Campus-Web Bewertung: 2,5/5
   
Jieho Lee erzhlt mit The Air I Breathe vier Geschichten, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, sich jedoch auf schicksalhafte Weise bisweilen so dezent kreuzen, dass selbst die Charaktere nichts davon mitbekommen; Forest Whitaker, Kevin Bacon, Brendan Fraser, Sarah Michelle Gellar und Andy Garcia in einer inkonsequenten Geschichte, in der das Schicksal eine groe Rolle spielt - die grte Rolle berhaupt, denn es ist der Freibrief, haarstrubende Zu- und Unflle scripten zu drfen:

Mchtegern Ultra-Ganove Fingers (Andy Garcia) hackt den Menschen gern ihre kleinsten Extremitten ab, wundert sich dann aber, dass man ihn fr einen schlechten Menschen hlt. Um seine Wettschulden bei diesem ungeheuren Ungeheuer bezahlen zu knnen, kommt ein Plattenproduzent auf die Idee, ein mehr oder weniger berhmtes Pop-Sternchen (Sarah Michelle Gellar) an eben jenen zu verhkern. Schuldeneintreiber Brendan Fraser verliebt sich in diesen bemitleidenswerten Archetyp und so kommts, wie es kommen muss: Jede Menge rger.

The Air I Breathe bedient sich rein technisch vielerlei Hilfsmittel, die - fr sich genommen - noch nie geschadet haben, jedoch in Lees Kombination einen unglaublich inkonsequenten Eindruck erwecken. Willkrlich verteilt er nutzlose Rckblenden, wie ein Zugwagen auch mal seine Kamelle gegen den Kopf eines Kindes klatscht; lsst jeden Charakter in seinem Kapitel ein paar zusammengeschusterte Lebensweisheiten aus dem Off artikulieren, die wahrscheinlich die Tiefe eines Fight Club erreichen wollen, es jedoch nur zu einem Kopfschttel-Faktor bringen und vergisst doch dabei glatt die einzige Frau in diesem Film, obwohl ihr ein eigenes Kapitel zugeteilt ist. Des Weiteren betitelt er jeden Abschnitt mit der Emotion, die den jeweiligen Hauptprotagonisten am besten charakterisiert und legt damit gleichzeitig den dazugehrigen Archetyp fest, ber den niemals hinausgegangen wird.
The Air I Breathe - Die Macht des Schicksals,
(The Air I Breathe), USA 2007

Verleih: Koch Media
Genre: Drama
Filmlaufzeit: 91 min
Regie: Jieho Lee
Darsteller: Forest Whitaker, Andy Garcia,
Sarah Michelle Gellar, Brendan Fraser, July
Delpy, Emile Hirsch, Kevin Bacon
DVD-Verffentlichung: 03.04.2009


Das Storytelling ist in der Art von Pulp-Fiction bunt zusammengewrfelt, und obwohl Lee sich anscheinend nicht traute, Tarantinos Meisterwerk in dieser Hinsicht zu offensichtlich nachzuahmen; das der Film praktisch mit dem Ende beginnt, lsst trotzdem vermuten, dass ein Kultfilm kreiert werden wollte.

Der Soundtrack, der zu einem groen Teil aus elektronischem "Gehrgang-Bang" besteht, ist herrlich monoton und schafft es tatschlich, an manchen Stellen ein wenig auf den Sack zu gehen. Natrlich wurden manchmal auch ganz normale Pop-Songs verwendet, aber auch hier, so scheint es, vllig wahllos (Wie Tarantino?).

Sollte man es geschafft haben, diesen Film bis zum Ende gesehen zu haben (zugegeben, so schwierig ist das nicht, denn unterhaltsam ist er manches Mal) darf man blo nicht darauf hoffen, dass die Komponente des Schicksals die eine Art Ermchtigung fr inflationren Umgang mit dem Stilmittel Deus Ex Machina zu sein scheint auf philosophische Weise begrndet wird, denn eine Message ist weit und breit nicht in Sicht.

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