Regisseur Asghar Farhadi ist ein Meister der Beziehungsthriller. Auch The Salesman, der den Oscar fr den besten fremdsprachigen Film gewann, geht in die Richtung und beweist erneut, dass er ein wahrer Knner ist.

Der Film erzhlt die Geschichte von Emad (Shahab Hosseini) und Rana (Taranet Alidoosti). Neben ihrem Haus in Teheran im Iran wird gebaut - und das nicht gerade mit Vorsicht. Es bilden sich Risse und eines Nachts wird Emad von den Nachbarn aus dem Schlaf gerissen. Sie alarmieren ihn, da das Haus droht einzustrzen. Alle knnen in dieser Nacht gerettet werden, das Zuhause dagegen ist nicht mehr bewohnbar. Das Paar zieht in die freie Wohnung eines Bekannten ein. Was sie nicht wissen: die Vormieterin hatte einen zweifelhaften Ruf und hat vermutlich als Prostituierte gearbeitet; auch wenn das im Film nicht explizit erwhnt wird. Das finden sie erst heraus, als Rana im Badezimmer berfallen wird, von jemanden der nicht wusste, dass neue Mieter eingezogen sind. Rana zieht sich nach der Attacke immer mehr zurck, whrend Emad sich auf die Suche nach dem Tter macht. Die einst so glckliche Ehe bekommt - wie das Haus vorher - Risse.

Packender Thriller ohne viel Tamtam

The Salesman
Verleih: Prokino Filmverleih
Genre: Drama
Regie: Asghar Farhadi
Darsteller: Shahab Hosseini, Taraneh Alidoosti, Babak Karimi
Filmlaufzeit: 119 Minuten
Mit "The Salesman" hat Asghar Farhadi einen packenden Thriller erschaffen - und das nicht durch bertriebenes Aufsehen. Whrend es in anderen Filmen dieses Genres viele Actionszenen gibt, kommt The Salesman leiser, aber nicht weniger fesselnd daher. Denn Farhadi ist bei seinen Figuren, er beobachtet sie und nimmt dabei sozusagen die Rolle des Zuschauers ein, der die Figuren wie unter einer Lupe, betrachten kann. So kann der Zuschauer die Konflikte, Emad und Ranas Angespanntheit hautnah mitverfolgen. So sieht er Rana, die nicht mehr alleine in der Wohnung bleiben mchte, aber die Hilfe ihres Mannes nicht einfordern kann und Emad, der auf der anderen Seiten an der Ohnmacht der Hilflosigkeit verzweifelt.

Starkes Zusammenspiel durch Gestik

Der Zuschauer erlebt die verschiedenen Stadien der Ehe mit - beinahe wie in einem Zeitraffer entstehen die Risse, die im Laufe der Geschichte immer grer und tiefer werden. Eine Metapher zum Haus. Unter die Haut geht auch das Schauspiel der beiden Protagonisten. Teilweise mit wenig Worten verstrmen ihre Charaktere allein durch Blicke, Gesten und Mimik so viel, als ber reine Verbalitt mglich gewesen wre.

Verdient gewonnen

The Salesman ist ein rundum gelungener Film, der nicht nur die Figuren glaubwrdig erscheinen lsst, sondern in seiner Komplexitt vollkommen berzeugt. Ein wrdiger OSCAR-Gewinner!



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