gibt und erzählt zugleich seine Geschichte. Die Dokumentation ist spannend und unterhaltend. Die Vielzahl von Bildern und Worten fügt sich wie ein Puzzle zu einem großen Ganzen zusammen. Neben der vierstündigen Dokumentation enthält die DVD-Box zwei weitere DVDs mit über 30 Clips, überwiegend Interviews von dctp.tv. Hier kommen hauptsächlich Experten und direkt Beteiligte zu Wort, wie der ehemalige Gorbatschow-Berater Valentin Falin oder Egon Krenz, letzter Generalsekretär der SED. Die Interviews sind meist statisch - man sieht nur den Zeitzeugen, hört lediglich Hintergrundgeräusche, was die Rezeption deutlich erschwert und dem Zuschauer einiges an Konzentration abverlangt. Da übersieht man fast die wirklich spannenden Geschichten im Wirrwarr von politischen Fachsimpeleien, die trotz ihres brisanten Themas trocken und anstrengendd sind. Interessant wird es, wenn etwa der Schauspieler Hans-Friedrich Homeyer in der Rolle des Stasi-Oberst a.D. Komorowski über seine Filmkarriere nach der Wende plaudert. Fast befremdlich wirkt es hingegen, wenn Katrin Saß "Das Lied der Pioniere" singt. Die in Zusammenarbeit von Spiegel TV und dctp.tv entstanden DVD-Box ist ein interessantes Stück deutsche Geschichte, das viele Gesichter, viele Meinungen, viele Eindrücke vermittelt und so einen zugleich unterhaltsamen und informativen Beitrag zum 20.Jahrestag des Mauerfalls leistet.
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