Campus-Web Bewertung: 3,5/5
   
Anfangs sind es nur breite, geschwungene Linien auf einem riesigen Hgel in England. Kalkwei stechen sie aus der Landschaft hervor. Aus der Luft betrachtet ergibt sich das Bild eines weien Pferdes. Es beschreibt die Sage des Mondschimmels, der einst Knig Artus zu seinen legedendren Schlachten gefhrt haben soll. Der Archologe Purwell (James Green) macht sich mit seinen Kindern Diana (Sarah Sutton) und Paul (David Pullan) auf den Weg zum Gehft Coleshill Hall, um das Geheimnis des sagenumwobenen Pferdes zu lften. Bereits auf der Kutschfahrt zum Anwesen bemerkt Diana den Mondschimmel. Das Verrckte an der Sache: Sie ist blind. Die Reise wirft gleich zu Anfang viele Fragen auf und anstatt Klarheit zu schaffen, verdichtet sich das Netz, in dem Diana eine wichtige und gefhrliche Rolle zu spielen scheint...

Dorothea Brooking (Regie) schuf mit Der Mondschimmel (Erstausstrahlung 1980) eine Mini-Serie mit Liebe zum Detail, die eine gute Balance von netter Unterhaltung, Dokumentation des Englands im 19. Jahrhundert und einem spannenden Krimi schafft. Die Geschichte um den Mondschimmel, den Sir George Mortenhurze, der Inhaber von Coleshill Hall, und sein Stalljunge Todman unbedingt fangen wollen, bleibt bis zum Ende spannend. Viele Charaktere sind in die Angelegenheit vertsrickt, freiwillig oder unfreiwillig, visionre Elemente geben der Serie ihren Hauch von Mystik. Die Darsteller spielen nuanciert, weisen unterschiedlichste Charaktereigenschaften auf und machen die Serie sehens- und liebenswert. Besonders hervorzuheben sind dabei Sarah Sutton, David Pullan sowie Caroline Goodall (Estelle), die mit Abstand die jngsten Schauspieler sind und sehr erfrischend agieren.
Der Mondschimmel
(The Moon Stallion), GB 1978

Verleih: Polyband/Toppic Video
Genre: Mystery-Serie
Gesamtlaufzeit: 141 min
Regie: Dorothea Brooking
Darsteller: Sarah Sutton, James Green,
Caroline Goodall, David Pullan
DVD-Verffentlichung: 30.01.2009


Wie fr eine BBC-Produktion blich, lebt die Serie von bombastischen Landschaftsaufnahmen, die nicht nur England- und Pferdeliebhabern die Sprache verschlagen. Die mit sanfter Musik untermalten Szenen muss man einfach lieben und auf sich wirken lassen. Hinzu kommt britischer Schick des 19. Jahrhunderts. Wem es mglich ist, sollte sich die Folgen in englischer Originalsprache anschauen, denn britischer Akzent und hfliche Aussprache geben dem Mondschimmel den edlen Schliff, der die Produktion abrundet.

Die Mini-Serie basiert auf der Buchvorlage Mythen und Legenden Grobritanniens von Brian Hayles, denn das mysterise weie Pferd gibt es tatschlich. Das "Uffington White Horse" befindet sich auf der Seite des White Horse Hill in Oxfordshire und gilt als das lteste Scharrbild Englands. Entstehung und Bedeutung des Bildes sind umstritten, doch es wird den angelschsischen Invasoren zugeschrieben, die im 5. Jahrhundert Britannien eroberten. Seit dem 12. Jahrhundert gehrt es offiziell zu den "Wundern von England".

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