Eine Frau, ein Mann, ein Problem, schne Kulissen und ein endlos erscheinender Schlagabtausch das sind die Zutaten fr die romantische Komdie "Verlieb dich nicht in mich" des spanischen Regisseurs Miguel ngel Lamata. Innovation sieht anders aus.

Irene (Michelle Jenner) spricht Carlos (Eduardo Noriega) in einem Caf an: "Du gefllst mir." Sie mchte seinen Namen nicht wissen. Lieber ist es ihr, wenn sie sich neue Namen geben. Auf moderne Kommunikationsmittel mchte sie verzichten. Keiner darf versuchen, etwas ber den anderen im Internet herauszufinden. Und die wichtigste Regel des Spiels: "Verliebe dich nicht in mich". Das ist zu gefhrlich.

Sie gehen in eine Ausstellung im Museo Pablo Serrano. Sie gehen spazieren durch einen Park mit Alleen und weien Treppengelndern. Und sie reden ber ihre Arbeit, ihre Enttuschungen und Wnsche. In pastelligen, berschmckten Kulissen lernen sie sich immer besser kennen. Die Szenen erinnern an die wunderbar bertriebenen, kitschigen Dates von intellektuell anmutenden Personen in Hollywood-Streifen. Doch der Schein trgt natrlich. Immer mehr Details ber die verflossenen Lieben der beiden kommen ans Tageslicht bis Irene feststellen muss, dass ihr Zusammentreffen alles andere als ein Zufall war. Ihre Leben waren bereits vorher auf unangenehme Weise verstrickt.

Reden ist nicht genug

Verlieb dich nicht in mich
Verleih: Edel Germany
Genre: Komdie
Darsteller: Eduardo Noriega, Michelle Jenner
Regie: Miguel ngel Lamata
Filmlaufzeit: 88 Min.
Die Handlung generiert sich vorwiegend ber den Dialog, oder besser gesagt: Das Gesprch ist die Handlung. Auer Worten passiert in dem Film nicht viel. Und das, was geschieht, ist vorhersehbar. Das ist langweilig. Die Hoffnung, dass wenigstens der Wortwechsel von hoher Qualitt ist, wird enttuscht. Der eine sagt etwas, der andere sagt etwas anderes. Hektisch werfen die Charaktere Worte hin und her. Es entsteht kaum ein Austausch, vielmehr ein unzusammenhngendes Hin und Her, der Tiefsinn vormachen will, genau diesen aber in Wirklichkeit vermissen lsst. Das ist anstrengend und ermdend.

Die Gestik und Mimik der Schauspieler wirkt zeitweise bertrieben, theatral, unnatrlich. Die Arme vor allem von Michelle Geller befinden sich auffallend oft in der Luft vor ihrem Krper, mal als erhobener Zeigefinger, mal als Geste der Nachdrcklichkeit. Sie untermalen zu jeder Zeit ihre Aussagen. Die Bewegungen erinnern an einen Schauspielschler, der in der ersten Unterrichtsstunde gesagt bekommt, dass er auf der Bhne mit seinem ganzen Krper arbeiten soll und verzweifelt versucht, diesen Tipp auf mglichst natrliche Weise umzusetzen. Erfolglos!

Sprachfehler

Zudem ist der Film fr deutsche Verhltnisse entweder erstaunlich schlecht synchronisiert oder die spanischen Mundbewegungen passen einfach von Grund auf nicht zu den deutschen Wrtern. Wenn das englische "Thank you" wenigstens wie das deutsche "Danke" am Anfang des Wortes einen Laut fordert, der im vorderen Mundraum entsteht, bewegt sich die Zunge beim spanischen "Gracias" noch zwischen den Zhnen, whrend sie sich im Deutschen bereits an den hinteren Gaumen heben sollte. Das ist auffllig und lenkt vom Inhalt des Dialogs und der bestenfalls darber generierten Handlung ab.

Der Dialog ist anstrengend, zeitweise sogar mhsam und nervttend, die kaum vorhandene Handlung vorhersehbar. Es fllt schwer, sich auf den Film und seinen Inhalt zu konzentrieren. Und der Zuschauer, der 88 Minuten lang auf die berraschende Wendung hofft, die die Zeit davor rechtfertigt, wird bitter enttuscht. "Verlieb dich nicht in mich" beschert einen DVD-Abend, der seichte Unterhaltung la Hollywood liefert, den man sich aber bei darber hinausgehendem Anspruch sparen kann.



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