Campus-Web Bewertung: 1/5
   
Die Unruhen im Pariser Ghetto nutzt eine fnfkpfige Bande, um einen Raubberfall zu begehen. Sie knnen zwar das Geld erbeuten, allerdings werden die Ruber von der Polizei berrascht. Bei der Verfolgungsjagd verlieren ein Bandenmitglied und ein Polizist das Leben. Die brigen vier teilen sich in Paare auf und verabreden, sich nahe der belgischen Grenze wieder zutreffen, um von dort nach Holland zu flchten. Doch zum Pech der Flchtigen wird die Pension, in der sie im Grenzgebiet Unterschlupf finden, von kannibalischen Nazi-Hinterwldlern betrieben, die reinrassige Menschen als Samenspender und Geburtsmaschinen missbrauchen.

Seit Jahren kommen die besten Horrorfilme aus Asien und Europa, nach Alexandre Ajas internationalem Erfolgsfilm High Tension scheint man speziell in Frankreich Blut geleckt zu haben und in letzter Zeit erschienen von dort uerst interessante Genrevertreter, wie z.B. Inside, Martyrs oder eben der vorliegende Backwood-Terrorfilm Frontier(s).

Im Grunde prsentiert "Hitman"-Regisseur Xavier Gens seinem Publikum blo die typische Standardstory um junge urbane Menschen, die in die Fnge von Hinterwldlern gelangen und dort diverse Martyrien zu erleiden haben. Das ist seit The Texas Chainsaw Massacre nun wirklich keine neue Geschichte mehr. Trotzdem hat Xavier Gens mit diesem Film eine sehenswerte Adaption des klassischen Stoffes abgeliefert, die zwar nicht durch narrative Innovationen glnzt, dafr aber einen stimmigen Look, gute Schauspieler und eine breite Palette an deftigen Goreszenen offeriert. Man knnte Gens zwar einerseits vorwerfen, alte Feindbilder aufrecht zu erhalten, indem er mal wieder die bsen Deutschen als Ewiggestrige zeigt, andererseits sind Nazis objektiv tatschlich sehr geeignet, um Angst und Schrecken zu verbreiten, was einem Horrorfilm grundstzlich doch eher zutrglich ist und deshalb in Ordnung geht. Neben der Nazithematik wissen vor allem die Gewaltszenen zu schockieren bzw. zu unterhalten: Fast alle Beteiligten verlieren uerst blutig und effektreich ihr Leben und Splatterfans kommen voll auf ihre Kosten - allerdings nicht die deutschen!
Frontier(s) (Frontire(s)), Frankreich, Schweiz 2007
Verleih: Sunfilm Entertainment
Genre: Action
Filmlaufzeit: 96 min
Regie: Xavier Gens
Darsteller: Samuel Le Bihan, Karina Testa,
Aurlien Wiik, Patrick Ligardes, David Saracino
DVD-Verffentlichung: 24.10.2008


Die vorliegende FSK18-Fassung des Films, auf die sich diese Rezension ausdrcklich bezieht (siehe Bewertung), wurde um satte 8 Minuten (!) an Splatter erleichtert, ist fr Fans daher absolut unbrauchbar und auch die Handlung ist durch die vielen Zensur-Eingriffe nicht mehr nachvollziehbar. Auch die JK-geprfte Verleihfassung ist alles andere als vollstndig und im Vergleich zur ungeschnittenen Fassung fehlen noch immer rund drei Minuten. ber eine solche Verffentlichungspolitik und die typisch deutsche Bevormundung Erwachsener freuen sich letztendlich nur Videopiraten und auf eine deutschsprachige, ungeschnittene Bootleg-Verffentlichung wird man bestimmt nicht allzu lange warten mssen.

Die FSK18-DVD erscheint als "Special Edition" und erhlt als Extras ein Making Of - Feature, Deleted Scenes, Einblicke ins Storyboard, den Audiokommentar des Regisseurs und eine Fotogalerie. Absurderweise sind im Making Of diverse Szenen zu begutachten, die selbst in der JK-Fassung der Zensur weichen mussten, wie z.B. eine Szene, in der einer der Nazis in eine rotierende Kreissge gestoen wird.

Frontier(s) ist ein sehr guter Terrorfilm in der Tradition der jngsten franzsischen Genrebeitrge, der alle Fans des Horrorgenres begeistern wrde, wenn man ihnen die Chance geben wrde, ihn komplett sehen zu drfen. Armes Deutschland.

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