Wir befinden uns in der Weihnachtszeit. In Los Angeles treffen vier sehr spezielle, aber auch sehr Klischee behaftete Charaktere aufeinander. Rose, gespielt von Jessica Biel, arbeitet als Striptease-Tnzerin in einer Nachtbar. Diesem nicht ganz lupenreinen Job geht sie natrlich nur nach, um Geld zu verdienen. Vllig selbstlos jedoch, da sie die Arztkosten fr ihren Sohn (Chandler Canterbury) bezahlen muss, der in einer Klinik im Wachkoma liegt.

An ihrem Arbeitsplatz, der Nachtbar, trifft sie auf Jack (Ray Liotta), der sich nach seinem 25-jhrigen Aufenthalt hinter Gittern auf die Suche nach ihr begeben hat. Was sie zu dem Zeitpunkt noch nicht wei: Er ist ihr Vater, den sie fr tot gehalten hat. Und ihm bliebt nicht mehr viel Zeit zum Leben, da er an Magenkrebs erkrankt ist. Zu allem berfluss luft Rose dann noch ihr Hund weg, der von dem Leichenbestatter Qwerty (Eddie Redmayne) angefahren und dann wieder gesund gepflegt wird. Sie sucht sofort in Form von Plakaten nach dem Hund und Qwerty nimmt Kontakt zu ihr auf. Seine Sozialphobie, die sich in Form von Asthmaanfllen uert, heilt ihre Nhe natrlich umgehend.

Zwischendurch tritt ein suizidaler Ex-Priester auf, Charlie (Forest Whitaker), der unmittelbar nach seiner Hochzeit bei einem Unfall, bei dem er am Steuer sa, seine frisch Vermhlte verloren hat. Nun sucht er eine Person, die ihn erschiet, damit er nicht durch einen Suizid als ehemaliger Priester zu offensichtlich sndigt. Am Ende sterben der Sohn und auch der Vater von Rose und man fragt sich die ganze Zeit, ob es noch einen Clou bei der Personenkonstellation gibt. Doch da wird man bitter enttuscht. Der Tiefgang lauert leider nirgends hinter einer Ecke. Nicht einmal die gro angekndigte letzte Rolle von Patrick Swayze wirkt berzeugend. Der spielt in Powder Blue den Besitzer des Nachtclubs mit langer blonder Mhne und drei bis vier Stzen Sprechrolle.

Doch an manchen Stellen fragt man sich, ob man vor dem falschen Film sitzt. Vllig deplatziert und skurril wirkt der direkte Bezug zur transzendenten Welt. Das ist zu viel Kitsch des Guten und man vergisst zwischendurch, dass man sich nicht in einem Disney-Film befindet. Zum Glck bleiben dem Zuschauer wenigstens die Engel im Himmel erspart. Das Jenseits wird in Powder Blue als ein langer Sandstrand mit Meer sowie mit der Signalfarbe Rot fr die Toten dargestellt.
Powder Blue Hoffnung findet man an den dunkelsten Orten
USA, 2009

Verleih: Sunfilm
Genre: Drama
Filmlaufzeit: 102 Minuten
Regie: Timothy Linh Bui
Darsteller: Jessica Biel, Ray Liotta,
Patrick Swayze, Forest Whitaker
DVD-V: 23.10.2009


Nicht einmal auf die Trnendrse drckt dieser Film, auch wenn die Genrebezeichnung dies erwarten lsst. Nach den ersten drei Minuten von Powder Blue mchte man gerne schon fast abschalten, bleibt aber dran, in der Hoffnung, der Film luft zu ungeahnter Hchstform auf. Da hilft auch die vermeidliche Starbesetzung wenig. Kein Wunder, das der Film es nie ins Kino geschafft hat, sondern direkt auf DVD gepresst wurde. Da bleibt nur zu sagen: Die Hoffnung auf Tiefgang stirbt zuletzt.

Wer sich gerne einmal selbst vom Film berzeugen mchte, sollte hier vorbei schauen:
http://www.powderbluemovie.com/ oder einfach bei unserem Gewinnspiel mitmachen.

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