|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Als exzentrischer Moderator der Fashion-Show "Funkyzeit" setzt Brüno Trends und ist, mit Ausnahme von Deutschland, der Star der Modereportagen im deutschsprachigen Raum. Er klebt den Modedesignern im wahrsten Sinne des Wortes an der Backe, bis er aufgrund eines "Fashion faux pas" in kürzester Zeit nicht nur sein Ansehen verliert sondern auch von seinem Lebensgefährten verlassen wird. Enttäuscht von der Welt setzt er sich folgende Ziele: die bekannteste österreichische Persönlichkeit seit Hitler zu werden und "der größte homosexuelle Filmstar seit Arnold Schwarzenegger". Was zunächst ziemlich schief geht. Spätestens seit der Ali G Show und Borat wissen wir: wenn Sacha Baron Cohen auf der Bildfläche erscheint, passiert nichts Gutes. Als penetrant aufdringlicher österreichischer homosexueller Modejournalist Brüno macht sich der Provokations-Komiker nun auf, die Welt zu erobern und trifft dabei auf allerlei Hürden, die es auf seine ganz spezielle Art zu überwinden gilt. In Brüno, dessen Untertitel "Delicious Journeys Through America for the Purpose of Making Homosexual Males Visibly Uncomfortable in the Presence of a Gay Foreigner in a Mesh T-Shirt" lautet, überschreitet er nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks, sondern auch die der political correctness bei Weitem und liefert uns auf diese Weise interessante und zum Brüllen komische Einblicke in die amerikanische Gesellschaft. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, aber auch der Doppelmoral, Intoleranz und des Puritanismus beginnt er seinen Kreuzzug. Mit Netzhemd und Hotpants ausgestattet durchbricht er konservative Traditionen und zeigt die Absurditäten in der Welt des schönen Scheins auf. So überredet Brüno Casting-Mütter dazu, ihre Babys für eine Rolle 10 Pfund abzunehmen zu lassen, bittet in der tiefsten amerikanischen Provinz nackt um Einlass in das Zelt eines schwulenhassenden Redneck-Cowboys, legt sich mit fundamentalistischen Moralaposteln und ignoranten Sittenwächtern an oder stellt in einer afro-amerikanischen Talkshow sein Mitbringsel aus Afrika vor: ein schwarzes Baby names O.J. Schließlich sind adoptierte Kinder aus der Dritten Welt der letzte Schrei unter amerikanischen Celebrities bzw. das Accessoire schlechthin. Und was Angelina und Madonna können, das kann Brüno schon lange. Brüno, (USA 2009) Verleih: Universal Genre: Comedy Filmlaufzeit: 88 min Regie: Larry Charles Darsteller: Sacha Baron Cohen, Gustav Hammarsten, Clifford Banagale DVD-VÖ: 26.11.2009 Um sich Aufmerksamkeit zu verschaffen ist sich Brüno wirklich zu nichts zu schade. Obwohl Promis seit Borat immer auf der Hut sind, gelingt es Sacha Baron Cohen, das Schwulenklischee so realistisch darzustellen, dass seine ahnungslosen Opfer ihn nicht erkennen und auf das falsche Spiel eingehen. Dies führt zu den absurdesten Situationen, die - denkt man genauer darüber nach - im Grunde so gar nicht zum Lachen sind. Brüno ist definitiv sehenswert und ein würdiger Nachfolger von Borat, wenn auch an einigen Stellen viele Szenen stark an den Vorgänger erinnern und der Film die Geschmacksgrenzen gewaltig überschreitet. Die Darstellung diverser homosexueller Praktiken ist vielleicht ein wenig zu detailliert auf der Leinwand dokumentiert. Stellenweise könnte man glauben, man sei in einem Porno gelandet und man wundert sich doch stark, dass in den USA nicht der komplette Film zensiert wurde. Eines sei gesagt: soviel nackte Haut wird es dort sicherlich nicht so schnell wieder auf der Kinoleinwand geben. Andererseits wissen wir seit Borat, dass gerade diese Provokationen zu Cohens Strategie gehören und den Film erst wirklich sehenswert machen. Die DVD ist als Einzel-Disc, Limited Edition und auf Blu-Ray erschienen. Die Heimkinoversion liefert klassische Extras wie unveröffentlichte und alternative Szenen, Filmkommentare und Interviews. Die Limited Edition gibts im schicken "Brüno-Schuber" mit einem Kalender 2010. Ihr wollt auch mal so schräg aussehen wie Brüno? Dann macht mit bei unserem Gewinnspiel.
|