Campus-Web Bewertung: 4/5
   
Schluss mit lustig! Weg mit den ganzen langweiligen, gutartigen, hilfsbereiten und gut aussehenden Ärzten, die keiner braucht und nur die Frauen wollen. Hinfort, Dr. Udo Brinkmann, Dr. Ross und Dr. Carter – macht Platz für Dr. House. Rampensau, Egozentriker, Drogensüchtiger, Zyniker und Genie: Gregory House ist all das und noch viel mehr. Seit vier Jahren bringt er die sadistisch geprägten Fernsehzuschauer zum Jubeln, wenn er seine Patienten immer wieder falschen Therapiemethoden unterzieht, nur um schließlich doch noch auf wunderbare Weise die richtige Diagnose zu ziehen und das Leben des bis dahin halbtoten Opfers zu retten. Jetzt kommt in Deutschland endlich die dritte Staffel über das ärztliche Ekel auf sechs DVDs heraus.

In den 24 Folgen haben es wieder jede Menge Leute auf House abgesehen. Schon zu Beginn erholt er sich von den Auswirkungen des Finales der letzten Staffel, in der der Ehemann einer ehemaligen Patientin auf ihn schoss. Im weiteren Verlauf legt House sich mit einem Polizisten an, der ihn wegen Drogenmissbrauchs aus dem Verkehr ziehen will, und verliert durch seine gewohnt liebenswürdige Art sein gesamtes Team. Und dann gibt Dr. Cuddy auch noch seinen Behindertenparkplatz an eine Ärztin im Rollstuhl ab. Das bedeutet Krieg.

Ansonsten gibt es für eingefleischte House-Fans das übliche: bitterböse Kommentare, sadistische Spielchen, einen völlig zerrissenen Gregory House und mindestens einmal pro Folge nacheinander die Diagnosen "Tumor" und "Lupus". Langweilig wird es aber nie, denn neben der charismatischen Haupt- und sehr sympathischen Nebenfiguren haben sich die Macher doch einiges für die dritte Staffel einfallen lassen.
Dr. House Season 3 (House M.D.), USA 2006
Verleih:
Genre: Drama-Serie
Laufzeit: 1005 min (6 DVDs)
Regie: Jace Alexander
Darsteller: Hugh Laurie, Lisa Edelstein, Robert Sean Leonard, Omar Epps
DVD-Veröffentlichung: 24.07.2008

Die Auseinandersetzung mit Detective Tritter etwa zieht sich zwar etwas hin, doch es ist schön, mal auf jemanden zu treffen, der genauso fies wie House sein kann und diesem zumindest zeitweilig Paroli bietet.

Einige Folgen sind herausragend: So etwa "Sandkastenspiele", in denen ein autistischer Junge krank ist – und der einzige, der zu dem jungen Patienten durchdringen kann, ist Menschenfeind Gregory House. Oder "Que Sera Sera" mit einem unglaublich übergewichtigen Mann, der aber trotzdem glücklich in seiner Haut ist und Cameron damit in eine kleine Sinnkrise stürzt.

Ärgerlich ist allerdings die Ausstattung der DVD. Nur die englische Tonspur (zugegebenermaßen die bessere, aber nicht für jedermann gut verständlich) liegt in Dolby Digital 5.1 vor, während die deutsche nur im mickrigen Dolby Digital 2.0 verfügbar ist. Also kein Surround-Sound, was für heutige Verhältnisse wirklich etwas schwach ist. Etwas besser sieht es beim Bonus-Material aus: Auf Disc 1 gibt es eine einzige alternative Szene, auf Disc 4 einen einsamen Soundkommentar, auf Disc 6 die "Anatomie einer Szene" und auf Disc 5 immerhin verschiedene vier Extras (unter anderem verpatzte Szenen). Das ist ja wenigstens etwas im Vergleich zu vielen anderen Boxen. Allerdings stört es etwas, dass die Bonus-Materialien so verstreut sind. Na ja, man kann nicht alles haben.

Die dritte Staffel stellt in der Geschichte von Dr. House einen wichtigen Einschnitt dar: Das gewohnte Team Cameron, Chase und Foreman steigen aus (aber keine Angst, sie kommen wieder), und die Karten werden neu verteilt. Immerhin braucht Seelenkannibale Greg House ab und zu Frischfleisch und die Zuschauer neue Sympathieträger, denen man bei einem erfolgreichen Schlag gegen ihren Vorgesetzten zujubeln kann. Sonst würde es ja langweilig – und wenn Dr. House eines nicht leiden kann, dann ist es Langeweile.

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