1937 begann der japanisch-chinesische Pazifikkrieg mit einem Angriff auf Schanghai. Wenig spter attackierten die japanischen Streitkrfte auch die damalige chinesische Hauptstadt Nanking. Eine von Polyband herausgegebene Dokumentation zeigt den ganzen Schrecken dieses Feldzugs.

Als wunderschne, fortschrittliche Stadt wurde Nanking von Reisenden beschrieben, in der zu jener Zeit hunderte Europer wohnten. Mit dem Angriff auf Chinas Hauptstadt und dem Versuch einer schnellen Einnahme - die fr Japan zur Prestigesache wurde, strzte die Stadt binnen krzester Zeit ins Chaos. Die meisten Europer flohen - ebenso wie die wohlhabenden Chinesen; viele andere blieben in Nanking zurck. Hier beginnt die Geschichte einer kleinen Gruppe westlicher Auslnder, denen es gelang eine Schutzzone einzurichten, in die tausende Menschen strmten und Zuflucht fanden. Wenn diese auch von den Japanern nicht offiziell anerkannt wurde, schtzte sie doch vor den monatelangen Flchenbombardements.

Unter den Auslndern befand sich auch der deutsche John Rabe, NSDAP-Mitglied und Geschftsfhrer der Niederlassung von Siemens in Nanking. Rabes Dienstvilla, neben der er aus Kalkl eine riesige Hakenkreuzfahne aufspannte, wurde zum Zentrum der Schutzzone. Einen Angriff auf ein so offensichtlich markiertes Gelnde des verbndeten Deutschen Reiches wagten die japanischen Streitkrfte nicht.
Nanking, USA 2007
Verleih: Polyband, Toppic Video/WVG
Genre: Doku-Drama
Filmlaufzeit: 87 min
Regie: Yjir Takita
Darsteller: Woody Harrelson, Jrgen Prochnow,
Mariel Hemingway, Stephen Dorff
Regie: Bill Guttentag, Dan Sturman
DVD-V: 25.09.2009

Whrenddessen verkam Nanking immer mehr zum Schlachtfeld aber China kapitulierte nicht. Nach dem Generalangriff kam es am 13. Dezember 1937 zur Invasion der Stadt durch japanische Bodentruppen. Als die Stadt schlielich fiel, entfesselte die japanische Armee Verwstungen, Massaker und Vergewaltigungen in einem kaum vorstellbaren Ausma. Inmitten des Schreckens fanden ber 200.000 Chinesen Zuflucht in der Sicherheitszone. Ohne auf Waffen zurckzugreifen, setzten die westlichen Missionare, Universittsprofessoren, rzte und Geschftsleute ihr eigenes Leben ein, um unzhlige Zivilisten davor zu bewahren, hingemetzelt zu werden. Als das Lager endgltig gerumt werden sollte, konnten Rabe und seine Mitstreiter einen weiteren Bestand der Schutzzone erreichen bis zu 250.000 Menschen wurden so vor dem Tod bewahrt.

Nanking dokumentiert das Leids der Zivilbevlkerung whrend des japanischen Angriffs und der spteren Besatzung der Stadt. Herausgeschmuggelte Filmaufnahmen zeigen barbarische Angriffe und die entfesselte Brutalitt der kaiserlichen Soldaten. Mitunter gehen die Bilder bis an die Grenze des Ertrglichen, was eine fr Dokumentationen ungewhnliche Altersfreigabe ab 12 Jahren fast schon etwas niedrig erscheinen lsst. Die Geschichte Nankings wird anhand bewegender Interviews mit chinesischen Augenzeugen, zeitgenssischen Film- und Fotodokumenten, sowie Aussagen frherer japanischer Soldaten nacherzhlt. Die westlichen Retter werden durch Schauspieler (u.a. Jrgen Prochnow) verkrpert, die aus Briefen und Tagebchern vorlesen. Zu Beginn der Dokumentation treten sie in eine riesige Halle und nehmen auf einer Stuhlreihe Platz - Frisuren und Kleidung sind hierbei den Dargestellten nachempfunden. Da sie nicht nur aus dem Off sprechen, sondern auch vielfach selbst im Bild sind, wird eine lebendige Erinnerung an die Missionare, Professoren und Geschftsleute geschaffen. Dies und die verstrenden Originalaufnahmen rufen die in Vergessenheit versunkene Vergangenheit zurck in eine bestrzende Lebendigkeit.

Fazit: Nanking zeigt das hierzulande fast unbekannte barbarische Wten der japanischen Truppen in drastischen Bildern, die in jedem Fall wachrtteln. In der Dokumentation werden nicht nur der Verlauf des Angriffs und die Besatzung der Stadt genau nachgezeichnet; der Zuschauer erhlt auch einen guten Einblick in die Persnlichkeiten und Schicksale der westlichen Helfer.

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