Campus-Web Bewertung: 3,5/5
   
 

   
 

   
Was ist die logische Konsequenz, wenn der Knig Englands, Henry VIII. (Eric Bana) keinen mnnlichen Nachkommen von seiner Gattin geschenkt bekommt? Er braucht natrlich eine Mtresse. Davon erfhrt der Vater der ungleichen Schwestern Mary (Scarlett Johansson) und Anne Boleyn (Natalie Portman) und wittert seine Chance, um die Stellung seiner Familie am Hofe zu verbessern. Eine Entscheidung ist schnell gefallen: die lebhafte und schlagfertige Anne soll den Knig fr sich gewinnen. Der Plan knnte nicht einfacher sein. Als sich Knig Henry VIII. aber der unschuldigen und verheirateten Mary gegenbersieht, nimmt er sie statt dessen an seinen Hof. Fortan kmpfen die beiden Schwestern um die Gunst des Knigs, die eine aus Liebe, die andere aus Eifersucht. Dabei bleiben sie jedoch immer ein Spielball in den Hnden der Mnner.

Die Schwester der Knigin (basierend auf dem Roman von Philippa Gregory) erzhlt die Herkunftsgeschichte von Knigin Elizabeth, deren Leben und Wirken im Jahr 2007 ebenfalls von Regisseur Justin Chadwick und mit Cate Blanchett in der Hauptrolle verfilmt wurde. Dabei orientiert sich der Film grtenteils an realen Begebenheiten. Es ist ein Film, der zeigt, wie schnell Freundschaft und ehrliche Gefhle in Missgunst und Neid umschlagen knnen. Scarlett Johansson und Natalie Portman spielen sich dabei gegenseitig an die Wand. Vor allem Johansson, von der man eher unkonventionelle Frauenportrts gewohnt ist, berzeugt als scheue Mary. Auch der Bruder George, gespielt von Jim Sturgess, der sich zuletzt durch Across the Universe sang, berhrt vor allem in der zweiten Hlfte des Filmes mit seinem zurckhaltenden Spiel.
Die Schwester der Knigin (The Other Boleyn Girl), USA 2008
Verleih: Universal Pictures Home
Genre: Historiendrama
Filmlaufzeit: 110 min
Regie: Justin Chadwick
Darsteller: Natalie Portman, Scarlett Johansson,
Eric Bana, Jim Sturgess, Mark Rylance,
Kristin Scott Thomas
DVD-Verffentlichung: 10.07.2008


Eine weitere und nicht zu unterschtzende Hauptrolle spielt natrlich der knigliche Hof: das heit Prunk, Glanz und edle Gewnder. Alles hat Historienspezialist Justin Chadwick bedacht, bis hin zu den imposanten Landschaftsaufnahmen. Mit einfacheren Mitteln hingegen werden die Emotionen widergespiegelt: warme Farben dominieren zu Beginn, khle Tne geben den Ausklang. Das wre zwar nicht unbedingt ntig gewesen, sieht man doch alles im Spiel der Darsteller, hat aber einen schnen Schauwert.

Auffllig und fr eine derartige Produktion recht ungewhnlich ist die Kamerafhrung, bei der sich die Kamera die meiste Zeit in eine Beobachterrolle zurckzieht. In einer Szene schleicht sich die Kamera hinter einer Wand hervor, tastet sich an die Schauspieler heran und verschwindet in einer anderen Szene genauso unauffllig hinter der nchsten Tr. Leider luft der Film dadurch Gefahr, dass der Zuschauer nicht nur die Szene aus dem Blick verliert, sondern den Bezug zum Film gleichermaen. Zu distanziert und zu poliert wirkt er, das Einfhlen in die Protagonisten fllt stellenweise trotz brilliantem Schauspiel etwas schwer - zumal das historische Drama auch bei der zugegebenermaen ereignisreichen Geschichte Englands schon etwas ausgeschpft ist.

Nichtsdestotrotz ist Die Schwester der Knigin ein sehenswerter Film. Aufschlussreich insbesondere als Ergnzung zu Elizabeth und fr alle anderen ein Hochglanz-Kostm-Drama mit fantastischen Schauspielern und wunderschnen Bildern.

Artikel drucken