Es gibt Filme, da ist es unterhaltsamer, die Rezensionen zu lesen als den Streifen selbst zu schauen. "Das Schwarze Labyrinth" gehrt definitiv dazu. Die Story ist schnell erzhlt. Zehn junge Leute wachen im Jahr 2154 ohne Erinnerung in einem Labyrinth auf. Nur einer kann gewinnen, indem er aus dem Irrgarten herausfindet. Auf dem Weg lauern allerlei Gefahren, darunter grausame Wchter, psychisch labile Konkurrenten und der Spielmacher Adam, der das Spiel ganz nach seinem Gutdnken zu beeinflussen vermag.

Dieser wird gespielt vom mittlerweile komplett ergrauten Alec Baldwin. So leicht hat es ihm ein Regisseur selten gemacht, an Geld zu kommen. Den ganzen Film ber streicht der sympathische Vorzeigemann, den alle aus "Glee" kennen, mit seinen Fingern ber fiktive Bildschirme. Nicht zu vergessen sind seine bedeutungsvollen Stze wie "Sch, was ist hier eigentlich los?" und "Jetzt beginnt der Spa erst richtig". Was das angeht, muss man ihm widersprechen.

Ja, er ist zu alt fr diesen Sch!

Das Schwarze Labyrinth
Verleih: EuroVideo
Genre: Sci-Fi
Darsteller: Alec Baldwin, Danny Glover
Regie: Francesco Cinquemani
Filmlaufzeit: 96 Min.
Irgendwie sieht das der Zuschauer seinem Gegenspieler auch an. Danny Glover hinkt unbeholfen durch die grtenteils virtuell konstruierten Rume. Auch wenn der mit Computertechnik eingefgte Hintergrund die Illusion vortuschen soll, es gbe da etwas, worin sich Danny Glover bewegt, ist frmlich zu spren, wie er hilflos in einem Greenroom steht und nicht wei, wohin er sprechen soll. Als er in jungen Jahren noch in den "Lethal-Weapon"-Filmen mitspielte, sagte er immer: "Ich bin zu alt fr diese Sch." Keiner hat ihm geglaubt. Htte er diesen Satz aber einmal im Schwarzen Labyrinth fallen gelassen: Niemand htte ihm widersprochen.

Whrend Alec Baldwin und Danny Glover also ihre Rente aufbessern, qulen sich die jungen Schauspieler auf der Suche nach dem Ausgang und der Wahrheit in bengstigend engen Rumen durch das Labyrinth. Keiner von ihnen kann berzeugen, doch seien wir fair: Die Geschichte macht es ihnen auch nicht leicht. Nach einer nuklearen Katastrophe hat das "Netzwerk", wie sich die neue Regierung nennt, die Macht bernommen. Mehr als zwei Milliarden Menschen sind versklavt. Um sie bei Laune zu halten, schickt es jedes Jahr zehn Teilnehmer in den Irrgarten, die sich dann bis aufs Blut bekmpfen.

Panem lsst gren

Klingelt da was? Ach ja! Nicht einmal ein Jahr ist es her, dass die glorreiche Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) zum letzten Mal mit Pfeil und Bogen durch das liebreizende Panem gestapft ist. Aber die Idee, dass Jugendliche ohne Erinnerung an einem unbekannten Ort aufwachen, ist sicher originell, oder? Ach nein, stimmt: "Maze Runner" ging genau von derselben Prmisse aus.

Was hat sich Drehbuchautor und Regisseur Francesco Cinquemani bei der Geschichte also gedacht? So, wie es aussieht ziemlich wenig. Eigene Ideen sucht der Zuschauer vergeblich. Als der nette Herr am Spielmacherpult am Ende mit seiner uerung die Vermutung nahelegt, dass es einen zweiten Film geben knnte, muss man kurz schlucken. Denn nur unter schwer vorstellbaren Umstnden scheint es erstrebenswert, sich etwas hnliches anzusehen. Es sei denn, jemand steht auf geklaute Ideen, Langeweile und Hollywood-Stars, die nur mitspielen, um ihre Rente aufzubessern. Diese Person ist im "Schwarzen Labyrinth" herzlich willkommen.



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