Tobis Film GmbH
   
 

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Ray ist ein 16-jhriger Teenager, hat kurze, rtliche Haare, skatet gerne und interessiert sich fr Musik...Alles nichts Besonderes. Doch Ray hie frher Ramona. Er wurde als Mdchen geboren. Zu Beginn des Films trennt ihn nur noch die Zustimmung seiner Eltern zur Testosteron-Therapie von seinem Leben als vollstndiger Junge. Doch beide Elternteile mssen einwilligen. Das ist gar nicht so einfach, wenn zu dem Vater kein Kontakt mehr besteht und dieser sich nach dem Aufsuchen auch noch weigert, der Therapie zuzustimmen. Auch bei den restlichen Familienmitgliedern herrscht ein stndiges Auf und Ab der Gefhle.

Fehlende Tiefe

Alle Farben des Lebens
Verleih: Tobis Film
Genre: Drama
Darsteller: Elle Fanning, Naomi Watts, Susan Sarandon, Linda Emond, Tate Donovan
Regie: Gaby Dellal
Filmlaufzeit: 93
Familie damit ist lngst nicht mehr nur die klassische Vater-Mutter-Kind-Konstellation gemeint. Es gibt inzwischen viele verschiedene Varianten einer Familie. So ist es auch bei Ray (Elle Fanning). Er lebt in New York in einem Drei-Generationen-Haushalt. Seine Mutter (Naomi Watts) ist alleinerziehender Single, die kein Glck bei den Mnnern hat. Beide wohnen im Haus von Rays Gromutter (Susan Sarandon), die sich dort ein Zuhause mit ihrer Lebensgefhrtin (Linda Emons) geschaffen hat. Auf den ersten Blick scheint es, als sei die Familie offen gegenber neuen Lebensformen, da sie selbst nicht dem klassischen Modell entspricht. Dies ist jedoch nicht der Fall. Dass Ramona jetzt Ray genannt wird, daran haben sich die Frauen inzwischen weitestgehend gewhnt. Doch auch dort stellt sich die Frage nach dem angemessenen Personalpronomen. Insgesamt fehlen im Film die ernsten Gesprche ber die Folgen und Auswirkungen einer Testosteron-Therapie. Ray hat die Entscheidung getroffen und sie wird von den Familienmitgliedern des Hauses ohne groe Einwnde hingenommen. Die Gefhle und Gedanken der Einzelnen erfhrt der Zuschauer nur bedingt ber lockere und ironische Kommentare der Figuren.

Eine Frage der Perspektive

Auch unter Freunden ist der Name Ray fr den Teenager gelufig. ber die Frage des Geschlechts herrscht jedoch Unsicherheit. Mdchen oder Junge? Nach einer Prgelei mit einem Jungen wird Ray von Freunden als mutig bezeichnet fr ein Mdchen. Die klassische Geschlechterverteilung beherrscht das Denken der Jugendlichen. Ohne gro nachzudenken bringen sie ihre Gedanken zum Ausdruck. Ray wird zwar geduldet, jedoch nicht als Junge. Er wird immer noch als Mdchen behandelt. Es ist also nicht verwunderlich, dass ihn jeder Neuanfang in Freudentnze ausbrechen lsst. Er sehnt sich nach einem Leben als vollstndig akzeptierter Junge, ganz ohne Einschrnkung. Dabei schafft es Elle Fanning, die vorgetuschte Gleichgltigkeit gegenber solchen Kommentaren berzeugend zu spielen. Ihr gelingt es, einen zerbrechlichen Charakter darzustellen, der gleichzeitig versucht, nach auen hin abgehrtet und cool zu sein. Fanning zeigt den schmalen Grad zwischen dem Verlangen, dazu zugehren, und eine eigenstndige Persnlichkeit zu entwickeln. Und das nimmt der Zuschauer ihr ab.

Groartige Darstellung mit flachem Ende

Die Frage der Akzeptanz fr Rays Entscheidung, die Testosteron-Therapie machen zu wollen, spielt im Film eine zentrale Rolle. Mutter, Gromutter und Lebensgefhrtin zweifeln in einigen Situationen an seinem Beschluss, ein Junge sein zu wollen, und bringen dies auch zum Ausdruck. Besonders Susan Sarandon als lesbische Gromutter nimmt dabei kein Blatt vor den Mund: "Warum kann sie nicht einfach lesbisch sein?" Durch diese offene und ehrliche Art erhlt der Film etwas Lebhaftes. Es wird gestritten, diskutiert und verzweifelt. Es gibt ausgiebige Freudentnze und minutenlange Lachanflle nicht nur bei den Charakteren, sondern auch beim Zuschauer. Keine Gedanken und sind sie noch so abstrus werden verschwiegen. Das macht die Personen realistisch und lsst den Zuschauer mitfiebern. Leider trifft das nicht auf das Ende zu. Es ist abrupt und sonderbar. "Alle Farben des Lebens" bringt dem Zuschauer ein komplexes Thema nher, wird jedoch mit einem einfachen und platten Ende abgespeist. Das ist eine groe Schwachstelle. Trotz allem ist der Film ein guter Unterhaltungsbeitrag zur Thematik der Geschlechterfrage. Ernst, lebhaft und ironisch bereichert er jeden DVD-Abend.



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