Campus-Web Bewertung: 1/5
   
 

   
 

   
Liebe Filmschaffende, seht es doch endlich ein: Eine tote Kuh kann man nicht melken, und einen toten Skorpion schon gar nicht. Schon in Die Mumie kehrt zurck, dem zweiten Teil der erfolgreichen Untoten-Reihe, deren dritte Verfilmung jetzt in den Kinos luft (campus-web berichtete), war der Auftritt des krude animierten Skorpionknigs (Dwayne "The Rock" Johnson) der absolute Tiefpunkt des ansonsten erfreulich guten Blockbusters. Dennoch reichte es anscheinend, um einen Spin-Off zu drehen, in dem der Ex-Wrestler Johnson sogar die Hauptrolle spielen durfte und fast so viel Text hatte wie zu seiner Zeit im Ring. Doch die Geschichte um die frhen Abenteuer des akkadischen Kriegers, die Regisseur Russel Mulcahy (Highlander, Resident Evil: Extinction) als reine DVD-Produktion anlegte, war wohl selbst dem "Rock" nicht intelligent genug. Und wer knnte ihm dies verbeln.

Scorpion King: Aufstieg eines Kriegers entspricht von der Struktur her einer Folge der Hercules-Fernsehserie mit Kevin Sorbo nur noch schlechter. Der junge Mathayus (Michael Copon) wird Zeuge, wie sein Vater von dem bsen Sargon (Randy Couture) mit Hilfe von dunkler Magie ermordet wird (eine Entfhrung, wie die Pressemitteilung Glauben machen will, kommt im Film brigens nicht vor). Mathayus schliet sich dem Orden der Schwarzen Skorpione an und verwandelt sich dank einer harten Ausbildung, die innerhalb von wenigen Minuten natrlich detailliert gezeigt werden kann, in eine wahre Kampfmaschine: kein Hirn, jede Menge Muskeln. Das reicht aber noch immer nicht, um Sargon zu vernichten, und so begibt sich Mathayus mit Hilfe seiner Jugendfreundin Layla (Karen Shenaz David), dem griechischen Autoren Aristophanes von Naxos (einziger Lichtblick: Simon Quarterman) und dem Gefangenen Fong (Tom Wu) in die Unterwelt, um das magische Damoklesschwert zu holen.
Scorpion King Aufstieg eines Kriegers (The Scorpion King: Rise of a Warrior), USA 2008
Verleih: Universal Pictures Home
Genre: Action
Filmlaufzeit: 104 min
Regie: Russell Mulcahy
Darsteller: Michael Copon, Randy Couture,
Karen David, Clodagh Quinlan,
Simon Quarterman
DVD-Verffentlichung: 28.08.2008


Tolle Story und eine diese noch unterbietende Umsetzung. Es gibt kaum Dummheiten, die Mulcahy und Drehbuchautor Stephen Sommers nicht verbrochen htten. Die Kriegermaid Layla ("Ich kann genauso gut kmpfen wie ein Mann!" chz! Mehr Klischees gabs nicht mehr.) ist insbesondere in ihrem Zickenkampf mit der Gttin Astarte einfach nur nervig, doch ist das noch harmlos im Vergleich zu den beiden Hauptfiguren. Michael Copon und Randy Couture stottern durch ihre Textpassagen, als wrden sie von einem Teleprompter ablesen (was sie wahrscheinlich sogar tun) und agieren dermaen unbeholfen, dass man sich wundert, wie sie gleichzeitig sprechen und gehen knnen, ohne ber ihre eigenen Fe zu stolpern. Und als wre das noch nicht schlimm genug, sind die von Universal grospurig angekndigten "spektakulren Spezialeffekte" so billig, als htten sie Uwe Boll in der Mottenkiste der 80er-Jahre-Mythenverfilmungen kramen lassen. Vor allem der Minotaurus und natrlich der Riesenskorpion sind einfach nur schlecht.

Selbst Liebhaber des Fantasy-Genres werden mit Scorpion King: Aufstieg eines Kriegers keine Freude haben, ebenso wenig wie Kampfsport-Fans. Die entsprechenden Szenen sind mde choreographiert und nur durch ein paar inzwischen allgegenwrtige Matrix-Moves aufgepeppt. Vor allem von dem ehemaligen Ultimate-Fighting-Mann Randy Couture htte man etwas mehr erwarten knnen, wenn er schon keine zwei Zeilen auf die Reihe kriegt, die zumindest ansatzweise nach Schauspielerei klingen. Aber nein, er ringt nur mit ein paar anderen Langeweilern in Tango-Haltung durch den Raum. Ghn!

Wer schon den ersten Scorpion King schlecht fand, hat wahrscheinlich noch nicht mal bis zu diesem unrhmlichen Schluss gelesen. All denen, die durchgehalten haben ein Kauf lohnt sich nicht. Echt nicht.

Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen will, kann sich den Trailer ansehen.

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