Campus-Web Bewertung: 2,5/5
   
Swing Vote behandelt ein ernstes Thema aus der Sicht des mexikanischen Tlpels Bud Johnson (Kevin Costner), der zu viel trinkt, seine Tochter vernachlssigt, sich selbst hngen lsst und in der Regel unverantwortlich handelt. Ausgerechnet an ihm soll mit der Wahl des neuen Prsidenten die zuknftige politische Ausrichtung des Landes hngen.

Dabei ist ihm die Politik zum Mifallen seiner Tochter Molly (Madeline Carroll) mit ihrem ausgeprgten politischen Bewusstsein vllig schnuppe. Selbst noch minderjhrig, will sie ihren Vater unbedingt zum Whlen bewegen. Wie es der Zufall so will, verliert Bud am Tag der Tage aber seinen Job und landet statt im Wahlbro in der nchsten Kneipe. Enttuscht nimmt Molly die Dinge selbst in die Hand. Durch einen Stromausfall wird ihre Stimme jedoch nicht gewertet.

Kein groes Drama, lgen die Kandidaten nicht mit ihren Stimmen gleichauf. Buds Stimme wird den Ausgang der Wahl entscheiden. Was folgt ist eine regelrechte Hatz der Parteien, die den "Swing Voter", also den unabhngigen Whler, auf ihre Seite ziehen wollen. Manipulation, Bestechung, Kumpelgehabe und politische Rnkespiele sind die Folge.

Regisseur und Drehbuchautor Joshua Michael Stern will hier mit zu vielen Bllen gleichzeitig jonglieren. In dem Bestreben, auf zu vielen Ebenen Ernst genommen zu werden, schneidet sich der US-amerikanische Film dabei aber ins eigene Bein. Swing Vote - Die beste Wahl will hauptschlich humvorvoll sein, dabei aber ein realistisches und durchaus interessantes Gedankenspiel verfolgen. Der vergngliche Teil gelingt dabei nur bedingt. Costner gibt sich alle Mhe, tapst aber unbeholfen durch die Szenen. Die Rolle des dmmlichen Verlierers will ihm nicht so recht gelingen. Viel zu oft flchtet er sich in ein zhneblitzendes Lachen und beweist damit, dass der schauspielerische Anspruch in Komdien immer wieder unterschtzt wird.
Swing Vote - Die beste Wahl
(Swing Vote), USA 2008

Verleih: Splendid
Genre: Politische Komdie
Filmlaufzeit: 115 min
Regie: Joshua Michael Stern
Darsteller: Kevin Costner, Madeline Carroll,
Kelsey Grammer, Stanley Tucci, Dennis Hopper,
Nathan Lane
DVD-Verffentlichtung: 27.02.2009


Darunter leidet in der Folge der serise Teil des Films. Der Trubel, der in der Kleinstadt ausbricht, die Medien, das Buhlen der Kandidaten, das flexible Anpassen der Wahlprogramme all dies kann bengstigend realistisch sein, zeigt es doch auf, wie substanzlos und willkrlich doch eigentlich Wahlkmpfe sind. Wenn dann am Ende auch noch ein Familiendrama hineinspielt, das jegliche Klischees bedient, ist der gute Wille endgltig berstrapaziert.

Swing Vote - Die Beste Wahl ist ein Film, der zwar durchweg politisch neutral bleibt, der es dann aber nicht lassen kann, zu moralisieren. Zum Ende werden obligatorisch Selbsterkenntnis und funktionierende Familienstrukturen aus dem Geschichtenkoffer gezogen. Mit banalem Humor und Schauspielern, die sich in ihren Rollen offenbar selbst nicht ganz ernst nehmen knnen, vermag dieser Stimmungswandel nicht zu berzeugen.

So gehen die mit Dennis Hopper, Stanley Tucci und Nathan Lane hochkartig besetzten Nebenrollen farblos unter. Wie kann es auch anders sein, bei einem Prsidenten (Kelsey Grammer), der sich mehr Sorgen um die Farbnuance seiner Zhne macht als um das Wohl des Landes. Schade, dass Joshua Michael Stern bei diesem Thema nicht mit ein bisschen mehr Zynismus gearbeitet hat. Nicht so viel Trotteligkeit, dafr mehr Satire. Mit weniger Rhrseligkeit kommt da Barry Levinsons Wag the Dog aus.

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