Campus-Web Bewertung: 2/5
   
Manfred von Richthofen war einer der groen Helden des Ersten Weltkriegs, um den sich bis heute zahlreiche Legenden ranken. Markenzeichen war seine leuchtend rot lackierte Maschine, wodurch er schon von weitem auch fr Feinde gut erkennbar war, von denen er gleichermaen gefrchtet und bewundert wurde. Regisseur Nikolai Mllerschn, der auch das Drehbuch verfasste, erzhlt diese Geschichte neu und fhrt dabei jede Menge Spezialeffekte und ein internationales Starensemble auf, um der alten Legende einen neuen Anstrich zu verpassen.

Freiherr Manfred von Richthofen trumt schon als Kind davon, durch die Lfte zu fliegen und die Welt von oben zu entdecken. Sein Traum wird bald wahr. Bereits im zarten Alter von 24 Jahren riskiert er whrend des Ersten Weltkriegs in waghalsigen Manvern sein Leben, um das Vaterland zu verteidigen. Schnell ist er der beste Jagdflieger seines Korps, was seinen Vorgesetzten nicht immer willkommen ist. Von Richthofen ist jung, rebellisch und eigenwillig. So lt er es sich nicht nehmen, einem englischen gefallenen Piloten die letzte Ehre zu erweisen und einen Trauerkranz aus der Luft in dessen Grab fallen zu lassen. Fliegen ist sein Leben. Er will zur "Legende, zum Ass der Asse" werden. Und das gelingt ihm in krzester Zeit.

Seinen grten Sieg erreicht er an einer anderen Front: Die Krankenschwester Kte, die ihm immer wieder ber den Weg luft, erobert sein Herz im Sturm, doch hier kommt er mit seiner jugendlichen Unbekmmertheit zunchst nicht weiter. Nach einer Kopfverletzung kmmert Kthe sich aufopferungsvoll um Manfred, entdeckt dabei die ernste und reife Seite des Kindskopfes und verliebt sich letztendlich doch in ihn. Zugleich ffnet sie ihm die Augen ber die Unsinnigkeit des Krieges whrend er nach wie vor nur eines will: Fliegen. Der Verlust seiner Freunde, die einer nach dem anderen dem Krieg in der Luft zum Opfer fallen und sinnlose Metzeleien am Boden lassen ihn an der Richtigkeit seines Weges zweifeln. Dennoch setzt er weiter sein Leben aufs Spiel, um den groen Traum vom Fliegen zu leben.
Der Rote Baron, D 2007
Verleih: Warner Home
Genre: Fliegerdrama
Filmlaufzeiten: 120 min
Regie: Nikolai Mllerschn
Darsteller: Matthias Schweighfer, Lena Headey,
Til Schweiger, Joseph Fiennes, Axel Prahl
DVD-Verffentlichung: 22.08.2008


Das deutsche Kino hat es immer noch schwer, sich gegen die bermacht der Hollywoodfilme durchzusetzen. Dabei gab es in den vergangenen Jahren einige bemerkenswerte und auch erfolgreiche Produktionen aus deutschen Landen, wie das zuletzt mit dem Oscar prmierte Drama Das Leben der anderen oder Til Schweigers Kassenschlager Keinohrhasen. Sicher haben deutsche Produktionen nicht annhernd das Budget einer Hollywood-Produktion zur Verfgung, doch teuer ist noch kein Garant fr Qualitt, was leider auch auf Der Rote Baron zutrifft. Als einer der "aufwndigsten und teuersten deutschen Filmproduktionen" wird er angepriesen und die spektakulren Actionsequenzen sind durchaus sehenswert. Die Flugmanver sind schn choreographiert und technisch perfekt in Szene gesetzt. Was dem Film fehlt, ist die Seele. Die Handlung will nicht so richtig in Fahrt kommen und dmpelt die meiste Zeit so vor sich hin. Weder die Liebesgeschichte zwischen von Richthofen und der Krankenschwester Kte vermgen so richtig mitzureien noch die Duelle in der Luft.

Nachwuchstalent Matthias Schweighfer, der hier seine bislang wohl grte Rolle spielt, kann seine Schauspielkunst nicht wirklich entfalten und bleibt seltsam blass. Die Leidenschaft zwischen ihm und Schauspielkollegin Lena Headey mag man ihnen nicht so recht abnehmen. Wenn sie zunchst Walzer vor der Herrentoilette tanzen, dabei locker flirten und Kthe direkt danach die moralische Keule schwingt, indem sie ihm vorwurfsvoll die Schrecken des Krieges in einem Lazarett vor Augen fhrt, wirkt das nur wenig glaubhaft und oberflchlich. Die Dialoge bleiben platt und hlzern, hufig mit einer gehrigen Portion Pathos berladen.

Der Rote Baron scheint sich nicht so recht zwischen Fliegerepos und Romanze entscheiden zu wollen. Zu blass bleiben die Nebenfiguren, zu unausgegoren die Dramaturgie, sodass kaum spannende oder wirklich emotionale Momente entstehen. Schade, die Geschichte und die Besetzung htten Besseres verdient.

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