Es ist Freitagabend. Drauen giet es in Strmen. Richtiges Sauwetter und ein guter Thriller ist jetzt genau das Richtige, um einen Abend vor dem Fernseher zu verbringen. Spannende Story, ein bisschen Nervenkitzel, ein paar Blutspritzer. Genau die Zutaten fr einen spannenden Film. All das verspricht der Trailer von "Hidden in the Woods". Doch der Streifen ist grausam fr Augen, Ohren und Moral. Gut, dass es noch kein "Smellevision" gibt. So ungewaschen und schwitzig, wie die Schauspieler aussehen, wre das bestimmt nur eine weitere Misshandlung der Sinne.

Drogen, Mord und miese Laune

Hidden in the Woods
Verleih: Tiberius Film
Genre: Thriller
Darsteller: Michael Biehn, Jeannine Kaspar, Electra Avellan, William Forsythe
Regie: Patricio Valladares
Filmlaufzeit: 91 Min.
Protagonist Oscar ist ein pdophiler Alkoholiker. Regelmig vergewaltigt er seine zwei Tchter. Um sich zu finanzieren, bewahrt er die Vorrte des lokalen Drogenkartells in seiner Waldhtte auf. Als der Vater wieder einmal sturzbetrunken auf seine Kinder losgeht, schafft es Ana, die ltere Tochter, die Polizei zu rufen. Auf das Eintreffen dieser kann sie allerdings nicht warten. Gemeinsam mit ihrer Schwester und deren Sohn, der gleichzeitig ihr Bruder ist, ergreift Ana die Flucht. Als die beiden Beamten eintreffen, fackelt Oscar nicht lange und sgt die Polizisten mit der Kettensge in Stcke. Er stellt sich aber so bld an, dass er trotzdem im Gefngnis landet. Natrlich mchte die Drogenmafia trotzdem an ihre Bestnde und macht nun Jagd auf die Kinder, um Druck auf den Vater auszuben. Der Wettlauf jeder gegen jeden beginnt.

Sogar zu schlecht fr Trash TV

Was sich nach einem komplizierten Plot fr einen schlechten Splatterfilm anhrt, ist der Inhalt eines 91-mintigen Albtraums: Drogenboss Onkel Costello lsst seine Untergebenen nach Lust und Laune umbringen. Vater Oscar kann mit der Kettensge besser umgehen, als mit einem Erziehungsratgeber. Seine Tchter verwechselt er permanent mit den hauseigenen Prostituierten. Gesetzeshter hten alles, nur nicht das Gesetz.

Dazu kommt schlechte Synchronisation (wobei der Film auf Englisch bestimmt genauso entsetzlich ist wie auf Deutsch), Splatter, Inzest, hssliche Manieren und einen Haufen Ungereimtheiten gepaart mit einer unglaubwrdigen Love-Story. Hier leidet der Zuschauer noch mehr als die Tchter. Und nicht nur die Kamerafhrung und Schnitttechnik lassen zu wnschen brig. Auch die schauspielerischen Leistungen sind weit weg von oscarverdchtig. Auerdem kommt die Frage auf, welches Genre Regisseur Patricio Valladares bedienen mchte. Fr einen Trashfilm ist die Thematik viel zu ernst. Fr einen Horrorfilm fehlt es an Blut und Spannung. Fr einen serisen Film ist die Umsetzung zu schlecht. Das alles macht "Hidden in the Woods" ungeniebar auch an einem regnerischen Freitagabend.



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