"Wenn ich das gemacht htte, was andere machen, dann htte ich nicht das erreicht, was ich erreicht habe. Und ich habe verdammt viel erreicht."

Harriet Lauler (Shirley Maclaine) berlsst nichts dem Zufall. Warum auch? Denn sie hat klare Vorstellungen wie der Hase laufen soll! Muss sich der Rest der Welt eben ihren Ansprchen anpassen. Der Frisr darf ihr den Stuhl reichen, aber die Haare schneiden, bernimmt Harriet lieber selbst. Nun ist sie nicht mehr die Jngste und beschliet in weiser Voraussicht, auch ihren Nachruf zu planen, bevor sie das Zeitliche segnet. Sie setzt Redakteurin Anne Sherman (Amanda Seyfried) an diese ehrenvolle Aufgabe. Diese sieht sich jedoch vor der ungewhnlichen Situation einen Nachruf ber eine sehr lebendige Besserwisserin zu schreiben. Zudem hat Harriet offensichtlich ihr soziales Umfeld erfolgreich verschmht. Ihre penible Pingeligkeit, die schroffe berheblichkeit und die schlagfertige Rhetorik hindern Anne an ihrer Arbeit. Doch sie wre nicht Journalistin geworden, htte sie kein Gespr fr spannende Lebens-Geschichten

Zu Guter Letzt
Verleih: Tobis Film
Genre: Komdie
Regie: Mark Pellington
Darsteller: Shirley Mac Lane, Amanda Seyfried, Anne Heche, AnnJewel Lee Dixon, Thomas Sadoski
Filmlaufzeit: 108 Minuten
Regisseur Mark Pellington inszeniert das Aufeinandertreffen zweier starker Frauen. Zweier Frauen, die sich einander langsam erst annhern mssen. Und sich erst selbst akzeptieren mssen, um die andere in ihrer vollen Gre zu begreifen. Mit den beiden verhlt es sich wie mit Magneten. Erst stoen sie sich ab und es offenbaren sich scheinbar unberwindbare Spannungen. Doch, wenn man sie ein wenig dreht und verndert, finden sie zusammen. Schlielich treffen sie sich in der Mitte und bilden eine unzertrennbare Einheit.
Hinzukommt ein besonders guter Soundtrack, liebenswerte Hauptfiguren, eine kleine Prise Road-Trip und kluge Lebensweisheiten. Eben alles, was das (Frauen)Herz bei einem gemtlichen DVD-Abend braucht.

Wer hat das letzte Wort?

Shirley Mac Laine liefert sich mit diesem Film selbst eine Hommage. Sie trgt den Film mit ihrem brillanten, facettenreichen Schauspiel. An ihrer Seite liefert Amanda Seyfried eine gewohnt solide Darstellung ab. Sie spielt, hnlich wie in <>Briefe an Julia eine junge Frau, die sich mit feinfhligem Gespr gerne auf Menschensuche begibt. Wie ihre Sophie aus Mamma Mia sucht sie unbeirrt nach der wahren Geschichte.
Angenehmerweise enthlt sich der Streifen blicher Hollywood-Hektik. Der Film nimmt sich Zeit, seine Bilder in Ruhe wirken zu lassen. Auf Harriets herrisches Rumgezicke folgen beispielsweise entschleunigende Kamera-Einstellungen. Dort entfaltet sich die bittere Schnheit dieser Frau. Wir begreifen, welche traurige Aura diese Grand Dame umgibt: pure Einsamkeit.

Vergleicht man den deutschen Filmtitel mit seinem englischen Original lsst sich jeweils ein anderer Schwerpunkt des Films erkennen. Zu guter Letzt betont die Tatsache, dass unsere grummelige Hauptperson schlussendlich doch noch an ihrem glcklichen Lebensabschluss arbeiten kann. Im Leben ist es nie zu spt fr positive nderungen.
The last word hingegen stellt das Wort in den Vordergrund. Tatschlich wird das geschriebene Wort in den Filmbildern inszeniert. Wir schauen Anne beim Schreiben ber die Schulter; wir sehen wie ein Rotweinfleck allmhlich Abstze eines Zeitungsartikels ertrnkt. Genau so wird Papier in Fetzen gerissen. Es geht in dem Film auch um die inhaltliche Zuweisung, die wir am Ende unseres Lebens zugeschrieben bekommen. Harriet bringt das Selbstbewusstsein und den Willen auf, die Sprache mitzugestalten. Harriet wei, wie wichtig der letzte Eindruck ist. Mit Anne bestimmt sie die sprachliche Gestaltung dieses letzten ffentlichen Eindrucks. Bis zu guter Letzt lenkt sie aktiv den fremden Blick auf sich selbst und lsst den Zuschauer liebevoll daran teilhaben.



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