Campus-Web Bewertung: 3,5/5
   
 

   
 

   
"Ich spiele bald fr Chicago."
- "Wann gehts los?"
"Morgen."
- "Wir spielen Sonntag gegen Chicago."
"Ich wei."
- "Da werden wir dich wohl schlagen mssen."
"Nicht sehr wahrscheinlich."

Und damit trennen sich die Wege von Jimmy "Dodge" Connelly und Carter Rutherford, die sich zuvor noch auf den abgeschiedenen Bahngleisen geprgelt haben. Wie zwei kleine Jungs. Und worum ging es da? Natrlich um Sport. Genauer gesagt um Football. Und natrlich um eine Frau. Genauer gesagt um die toughe Reporterin Lexie Littleton. Und wie geht dieser Kampf aus? Sportlich unfair. Menschlich allerdings wohl fr alle Beteiligten zufrieden stellend.

George Clooney wollte nach einer ganzen Reihe politischer Filme mal etwas Spa am Set haben. Nach Gestndnisse - Confessions of a dangerous mind und Good night and goog luck sitzt er nun zum dritten Mal im Regiestuhl dachte sich kurzerhand selbst eine flotte Sportgeschichte aus. Natrlich mit ihm selbst in einer Hauptrolle. College Football gegen Profi Football, das Ganze dramatisch verpackt in die swingende Zeit der 1920er. Dazu holte er sich Ren Zellweger als toughe Journalistin Lexie Littleton im knappen roten Rckchen ins Boot, die mit smarter Blondie-Fhnwelle den Mnnern den Kopf verdreht. Fotos der Dreharbeiten im veralteten Sepia-Look lassen die Geschichte authentisch wirken, gaukeln dem Zuschauer Dokumentationen aus den Anfngen des Footballs vor. Die Musik der 1920er, allen voran der Charleston, kreieren eine lockerleichte Atmosphre und versprechen das, was der Film hlt: Eine romantische Komdie.

Man schaut Sport im Anzug und mit Zylinder. Der College Football spielt 1925 in geringelten Pullverchen und der Erfolg trgt den Namen Carter Rutherford und die Nummer 15. John Krasinski in der Rolle des aufstrebenden Football-Stars, der auf dem Unigelnde vor 40.000 Zuschauern seine Paraden luft, wird schlielich dazu auserkoren, die Loser des "Duluth"-Teams zu retten. Die spielen in der Profi-Footballmannschaft, angefhrt von Connelly (George Clooney), allerdings nur vor rund 15 Zuschauern. Und dann ist das Team pleite. Und Rutherford die strahlende Rettung. Es beginnt der Einzug des Profi-Footballs ins Showbusiness, denn Rutherford ist ein Star. Und wo er ist, sind Journalisten und Fotografen nicht weit.
Leatherheads (Ein verlockendes Spiel), USA 2008
Verleih: Universal Pictures Home Entertainment
Genre: Romantische Komdie
Filmlaufzeit: 109 min
Regie: George Clooney
Darsteller: George Clooney, Rene Zellweger
John Krasinski, Jonathan Pryce
DVD-Verffentlichtung: 09.10.2008


Doch es ist etwas faul mit dem guten Rutherford. Er wird als Kriegsheld gefeiert, "Everybodys Darling". Angeblich hat er deutsche Soldaten im ersten Weltkrieg vollkommen allein zur Kapitulation gebracht. Doch die Geschichte stinkt und Lexie Littleton wird auf den smarten Helden angesetzt. Dumm nur, dass ihren Plan Connelly und auch der Manager des Stars, C. C. Frazier (Johnathan Pryce), mitbekommen. Und ziemlich dumm, dass die kleine Littleton dem gutaussehenden Rutherford mehr Zuneigung schenkt, als sie soll. Auch Rutherford findet gefallen an der Blondine und schon plaudert er vertrauensvoll aus dem Nhkstchen

Die Geschichte droht aus dem Ruder zu laufen und der sonstige Anti-Alkoholiker betrinkt sich, um sich anschlieend mit Connelly auf den Bahngleisen zu prgeln. Der hat nmlich in der Zwischenzeit die gute Lexie geksst und blderweise hat der das auch noch gefallen. Das vorzeitige Ende vom Lied ist nun, dass Rutherford das "Duluth"-Team verlsst und bei Chicago unterschreibt. Und am nchsten Tag tritt der ehemalige Freund seiner ehemaligen Mannschaft als neuer Feind gegenber. Es gibt eine Schlammschlacht sondergleichen und obwohl in der Zwischenzeit lstige Regeln eingefhrt wurden, trickst sich Connelly kurz vor der Entscheidung durch das Spiel und eine kalte Wasserdusche bringt in der Schlusekunde die Klrung. Und am Ende ist es so, wie es immer ist: Es gibt strahlende Sieger, traurige Verlierer und eine Hochzeit.

Clooney liefert mit Ein verlockendes Spiel leichte Unterhaltung, die bei allen Klischees trotzdem nicht berladen wirkt. Kurze, spritzige Dialoge bestimmen die Handlung, das Zusammenspiel der Schauspieler funktioniert blendend. Und auch Clooneys Verfilmung hat eine "Moral". "Wie du mir, so ich dir" knnte sie lauten. Oder auch "Der Strkere gewinnt." Eins steht auf jeden Fall fest: Mit diesem Film hat Clooney sicher gewonnen.

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