Roald Dahl ist ein gefeierter Kinderbuchautor. Aus seiner Feder stammen bereits verfilmte Bcher wie "Charlie und die Schokoladenfabrik", "Matilda" oder "Der fantastische Mr. Fox". Auch zu "Sophie und der groe freundliche Riese" liefert er die Romanvorlage. Doch handelt es sich bei dieser Version nicht um "BFG Big Friendly Giant", die Neuverfilmung aus dem Hause Disney unter der Regie von Steven Spielberg, sondern um die DVD-Verffentlichung des englischen Zeichentrickfilms von Universal Pictures aus dem Jahr 1989.

Ein Riese mit Herz

Sophie und der groe freundliche Riese
Verleih: Universal Pictures Germany
Genre: Zeichentrickfilm
Darsteller: Amanda Root, David Jason, Angela Thome
Regie: Brian Cosgrove
Filmlaufzeit: 87 Min.
Ein Riese schleicht sich des Nachts in die Stadt der Menschen, um den Kindern ihre Trume mit dem Blasrohr in die Zimmer zu pusten. Sophie sitzt am Fenster des Waisenhauses und beobachtet ihn heimlich. Doch nicht heimlich genug, denn der Riese entdeckt sie, greift kurzerhand durchs Fenster und nimmt sie mit ins Riesenland. Sophie hat frchterliche Angst und glaubt fest, dass der Riese sie fressen wird. Es dauert ein wenig, aber dann hat Gofreuri (kurz fr groer freundlicher Riese) sie davon berzeugt, dass er nicht vor hat, sie zu verspeisen so etwas tun nur die anderen Bewohner des Riesenlandes. Sein Hauptnahrungsmittel ist die nicht besonders delikate Rotzwurst. Sophie fngt an, ihm zu vertrauen und die beiden haben viel Spa miteinander. Der Spa endet allerdings, als Sophie erfhrt, dass die anderen Riesen nur zu gerne Kinder essen. Das muss aufhren, findet sie. Zusammen mit Gofreuri schmiedet sie einen Plan, der sogar die Knigin von England miteinbezieht.

Nicht fr jedes Kind

Der Film ist schlicht. Keine Computeranimation oder 3-D-Optik lenkt von der Geschichte ab. Und die hat ihre Absonderlichkeiten. Besser gesagt, nicht die Geschichte, sondern die Umsetzung. Die Story ist s. Eine typische Gut bekmpft das Bse mit groem Happy-End Geschichte: Voraussehbar und simpel. Sophie und Gufreuri sind schn gezeichnet: Ein kleines rothaariges Mdchen im weien Kleid und ein dnner lterer Mann mit schlohweiem Haar und riesigen Ohren. Die bsen Riesen dagegen sind unzivilisierte Monster, haben verschiedenfarbige Augen, keine Haare und geben furchtbare Laute von sich. Zum frchten sind diese unangenehmen Zeitgenossen. Da bekommt der Film einen harten Dmpfer. Ekel regiert das Riesenland. Generell ist der Film dunkel gezeichnet. Sogar die Szenen, die sich im freien abspielen, sehen nicht so aus. Das verstrmt triste Melancholie.

Wenn man an die letzten Filme aus dem Hause Disney denkt, kommt "Sophie und der groe freundliche Riese" plump und unbeholfen daher. Die Bilder sind noch alle handgezeichnet ohne ausgereifte, komplizierte Computertechnik. Es erinnert an die alten Cartoonserien aus dem Hause Hanna-Barbera aus frhen Kindertagen. Genau das macht den Charme des Films aus. Der ltere Zuschauer fhlt sich in der Zeit zurckversetzt. Ob das fr das moderne Kind jedoch reicht, ist fraglich.



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