Campus-Web Bewertung: 1/5
   
Der Bruder von Eric Carson, einem Preisboxer, ist spurlos verschwunden. Also macht sich Eric mit zwei Freundinnen auf die Suche und landet schlielich in Dr. Moreaus "Haus des Schmerzes". Der besagte Doktor betreibt dort ein Labor, in dem er Halbwesen erschafft, die halb Mensch, halb Tier sind. Eric und seine Begleiterinnen werden von Dr. Moreaus Kreaturen gefangen genommen und vom Doc als Versuchstiere missbraucht.

Dr. Moreaus Haus des Schmerzes basiert auf H.G. Wells phantastischem Roman Die Insel des Dr. Moreau von 1896 und wurde bereits mehrmals verfilmt: 1932 erschien die erste Filmadaption Die Insel der verlorenen Seelen mit Charles Laughton in der Hauptrolle und Ur-Dracula Bela Lugosi in einer Nebenrolle als Affenmensch. In Die Insel des Dr. Moreaus von 1977 durfte sich Burt Lancaster an der Rolle des "Mad Scientists" versuchen und 1996 war es Marlon Brandos Aufgabe, in DNA - Experiment des Wahnsinns den Doc verkrpern. Bei den bisherigen Filmen um Dr. Moreau handelt es sich um Qualittsfilme, jetzt (bzw. 2004) liefert Charles Band mit Dr. Moreaus Haus des Schmerzes die Trashvariante der bekannten Geschichte ab.
Dr. Moreaus Haus des Schmerzes (Dr. Moreaus House of Pain), USA 2007
Verleih: Sunfilm Home Entertainment
Genre: Horror
Filmlaufzeit: 80 min
Regie: Charles Band
Darsteller: Jacob Witkin, Debra Meyer,
B.J. Smith
DVD-Verffentlichung: 14.11.2008


Zu Beginn wei der Film noch einigermaen zu unterhalten: Das Setdesign ist fr eine solche Billigproduktion erstaunlich stimmig, die surreale Ausleuchtung kann man schon fast als "argentoesk" bezeichnen und der erste "gorige" Mord (Faustschlag durch den Kopf) lsst auf mehr hoffen. Doch nach wenigen Minuten ist die Luft auch schon wieder raus - nachdem Eric und seine Begleiterinnen in Dr. Moreaus Gefangenschaft geraten, verliert sich der Film in pseudo-tiefgngigen und langweiligen Dialogen. berzeugend ist, vom ersten Mord abgesehen, wenig an diesem Film: Die Schauspieler sind schlecht, die Masken der moreauschen Halbmenschen sind lachhaft, der Drehbuchautor hat anscheinend noch nie etwas von "Spannungsaufbau" gehrt, Effekte sucht man fast vergeblich und trotz der geringen Laufzeit von gerade mal 72 Minuten zieht sich der Film extrem in die Lnge. Technisch ist er zwar auf der Hhe der Zeit, optisch teilweise sogar relativ ansprechend, die angesprochenen Mngel und seine Blutarmut lassen Dr. Moreaus Haus des Schmerzes trotzdem totalen Schiffsbruch erleiden.

Regisseur Charles Band ist ein alter Hase im Horror-Business, der mit Trancers, Blood Dolls oder Killerparasit bereits bewiesen hat, dass er fhig ist, zumindest annehmbaren Genredurchschnitt zu produzieren. Von seinem "Dr. Moreau"-Remake von 2004 ist allerdings abzuraten und Trashfans greifen wahrscheinlich lieber direkt zu Bands Evil Bong (mit Tommy Chong), der in Deutschland noch immer auf seine Verffentlichung warten lsst. Dr. Moreaus Haus des Schmerzes erscheint in Deutschland auf DVD ohne nennenswerte Extras.

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