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Die aktuelle Kino-Verfilmung der Marvel-Comic-Figur "Iron Man" hat sich bereits als hervorragender Kassenschlager erwiesen, von Kritikern und Zuschauern gleichermaßen geliebt. Wer es lieber etwas nostalgischer haben möchte, ohne auf den Typen in stählerner Rüstung zu verzichten, kann sich jetzt an einer Doppel-DVD erfreuen, die die komplette dreizehnteilige Original-Serie aus den sechziger Jahren beinhaltet. Inklusive eines leicht körnigen Bildes und diverser Störungen, denn überarbeitet wurden die einzelnen Folgen nicht. Wahrscheinlich dachten sich Marvel und Vertreiber Polyband, dass so das alte Flair viel besser erhalten bleiben würde. Immerhin handelt es sich bei diesen TV-Comics noch um die erste Generation. "POW", "ZAP" und "BAM" hört man nicht an jeder Ecke, wie das heute der Fall ist – stattdessen liest man es allenthalben. Soweit wich die Fernseh-Fassung dann doch nicht von der zugrunde liegenden Print-Ausgabe ab. Iron Man - Die Serie, USA 1966 Verleih: Polyband Genre: Comic Gesamtlaufzeit: 230 min Regie: Ralph Bakshi, Chuck Harriton Veröffentlichung: 16.05.2008 Ebenso antiquiert wie das Bild erscheint auch der Ton – zumindest die deutsche Synchronisation, die ohne erkennbare Emotionen daherkommt und dadurch so trocken wirkt wie die Wüste Gobi. Dann doch lieber das Ganze im Original anschauen, da hat man deutlich mehr von. Nur so lassen sich die Kämpfe des Helden in glänzender Rüstung gegen Bösewichter wie den Mandarin, Mole Man, Ice-Man und Titanium Man ertragen oder gar genießen. Denn die Serie ist in der Tat klassisch. Iron Man alias Tony Stark, seines Zeichens Multimilliardär und brillanter Wissenschaftler, muss mit Hilfe des von ihm entwickelten Exoskelettes die Vereinigten Staaten immer wieder vor feindlichen Angriffen retten, die oft – ohne die Länder je namentlich zu nennen – aus Russland (Titanium Man) oder China (Mandarin) kommen und die gesamte westliche Welt bedrohen. So will auch in der Folge "The Crimson Dynamo" (die in der Übersetzung aus unerfindlichen Gründen "Die Schwarze Witwe spinnt ihr Netz" heißt) eine ausländische Macht das amerikanische Militär empfindlich schwächen und plant dazu als erstes die Vernichtung von Stark Industries. Natürlich bleibt Iron Man am Ende siegreich und garantiert so seiner Heimat die weitere Weltmachtstellung. Aber immerhin steht nicht alles jederzeit zum Besten. Mal ist der Mikrochip, den Starks Herz benötigt, defekt und muss dringend repariert werden, mal ist der moderne leichte Kampfanzug radioaktiv verstrahlt. Doch immer gelingt es Iron Man trotz solcher Rückschläge, siegreich zu sein. Nur sein immer so gepriesener Intellekt scheint über die Zeit Schaden zu nehmen, da er sich am Ende der Serie ohne Weiteres vom Chamäleon täuschen lässt und gegen Captain America kämpft. Die Verkörperung der amerikanischen Industrie gegen die des amerikanischen Patriotismus – symbolträchtiger geht es einfach nicht. Für Nostalgiker und sammelwütige Comic-Fans ist die bonusarme Doppel-DVD mit der "Iron Man"-Serie zweifelsohne ein nicht zu ignorierendes Produkt. Wer jedoch erst durch den Kinofilm Interesse an der Marvel-Figur gefunden hat, sollte sich lieber an die echten Comics halten, die immer noch aufgelegt werden. Die sind in der Regel ästhetischer und bieten inzwischen auch viel bessere Stories. Sonst bleibt wohl nur noch, bis 2011 zu warten. Dann, so gab Marvel vor kurzem bekannt, soll "Iron Man 2" in die Kinos kommen. Aber bis dahin warten noch viele andere Comic-Verfilmungen: laut International Movie Data Base unter anderem "The Punisher – War Zone" (2008), "Spider Man 4" (2009), "Thor" (2010) und "Captain America" (2011).
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