"Mom, gib Gas, ich komm zu spt zum Fuball-Training." - "Keine Panik, Schtzchen, ich geb alles." - "Aber das reicht nicht!"

Berufsttig, Mutter von zwei Kindern und immer zu spt. Die 32-jhrige Amy Mitchell (Mila Kunis) versucht, Tag fr Tag aufs Neue alles, was eine gute Mutter ausmacht, unter einen Hut zu bekommen. Da ist es nicht gerade hilfreich unter der strengen Beobachtung der bermtter rund um Gwendolyn James (Christina Applegate) zu stehen. Als ihr Mann sie auch noch betrgt, reicht es Amy: Sie beschliet, gemeinsam mit ihren zwei Freundinnen Kiki (Kirstin Bell) und Carla (Kathryn Hahn) zu "Bad Moms" zu werden. Doch das ist nicht so leicht, wie gedacht

Nicht noch eine Komdie

Bad Moms
Verleih: Tobis Film
Genre: Komdie
Darsteller: Mila Kunis, Kirstin Bell, Kathryn Hahn, Christina Applegate, Jada Pinkett Smith, Annie Mumolo, Jay Hernandez
Regie: Jon Lucas, Scott Moore
Filmlaufzeit: 101 Min.
Eine Komdie aus dem Hause Hollywood? Der Mann untreu? Das Leben gefhlt eine Aneinanderreihung von Katastrophen? Alles schon mal gesehen, mag der Zuschauer denken. Stimmt. Der Film ist kein Oscarkandidat und die Handlung bietet keine berraschungen. Doch das ist auch nicht der Anspruch einer Komdie. Sie soll unterhalten und genau das tut "Bad Moms" ber groe Strecken.

Die Story neigt zu bertreibungen. Ein Besuch im Supermarkt - eskaliert. Eine Party voller Mtter - eskaliert. Der Tag luft schlecht - dann aber so richtig. Ein Mittelding gibt es nicht. Zudem kauft man Mila Kunis die berforderte Mutter nicht ab. So perfekt sitzen Frisur und Make-Up bei berforderten Mttern im echten Leben nicht. Trotzdem lsst Kunis ihren Charakter bodenstndig und sympathisch wirken. Besonders gelungen ist die Vielfalt der Figuren im Film. Von Kiki, die immer wieder durch unangemessene Kommentare auffllt, ber Carla, die eher nebenbei Mutter zu sein scheint, bis hin zu den bermttern: Alles ist vertreten. So wirkt jeder Charakter fr sich und geht nicht in der Masse unter.

Lasst Kinder Kinder und Mtter Frauen sein

Neben Beziehungsproblemen und einem Gegenspieler, der dem Protagonisten das Leben erschwert, gehrt zu jeder Komdie der Versuch einer Gesellschaftskritik. Das gelingt dem Film zum Teil. Zu den guten Versuchen gehren: Die 12-jhrige Tochter, die regelmig Nervenzusammenbrche bekommt, weil sie sich Sorgen macht, nicht aufs Elite College zu kommen. Oder Amys Sohn, der stets betont, er sei ein langsamer Lerner, obwohl er einfach faul ist. Der bermutter Gwendolyn am Ende auch noch ein hartes Schicksal zu geben, um zu zeigen, dass kein Leben perfekt ist, wirkt hingegen zu gewollt. Genauso, dass Amy es im Alleingang schafft, eine ganze Schule grundstzlich zu ndern. Die Grundaussage des Films ist jedoch eine wichtige: Es ist keine Schande nicht perfekt zu sein.

Lohnenswert ist es, sich den Abspann anzuschauen. Hier erzhlen die Hauptdarstellerinnen gemeinsam mit ihren Mttern von eigenen "Bad Mom" Erfahrungen. Der Film ist vermutlich fr die am lustigsten, die selbst Kinder haben und die Probleme der Protagonistinnen aus ihrem eigenen Leben kennen. Doch auch bei anderen sorgt der Streifen durchaus fr einige Lacher, denn frher oder spter erkennt sich jeder in der ein oder anderen Szene wieder. Fr Freunde von anspruchsvollen Stcken ist dieser Film sicherlich nichts. Fr einen lustigen Mdelsabend ist er aber auf jeden Fall geeignet.



Artikel drucken