campus-web Bewertung: 4/5
   
Es gibt ein paar Berufe, die eine ungeheure Anziehungskraft auf kleine Jungen ausben. Polizist ist einer, Astronaut ein anderer, aber nichts schlgt den Job des Lokfhrers. Mit Krach und Dampf durchs Land zu fahren bt eine ungeheure Faszination auf Kinder aus, die auch viel spter noch nachwirkt.

Odd Horten ist ein norwegischer Lokfhrer und er ist 67 Jahre alt. Seit 40 Jahren arbeitet er nun gewissenhaft, kommt nie zu spt, der Fahrplan ist sein Leben. Er soll nun in den Ruhestand gehen und wenn er ehrlich ist, hat er Angst vor der Zeit ohne seinen Beruf. So richtig schief geht dann alles, als er ausgerechnet seine letzte Fahrt nach Bergen verpasst, weil er in einer fremden Wohnung verschlafen hat. Und hier gehen die Abstrusitten erst los.

Regisseur Bent Hamer, Eingeweihten bekannt durch sein kleines Meisterwerk Kitchen Stories, hat mit OHorten einen neuen Film vorgelegt, der wiederum nur ein kleines Publikum erreichte, aber dieses umso mehr begeisterte. Die Geschichte des alternden Odd, der zufllig in immer neue merkwrdige Situationen gert, faszinierende Menschen kennenlernt und auch mit 67 noch frs Leben lernt ist so leise, schmunzelnd und liebevoll erzhlt, dass es eine wahre Freude ist, die Melancholie des winterlichen Norwegen in sich aufzusaugen.
OHorten, (NOR 2008)
Verleih: Pandora/Alive
Genre: Komdie
Filmlaufzeit: 85 min
Regie: Bent Hamer
Darsteller: Henny Moan, Trond-Viggo
Togerson, Karl Sundby
DVD-V: 03.07.2009


OHorten reiht sich damit ein bei diesen in den letzten Jahren erfreulich oft erscheinenden Filmen, die weniger auf Bombast oder die groe Liebesgeschichte setzen als auf freundliche und mit viel Liebe gestaltete Geschichten und Figuren. Was Garden State fr die Mittzwanziger ist, knnte OHorten fr die Rentner sein. Dabei ist es wirklich kein Film nur fr die Alten, sondern einer, an dem jeder seine Freude haben kann.

Odd Horten macht in seinem Film eine beachtliche Wandlung durch. Anfangs htte er sicher nicht gedacht, jemals in roten Stckelschuhen durch Oslo zu stolpern oder mit einem wildfremden Mann, der seine Mtze ber die Augen gezogen hat, durch die nchtliche Stadt zu fahren. Aber sptestens, als er im Stockfinsteren ganz oben auf der Skisprungschanze am Holmenkollen steht wei er genau wie der Zuschauer, dass sich die Reise gelohnt hat.

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