Nicht immer halten Filme das, was ihr Titel verspricht. Bei "Mein Leben als Zucchini" denkt manch einer vielleicht an den Lebenszyklus des grnen Krbisgewchses. Doch weit gefehlt. Der franzsische Animationsfilm von Claude Barras hat nicht das Geringste mit der titelgebenden Pflanze zu tun. Stattdessen erzhlt der Oscar-nominierte Film auf berhrende Weise aus dem Leben von Heimkindern.

Aus dem Leben einer Zucchini

Mein Leben als Zucchini
Verleih: Polyband Medien GmbH
Genre: Drama
Darsteller/Stimmen (Original): Gaspard Schlatter, Sixtine Murat, Paulin Jaccoud
Regie: Claude Barras
Filmlaufzeit: 66 Min.
Der Kurzfilm handelt von dem neunjhrigen Icare, der von seiner Mutter nur Zucchini genannt wird. Er hat groe, traurige Kulleraugen und malt die Wnde seines tristen grauen Zimmers mit bunten Bildern voll. Die Mutter trinkt zu viel und pbelt den ganzen Tag den Fernseher an. Der Vater ist mit einem "jungen Huhn" abgehauen, wie die Mutter ihm erzhlt. Deswegen malt Zucchini seinen Vater als Superhelden mit einem Huhn. Er sammelt die unzhligen Bierdosen im Haus auf und baut daraus Pyramiden. Er lebt in seiner eigenen kleinen Welt. Nachdem die Mutter bei einem Unfall stirbt, bringt ein Polizist den Jungen in ein Kinderheim. Dort trifft Zucchini auf den vorlauten Simon, der den Anfhrer spielt. Simon macht es ihm am Anfang nicht leicht. Doch schnell wachsen die Kinder im Heim zu einer Gemeinschaft zusammen. Besonders mit Camille versteht Zucchini sich gut. Und als Camilles gemeine Tante das Mdchen gegen ihren Willen zu sich holen will, arbeiten die Freunde gemeinsam einen Plan aus, um sie zu retten.

Ein Kinderfilm der anderen Art

Die Animationen in dem Film sind simpel, die Kulissen schlicht. Mit ihren groen, runden Kpfen, den roten Nasen und den dunkel umrandeten Augen sehen die Kinder alle ein wenig krnklich und bermdet aus. Von der einfachen Machart darf der Zuschauer sich jedoch nicht tuschen lassen. "Mein Leben als Zucchini" erzhlt wunderbar humorvoll und zugleich ernst aus dem Leben von Heimkindern. Jedes der Kinder hat sein eigenes Schicksal, ber drogenabhngige Eltern bis zu Missbrauch. Dies wird so geschildert, dass die lteren Zuschauer es verstehen, die jngeren aber nicht verschreckt werden denn freigegeben ist der Film ab 0 Jahren. Es gibt Szenen in diesem Film, die unfassbar traurig machen. So zum Beispiel, als eine Mutter liebevoll ihren Sohn trstet und die Heimkinder mit ihren groen Kulleraugen nur stumm zusehen. Dann muss man wieder Schmunzeln, als die Jungen ber "das mit den Frauen" reden und Simon cool versucht, seine Unwissenheit zu verstecken.

Der Film kein Trauerspiel, im Gegenteil. Kesse Sprche und die kindliche Naivitt der Freunde bringen einen oft zum Lachen. Der Film schafft es, ein ernstes, trauriges Thema kindgerecht zu verpacken, ohne dass sich Erwachsene dabei unterfordert fhlen. Alles in allem ist es ein guter Film ber ein sensibles Thema, der aber vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft.



Artikel drucken