Momentan sind Eulen, Einhrner und allem Anschein nach auch Haie der letzte Schrei. Doch whrend Eulen ihren Konterfei auf Taschen wiederfinden und nach Einhrnern sogar Schokolade benannt wird, bleiben fr Haie nur die schlechten Filme brig. Spielfilme wie Jim Wynorskis 2015 erschienener Horrorfilm "Sharkansas Women's Prison Massacre".

Ein Hai-Film ohne Biss

Sharkansas Women's Prison Massacre
Verleih: Tiberius Film
Genre: Horror
Darsteller: Dominique Swain, Traci Lords, Cindy Lucas
Regie: Jim Wynorski
Filmlaufzeit: 84 Min.
Eine vollbusige Blondine (Tabitha Marie) in Hotpants geht auf einen Bach zu. Die Frau mag nicht so aussehen, doch sie ist eine Gefngnisinsassin. Gemeinsam mit ihren weiblichen Mitgefangenen soll sie den Wald subern. Dabei hat sie sich verletzt. Nach einem Flirt mit dem Vollzugsbeamten (Serafin Falcon) erlaubt dieser ihr die Wunde auszuwaschen. Wenige Augenblicke und einige schlechte Spezialeffekte spter ist die Frau zu Fischfutter geworden, verschluckt von einem stacheligen Urzeit-Hai. Diese Szene ist exemplarisch fr "Sharkansas Women's Prison Massacre": ein trashiger Film, in dem eine Gruppe von kurvenreichen Verbrecherinnen sowohl die Flucht in die Freiheit wagt als auch Monsterhaien den Kampf ansagt.

Falsches Blut und unechte Brste

Der Film ist in jeder Hinsicht schlecht. Seine einzige fragwrdige Strke besteht darin Situationen zu erfinden, in denen Frauen leicht bekleidet zu sehen sein knnen.

Die Story ist an den Haifischflossen herbei gezogen und smtliche Spezialeffekte des Films sehen unechter aus als die Brste der Hauptdarstellerinnen. Diese Damen hneln mehr Hugh Hefners Gespielinnen als Gefngnisinsassinnen und werden auch so in Szene gesetzt. In manchen Gefngnissen wird mit Drogen geschmuggelt, hier anscheinend nur mit Silikon und aufreizender Kleidung.

Dass niemand auf die Idee gekommen ist, den Ladies Schauspieltalent in die Zellen zu schmuggeln, ist bedauerlich. Eine solch karitative Tat htten sie allesamt dringend ntig gehabt. Bestimmte Wesensarten fr ihre Rollen htte man dann auch gleich da lassen sollen. Der Film lsst charakterliche Eigenheiten schmerzlich vermissen. Eine junge Frau namens Michelle (Christine Nguyen) ist nicht nur Insassin, sondern auch besorgte Mutter. Das ist die tiefste Charakterisierung, die das Werk zu bieten hat. Doch damit gibt es wenigstens eine Kriminelle, die sich von den anderen unterscheidet. Die meisten Verbrecherinnen sind austauschbar. Der Zuschauer wei nichts ber sie, auer vielleicht ihre Namen - und das auch nur, wenn er ein gutes Gedchtnis hat. Es gibt Versuche, den Figuren Persnlichkeiten und Geschichten zu geben, doch die bleiben erfolglos und sind lcherlich. Kaum treten Darsteller in Erscheinung und der Zuschauer ist einigermaen mit ihren klischeehaften Geschichten vertraut, da werden sie auch schon von der nchstbesten Bestie verspeist. Es ist daher unmglich, sich mit den Figuren zu identifizieren und mit ihnen mitzufiebern.

Stille Wasser sind nicht immer tief(grndig)

An sich ist das alles nicht schlimm. Wer sich einen Film wie "Sharkansas Women's Prison Massacre" anschaut, der erwartet kein groes Kino. Jim Wynorski ist nicht Jim Jarmusch und das muss er auch nicht sein. Das Problem ist nicht die berdrehte Story, die hlzerne schauspielerische Leistung oder die mangelhaften Spezialeffekte. Das Problem des Films ist die Langeweile. Mit einem Titel wie "Sharkansas Women's Prison Massacre" klingt es so, als wrde er amsieren. Doch das tut er nicht und damit wird er den Erwartungen, die sein eigener Titel weckt, nicht gerecht. Die meiste Zeit sieht der Zuschauer den Damen dabei zu, wie sie reden oder sich streiten. Nichts davon ist auch nur ansatzweise unterhaltsam. Es wre verzeihlich, wenn "Sharkansas Women's Prison Massacre" nur ein schlechter Film wre. Doch er ist ein schlechter Film ohne Unterhaltungswert und dafr gibt es keine Entschuldigung.



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