campus-web Bewertung: 3,5/5
   
 

   
Die Forsytes sind eine der mchtigsten und einflureichsten Familien des viktorianischen Englands zum Ende des 19. Jahrhunderts. Reichtum, Ansehen und grobrgerliche Etikette haben oberste Prioritt. Man bleibt gern unter sich und so sieht die Familie es gar nicht gern, als sind oberstes Gebot. Liebe spielt nur dann eine Rolle, wenn die Mitgift stimmt. Da sieht man es gar nicht gern, als Jolyon mit dem Kindermdchen durchbrennt - kurzerhand wird ihm die finanzielle Untersttzung aufs Existenzminimum gekrzt. Fortan fristet er ein armseliges, aber glcklcihes Dasein am Rande der Stadt in rmlichen Verhltnissen.

Auch Stammhalter Soames richtet sich bei der Wahl seiner zuknftigen Gattin nicht so ganz nach den Wnschen der Sippe. Irene Heron ist intelligent, schn und geheimnisvoll. Ihr sprdes Wesen und ihre beharrliche Abweisung reizen den erfolgsverwhnten Forsyte-Sprssling nur noch mehr. Nach langem Werben und Bitten gibt sie unter einer Bedingung nach: Sollte sie unglcklich sein, muss Soames sie gehen lassen. Dann begegnet Irene dem jungen Maler Phillip Bosinney, der wiederum mit Rachel Forsyte verlobt ist.
Die Forsyte Saga Staffel 1
(The Forsyte Saga), GB 2002
Verleih: Polyband
Genre: Literaturverfilmung/TV-Serie
nach dem Roman von John Galsworthy
Gesamtlaufzeit: ca. 450 min (6x75 min), 3 DVDs
Regie: Christopher Menaul, Dave Moore
Darsteller: Damian Lewis, Gina McKee,
Ioan Gruffudd, Rupert Graves
DVD-V: 30.10.2009


Die Forsyte-Saga des Nobelpreis-gekrnten Autors John Galsworthy ist ein Stck Weltliteratur und sicher die Mutter von groen Familienserien wie Denverclan oder Dallas. Da wird intrigiert, gelogen und betrogen, geliebt, gehat, gelacht und geweint. Und immer geht es um Macht, Besitz und natrlich um die Familienehre - wie auch immer diese definiert wird. Bereits in den 60er Jahren fesselte die 26teilige TV-Serie um die Forsytes die Zuschauer in ihre Fernsehsessel - damals noch in schwarz-wei. Die Neuverfilmung der Serie hlt sich nah an das Original, kann aber mit deutlich aufwndigeren Bildern und einer opulenten Ausstattung berzeugen und vermitteln ein authentisch wirkendes Bild des viktorianischen Zeitalters. Doch im Mittelpunkt stehen die Figuren, die bis ins kleinste berzeugend und passend besetzt sind.

Die zahlreichen Charaktere werden sorgfltig eingefhrt, die Serie nimmt sich Zeit fr ihre Akteure, was gerade zu Beginn auch mal zu Lngen fhren kann. Doch Dranbleiben lohnt sich.
Wenn man sich durch das wirre Geflecht der Figuren und den ausufernden Familienstammbaum gearbeitet hat, entwickelt die Serie schnell einen Sog, wie groe Familiendramen es so an sich haben. Kaum ist eine Folge zu Ende, schon fiebert man der nchsten entgegen. Wer wird sich in wen verlieben? Wer betrgt wen? Welcher Schicksalsschlag wird wen ereilen? Galsworthys groe Saga bietet reichlich explosiven Stoff fr groe Dramen - eine excellente Vorlage fr eine Fernsehserie von epischem Ausma. Standesdnkel und die moralischen Wertvorstellungen der damaligen Zeit scheinen zwar berholt, dennoch wirkt die Handlung nur selten angestaubt oder gar unmodern. Fr Freunde klassischer Literaturverfilmungen und historischer Kostmschinken wird die Forsyte-Saga ein wahres Fest fr die Sinne sein.

Wie gut, dass die zweite Staffel der Saga bereits angekndigt wurde.


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