Lee Gates (George Clooney) ist Brsenguru und TV-Moderator. Er moderiert eine Fernsehsendung, in der er Tipps gibt, wie Menschen ihr Geld am besten anlegen knnen. Eines Tages rutscht eine hochgelobte Aktie, die Gates empfohlen hatte, in den Keller. Ein Computerfehler soll dafr verantwortlich gewesen sein. Der getuschte Aktionr Kyle Budwell (Jack OConnell) hat deshalb ber Nacht viel Geld verloren und macht Gates dafr verantwortlich. Er bricht in das TV-Studio ein und nimmt ihn vor laufender Kamera als Geisel.

Die laute Stimme des kleinen Mannes

Money Monster
Verleih: Sony Pictures Germany
Genre: Thriller
Darsteller: George Clooney, Julia Roberts, Jack O'Connell
Regie: Jodie Foster
Filmlaufzeit: 99 Min.
Die Produktionsleiterin Patty Fenn (Julia Roberts) mchte die Sendung abrechen, doch Budwell zwingt sie, die Kamera weiterlaufen zu lassen. So entwickelt sich ein Nervenkrieg zwischen dem Moderator und dem Geiselnehmer, der beide letztendlich zu Verbndeten macht. Was sich seltsam anhrt, geht auf die Arbeit von Jodie Foster zurck. Die Schauspielerin, die mit Money Monster ihr Regiedebt feiert, mchte dem kleinen Mann eine Stimme verleihen. Genauer gesagt: dem hart arbeitenden Amerikaner, der von den gewissenlosen Finanzmagnaten an der Nase herumgefhrt wird.

Von einer Moralkeule zur anderen

Wie mit einem Holzhammer versucht sie dem Zuschauer einzutrichtern, was am heutigen Finanzsystem alles schlecht ist. Der Thriller baut aber nie Spannung auf, da hinter jeder Ecke die nchste Moralkeule platziert zu sein scheint. Die berladung der eigentlichen Handlung mit moralischen Botschaften nimmt immer absurdere Zge an. So zeigt sie dem Zuschauer am Anfang einen berheblichen und unausstehlichen Gates, der spter der Richter ber die Bsen sein soll, denen er zweifelsohne aber selber angehrt. Noch schwerer zu ertragen ist die Entwicklung des Geiselnehmers Budwell. Droht er zu Anfang noch hunderte Menschen in die Luft zu sprengen, ist er gegen Ende der arme kleine Mann, der nichts Anderes als Mitleid verdient hat.

Wichtiges Thema, falsches Genre

Dass entfesselte Finanzmrkte gefhrlich sind, ist kein Geheimnis und dem Thema einen Film zu widmen eine gute Idee. Doch der Versuch dem Zuschauer in 99 Minuten Actionfeuerwerk die moralischen Auswirkungen maschinengesteuerter Geldstrme zu erklren, ist ordentlich misslungen. Mit dem Szenario der Geiselnahme hat Foster nur noch mehr unntige Strfeuer gelegt. George Clooney und Julia Roberts spielen ihre Rollen gut soweit Foster das zulsst. Sie presst Clooney in das Schema des berheblichen TV-Moderators, das dieser tapfer spielt. Der unbekannte Jack OConnell geht bei diesen prominenten Besetzungspartnern komplett unter. Foster versucht gerade die Botschaft des kleinen Mannes in die Welt zu tragen. OConnell eignet sich als Medium denkbar schlecht. Wolf of Wall Street und Wall Street haben gezeigt, dass Hollywood und das Brsenmekka zusammenpassen knnen. Kein Film nahm fr sich in Anspruch, ber die Akteure und ihre Motive zu richten. Doch genau das mchte Foster tun und hat sich dabei bernommen. Sie wollte Spannung und Moral zugleich. Damit ist sie grandios gescheitert.



Artikel drucken