campus-web Bewertung: 3,5/5
   
 

Die Rheinbergs
   
 

Mona Sailer und ihre Tocher Ariane
   
In den achtziger Jahren boomten Fernsehserien um große Dynastien im deutschen Fernsehen. Serien wie Denver Clan (Originaltitel übrigens Dynasty und Dallas fesselten Millionen im Fernsehsessel und deutsche Nachahmer ließen nicht lange auf sich warten. In Das Erbe der Guldenburgs oder Rivalen der Rennbahn wurde nicht weniger geliebt, gehaßt und intrigiert als bei den amerikanischen Vorbildern und auch hier regierten Reichtum, Schönheit und Glamour. In den 90er Jahren eroberten Daily Soaps den heimischen Bildschirm, deren Helden waren entweder ganz alltäglich oder die großen Clans wirkten wie verarmter Landadel. Im Sommer startete Das Erste endlich wieder eine Serie um eine "echte" Familiendynastie: In Geld.Macht.Liebe dreht sich alles um DIE Rheinbergs - Bankersfamilie aus Frankfurt, allesamt schön, reich, berühmt - und skrupellos.

Lilo Rheinberg (Gerlinde Locker) ist die große Patriarchin, die mit eiserner Hand über ihr Familienimperium herrscht. "Stil kann man nicht lernen, man bekommt ihn in die Wiege gelegt." ist ihr Motto. Mit kühler Berechnung und Contenance tut sie alles, um ihre Sippe zusammenzuhalten. Ihr Sohn Markus (Roland Koch) führt die Geschäft und scheut dabei auch nicht vor Methoden zurück, die sich am Rande der Legalität bewegen. Ganz im Gegensatz zu seiner sensiblen und herzensguten Ehefrau Sophia (Susanne Schäfer), die ihr Leben ganz der Wohltätigkeit widmet. Ihre Töchter Jana und Marietta könnten verschiedener nicht sein. Während Elena (Jana Klinge) leidenschaftliche Reiterin ist und in geordneten Verhältnissen mit ihrem argentinischen Martine La Rocca (GuntherGillian) und den Kindern Cinzia und Carlos lebt, amüsiert Marietta (Jytte-Merle Böhrnsen) sich auf wilden Partys mit dem Verleger Philipp Markland (Kai Lentrodt). Sohn Frank soll eines Tage die Geschäft übernehmen. Seine Mutter ist stets auf der Suche nach der passenden Frau für ihn, doch Frank hat eigene Pläne. Und dann ist da noch Mona Sailer (Angela Roy), verstoßene Tochter der Rheinbergs, die nichts mit der machtgierigen Verwandtschaft am Hut hat und sich mit Gelegenheitsverkäufen und als Innenarchitektin über Wasser hält. Doch sie hat nicht mit dem Ehrgeiz ihrer Tochter Ariane (Anna Bertheau) gerechnet. Die weiß längst, wer sie ist und will ganz oben mit an den Fäden ziehen...

Geld.Macht.Liebe. (D 2009)
Verleih: edel
Genre: Fernsehserie
Gesamtlaufzeit: ca. 344 min (3 DVDs)
Darsteller: Rolan Koch, Angela Roy,Gerlinde
Locker, Susanne Schäfer, Jytte-Merle
Böhrnsen, Anna Bertheau, Johannes Zirner
DVD-VÖ: 02.10.2009
Geld.Macht.Liebe. hat alles, was eine Glamour-Serie braucht: schöne Frauen, gewissenlose Geschäftsleute, Affären, Liebe, Hass und Neid. Die schauspielerischen Leistungen sind weit über dem Niveau billiger Daily Soaps oder Telenovelas - hier wird offenbar nicht am Fließband produziert. Gerline Locker spielt souverän die Grand Dame der Serie, während Roland Koch kühl und charmant zugleich als Firmenchef agiert. Susanne Schäfer und Angela Roy verbreiten Herzenswärme in der sonst so kühlen Finanzwelt und Jytte-Merle Böhrnsen spielt die verwöhnte, naive und doch so hinterhältige Marietta dermaßen überspitzt und borniert, dass man selbst Paris Hilton noch sympathisch und bescheiden finden mag. Sicherlich kann es noch keiner der Protagonisten mit einem J.R. Ewing (der Fiesling aus Dallas) oder einer Alexis (ihre Intrigen im Denver Clan bleiben unerreicht) aufnehmen, doch Geld.Macht.Liebe. hat das Potential, sich zur großen Familiensaga zu entwickeln. Der Pilotfilm und die ersten fünf Folgen, die nun auf DVD erschienen sind, lassen einiges erwarten: Der Pilotfilm gibt dem Zuschauer reichlich Zeit, die Familienverhältnisse des Rheinberg-Imperiums zu begreifen und wirkt fast wie ein Boulevardmagazin. Der Glamour-Faktor kommt nicht zu kurz, die Rheinbergs bleiben fast immer ganz unter sich und Ihresgleichen. So nach und nach werden einzelne Handlungsstränge aufgebaut - behutsam genug, um nicht den Überblick zu verlieren und spannend genug, um bald der nächsten Folge entgegen zu fiebern.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Drehbuchschreiber sich nicht in ihren Intrigen verheddern und dem Zuschauer allzu konstruierte oder völlig unglaubwürdige Geschichten aufzutischen, wie es die Autoren der täglichen Serien nur allzugern tun. Dann darf sich Geld.Macht.Liebe. wohl bald als große deutsche Familienserie bezeichnen, deren Fortgang man Woche für Woche kaum erwarten kann. Derzeit läuft Geld.Macht.Liebe. immer montags im Ersten.

Die Extras auf der ersten DVD-Box sind nicht der Rede wert: ein paar lieblos abgefilmte Interviews mit den Hauptdarstellern liefern Zusatzinfos, da liefert die Offizielle Homepage weit mehr und spannendere Informationen. Die erste Staffel umfasst 19 Folgen - bis zum Jahresende sind die Rheinberg-Fans erstmal versorgt mit Affären und Intrigen, bei denen es um Geld.Macht.Liebe. geht.

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