campus-web Bewertung: 1,5/5
   
Und um alle unlustigen Vampir-Witze gleich mal vorab abzufeuern: dem Film fehlt der Biss, die Story ist blutleer und die Darsteller allesamt blass. Das ist in doppelter Hinsicht wenig witzig, weil wahr, denn tatschlich traf selten auf einen gehypten Film samt Buchvorlage der Titel "Viel Lrm um nichts" so sehr zu wie auf Twilight , dessen verbramster deutscher Zusatz-Titel brigens hchst uncoolerweise "Bis(s) zum Morgengrauen" lautet.

Die Story ist schnell erzhlt und ebenso banal wie blde: Bella (kann das besser: Kristen Stewart) zieht in eine Stadt und verknallt sich in Mitschler Edward (war auch schon besser: Robert Pattinson). Der ist zwar Vampir, trinkt aber kein Menschenblut, weil: er ist halt ein richtig Netter und einer Liebelei steht daher an und fr sich nicht viel im Wege. Es wird also mit viel blabla geschmachtet und sich zaghaft angenhert, dann tauchen ein paar von Edwards bsartigen Artgenossen auf, Bellas Leben ist mal kurz in Gefahr, es gibt einen Kampf und am Ende - Vorsicht: Spoiler - kriegen sich die beiden Turteltauben. Spoiler Ende. Kurzum: Seifenoper in Kinoformat mit Blaustich und vor verregneter Waldkulisse.

Bei den MTV Movie Awards 2009 gab es dafr Preise satt, aber auch das ist nur wieder ein bravourses Beispiel fr die Richtigkeit und Wichtigkeit der richtigsten und wichtigsten Grundregeln in Sachen Hypes, dass man Popularitt nmlich lngst nicht mit Qualitt verwechseln sollte. Die viel beschworene Chemie der Hauptdarsteller ist nchtern betrachtet nmlich fade wie Muckefuck, Kirsten Stewarts Darbietung von Bella entspricht der ordinren muffeligen, lustlosen, mchtegern-coolen Teenagerin von nebenan und Edward ist schon eine ziemliche Memme. Die Rangelei zwischen ihm und Widersacher James ist auch ohne Direktvergleich mit Blade und Underworld nichts als ein trauriger Witz und das obwohl Cam Gigandet alias James seine Kampfkraft eindrucksvoll in The Fighters/Never back down unter Beweis gestellt hatte. Schner Mist.
Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen
(Twilight), USA 2008

Verleih: Concorde Video
Genre: Romantik/Horror
Filmlaufzeit: 117 min
Regie: Catherine Hardwicke
Darsteller: Kirsten Stewart, Robert Pattinson,
Billy Burke, Taylor Lautner, Nikki Reed
DVD-V: 10.06.2009


Dass Vampire Sonnenlicht meiden, weil sie sonst frhlich-bunt leuchten, sorgt immerhin noch fr den einen oder anderen unfreiwilligen Lacher, aber Erotik, schaurig schne Momente, schn dreckig-perverser Subtext und kranke Intelligenz, halt all das, was einen guten Vampirfilm ausmacht, fehlt an allen Ecken und Enden. Das alles wre ja weit weniger nervend, wenn es nicht die halbe Welt so geil finden wrde. An dem grundstzlichen negativen Gesamteindruck vermag auch der Transfer von Leinwand auf DVD nichts zu ndern. Da mit Blaufilter gearbeitet wurde, ist die Farbpalette ja schon mal eher eingeschrnkt, aber andere Filme haben bewiesen, dass man es trotzdem nicht an Detailschrfe mangeln lassen muss. Abstriche gibt es auch beim Sound: der ist rumlich und atmosphrisch alles andere als gut ausbalanciert. Anstelle vom "mittendrin statt nur dabei" Feeling hrt sich alles nach ganz weit weg an.

Fans von Twilight werden sich ber den Bonusteil der Double-Disc-Edition freuen, der mit Making-Of, zustzlichen Szenen und Interviews das Fan-Herz hher schlagen lsst. Fazit: Jeder der was von Vampiren versteht und etwas von sich selbst hlt, sollte dieses Werk scheuen wie der Teufel das Weihwasser und wer den Sommer ohne Vampirfilm nicht durchsteht, greift zu so So finster die Nacht. Doch bevor ich mich jetzt endgltig unbeliebt mache: Fans der Romanvorlage und Teenies mit Geschmacksverirrung werden hiermit glcklich.

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