DVD-Kritik: Heißer Anwärter auf die Top5!

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 Campus-Web Bewertung: 0,5/5
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Allerdings die Top5 der niveaulosesten Filme, die jemals produziert wurden. Denn „Zombie Self Defense Force“ ist einfach nur schlecht. So schlecht, man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Aber vielleicht erstmal zur Story des „ultragorgigen und enorm witzigen Splattercomedy-Spektakels aus Japan“. Allein die stellt alles bisher Gewesene in den Schatten: Irgendwo in Japan stürzt ein Ufo ab. Eine seltsame Strahlung geht vom Wrack aus und erweckt die Toten wieder zum Leben. Glücklicherweise tummeln sich in einem nahe gelegenen Wald auch schon die potenziellen Opfer der heißhungrigen Zombies: ein paar Touristen, eine angehende Pop-Sängerin – die freizügige Aufnahmen macht – und ein Spezialeinsatzkommando der Armee.
Der Rest ist altbekannt: Einer nach dem anderen wird angeknabbert, eine kleine Gruppe Überlebender rettet sich in ein Haus und versucht sich zu wehren bzw. zu retten. Was natürlich nicht klappt. Einzig Yuri, ein weibliches Mitglied der Spezialeinheit, kommt davon. Weil – aufgepasst! – sie ein hoch entwickelter Kampf-Cyborg ist. Nur sie kann Japan vor den Zombies retten. Doch bevor sie das tun kann, müssen natürlich erst alle anderen draufgehen. Schließlich haben wir es hier mit einem Splatter-Film zu tun. Das heißt, es wird exzessiv gemordet - das Blut spritzt wie wild, die Zombies fressen aber auch wirklich jeden auf und machen sich genüsslich über die Gedärme ihrer Opfer her. Arme werden abgerissen, Köpfe fliegen und Gehirnmasse quillt (wer sich das Making of ansieht, erfährt, dass es sich bei der Gehirnmasse um Fischlaich handelt!).
Aber kommen wir zu den „wenigen“ Unstimmigkeiten des Films: Die Aufnahmen erinnern an die familiären Privatvideos aus dem Kottenforst, die Qualität der Soundeffekte ist unter aller Sau, die Maske ist dürftig und über die Schauspieler soll erst gar nicht geredet werden. Dazu kommen Spezialeffekte, die höchstwahrscheinlich mit einem C64 gemacht wurden. Kurzum, „Zombie Self Defense Force“ ist ein cineastischer Tiefschlag. Oder haben wir den Film einfach nicht verstanden? Angepriesen wird er, wie gesagt, als Splatter-Komödie, die sämtliche Klischees des Zombie-Genre auf die Schippe nimmt. Das stimmt auch so weit, aber leider bewegt sich Regisseur Naoyuki Tomomatsu dabei auf dem Niveau eines Schülerfilms.
Der eine oder andere wittert vielleicht jetzt ein Trash-Meisterwerk - jeder Mensch mit halbwegs normalem Filmgeschmack wird jedoch diese 80 Minuten seines Lebens vom Regisseur zurückverlangen wollen. Denn das Problem ist, dass die Verpackung dem Käufer mit einem dicken Schriftzug glauben machen will, dass „Zombie Self Defense Force“ auf ähnlich hohem Niveau wie „Shaun of the Dead“ daherkommt. Das Wort „Trash“ ist hingegen nirgendwo zu finden.
Stattdessen wird dreist behauptet: „Wild, schrill und zwerchfellerschütternd prasselt die Action, die Gags und die Leichenteile auf den Zuschauer nieder und sorgen für ein hervorragendes Partyspektakel der blutigen Sorte.“ Was natürlich – mal abgesehen von den Leichenteilen – absoluter Humbug ist. Obwohl, zu lachen gibt es hin und wieder schon etwas: Jedoch aus Verzweiflung ob der unverschämt schlechten Effekte und Handlung. Da wäre zum Beispiel ein Zombie-Embryo, der mitsamt seiner Nebelschnur durch die Räume saust. Oder aber ein niedlicher Alien, der dem UFO-Wrack entschwebt und verkündet, er komme in Frieden. Leider stört das Yuri, die aufgrund der viehischen Zombies in Rage geraten ist, wenig: Sie schlägt dem kleinen Außerirdischen kurzerhand den Schädel entzwei. Woraufhin dieser sich – während mal wieder das Blut reichlich spritzt – mit den bedeutungsschwangeren Worten „So eine Scheiße!“ verabschiedet. Und das alles, obwohl er zuvor Yuri (und der Menschheit) ausdrücklich Friede, Freude und Eierkuchen angeboten hatte.
Wer weiß, vielleicht werden sich Trash-Fans mit leuchtenden Augen an „Zombie Self Defense Force“ begeistern. Alle anderen seien aber gewarnt, denn diesen Film als beste Horror-Komödie seit „Shaun of the Dead“ zu bezeichnen ist schlichtweg Etikettenschwindel.