Campus-Web Bewertung: 2/5
   
Das Cover verspricht einen Genremix aus japanischem Actionfilm gepaart mit Gore- und Splatterelementen. Oder wie dort selbstbewusst zu lesen ist: "eine respektlose Fun-Gore-Splatter Granate erster Gte (), die mal so eben wie eine unverholene Mischung aus Kill Bill und Brain-Dead daherkommt." Klingt gut, auch wenn der Vergleich mit einer Hollywood-Produktion fr einen japanischen Film wohl eher verfehlt scheint.

Zur Story: Ami ist hbsch, ehrgeizig und die beste Basketball-Spielerin ihrer Schule. Zusammen mit ihrem Bruder Yu lebt sie trotz des frhen Todes ihrer Eltern ein zufriedenes Leben. Doch ihr Bruder wird von einer Jugendbande terrorisiert, deren Anfhrer der Yakuza-Sohn Sho ist. Yu wird von der Bande gettet und Ami schwrt blutige Rache. Zunchst scheitert sie und gert in die Fnge der Yakuza-Familie, die sie foltern und ihr schlielich den Unterarm amputieren. Amis Rachegelste werden nur noch strker. Mit der Untersttzung einer anderen Kmpferin und eines Tftlers setzt sie ihren Feldzug fort. Dabei erweisen sich eine grokalibrige Machinengewehr-Armprotese und andere Waffen als willkommene Hilfe fr Ami. Das blutige Massaker nimmt seinen Lauf...

Da der Film keine Jugendfreigabe erhielt, sollte man davon ausgehen, dass der Film nichts fr schwache Herzen und sensible Geschpfe in Sachen blutiger Unterhaltung ist. Andererseits ist der Film nicht indiziert zumindest nicht die Deutsche Fassung. Da darf man schon skeptisch sein, ob der Zuschauer in den wahren Genuss einer ungeschnittenen Fassung des japanischen Meisterwerks von Regisseur Noboru Iguchi (Tokio Gore Police) kommt.
The Machine Girl, (JAP 2008)
Verleih: Sunfilm
Genre: Splatter
Filmlaufzeit: 96 min
Regie: Noboru Iguchi
Darsteller: Minase Yashiro, Asami,
Kentaro Shimazu
DVD-Verffentlichung: 20.02.2009


Und siehe da: Schon nach den ersten Minuten wirkt der Film abgehakt. Der Zuschauer wird
durch rcksichtslose Schnitte aus dem Geschehen gerissen. Fast keine Kampfszene vergeht, ohne dass man die Zerstckelung des Gesamtwerks bemerkt. Selbst die Amputationsszene, in der Ami erst zum Machine Girl wird, ist kaum nachzuvollziehen. Mehr als schade, dass der Deutsche Horrorfan so von den Schreibtischttern der Zensurbehrden bevormundet wird.

Aufgrund dieser Tatsache verliert man schnell die Lust, sich auf diesen sonst durchaus unterhaltenden Film einzulassen. Fr einen Film ist es nicht unbedingt eine Auszeichnung, wenn man aufgrund der brutalen Beschneidung zwischendurch dauernd raten muss, was gerade passiert sein knnte. Oder man spult zurck, falls man doch was verpasst hat, merkt dann aber, dass bestimmte Szenen einfach gekrzt wurden. Der eigentliche Sinn wirkt so verfremdet, der Handlungsstrang verwischt. Fr den wahren Fan von Splattereffekten und unbeschnittenen Geschmacklosigkeiten bietet es sich wohl an, das japanische Original zu genieen, welches satte 5.30 Minuten lnger ist. The Machine Girl knnte ein durchaus sehenswerter Film sein, wre er nicht so zerhackstckelt worden.

Der Stil des Strefens erinnert an eine japanische Comicverfilmung. Ma findet wiederkehrende Leitmotive wie "starke Frauen" und "Rache" in dieser skurril-makarberen Trashgranate. Der typisch japanische Hschen-Fetisch wird hin und wieder von der Hauptdarstellerin Minase Yashiro im klassischen Schoolgirl-Outfit bedient. Die naiv-kindliche bis gotesk-brutale Ausgestaltung der Charaktere und Szenen sollte bei diesem Genre nicht berraschen. Ebenso falsch wre es, sich auf einen "realistischen" Film zu freuen. Aber gerade diese berzogene, zum Teil auch unbeholfene Art knnte bei Liebhabern japanischer Fun-Gore Filme auf Sympathie stoen, jedoch nicht ber die Vergewaltigung der Originalfassung hinwegtuschen.

Das wahre Gore-Vergngen lsst sich im "Behind The Scenes"-Extra erahnen, in dem einige ungeschnittene Verstmmlungsszenen zu sehen sind. Aber die kompletten geschnitten 5:30 Minuten findet man auch hier nicht ansatzweise wieder.

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