Die Schweden haben ihre ganz eigene Art Humor, ein bisschen makaber und abgedreht, mit viel Ironie. "Adams pfel" und "Der Hundertjhrige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" sind da nur zwei Vertreter des Genres. Nun ist "Ein Mann names Ove" auf DVD, Blu-ray und VoD erschienen und steht den beiden genannten Filmen in nichts nach.

Ordnung muss sein

Ein Mann namens Ove
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH
Genre: Tragikomdie
Darsteller: Rolf Lassgard, Bahar Pars, Ida Engvoll
Regie: Hannes Holm
Filmlaufzeit: 116 Min.
Ove (Rolf Lassgrd) ist ein routinierter Mann von fast sechzig Jahren. Jeden Tag dreht er seine Runde in der Wohnsiedlung und schaut pedantisch, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Autos auf den Wegen? Freilaufende Hunde, die berall hinpinkeln? Undenkbar. Das ist laut Satzung verboten. Verbissen pocht Ove darauf, dass die Regeln eingehalten werden und wird so zum Schrecken aller anderen Anwohner. Nur eine lsst sich davon nicht abschrecken. Parvaneh (Bahar Pars), die neue Nachbarin, deren Mann mit dem Auto erst mal Oves Briefkasten umfhrt. Sie schaut hinter die Fassade und sieht mehr als nur einen griesgrmigen Frhrentner.

So klappt das nicht

Frhrentner ist Ove, weil sein Langzeitarbeitgeber ihn entlassen hat. Er nervt mit seiner Art einfach zu sehr. Was bleibt ihm jetzt noch? Nichts. So beschliet er, sich das Leben zu nehmen und seiner Frau ins Jenseits zu folgen. Darauf freut er sich schon richtig. Dass alle seine Selbstmordversuche auf irgendeine wahnwitzige Weise scheitern, ist urkomisch. Doch fragt sich der Zuschauer, ob es nicht piettlos ist, wenn diese ernste Situation mehr als ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert. Beim Erhngen reist das Seil, beim Vergasen strt die Nachbarin. Der Selbstmord will einfach nicht gelingen. Gut, aber fr den Zuschauer, dass in seinen vermeintlich letzten Sekunden immer wieder Rckblenden in Oves frheres Leben gezeigt werden. So ist es tatschlich, als wrde sein Leben an ihm vorbeiziehen. Aber dieser Humor... Diese Art von Ironie und Situationskomik muss man mgen, denn das macht den Film aus.

Charakterstark

Schade nur, dass durch die Synchronisation einige sprachliche Feinheiten verloren gegangen sind. Manchmal sind die deutschen Stze ein wenig holprig und passen ganz und gar nicht zu den Lippenbewegungen der Schauspieler. Dass die Phrasen, die Parvaneh in ihrer Muttersprache sagt, nicht bersetzt sind, ist gut. Der Zuschauer wei auch so, was sie meint. Der Ton ihrer Stimme und ihre ausdrucksstarke Mimik reichen vollkommen aus. berhaupt ist Bahar Pars der heimliche Star des Films. Warmherzig, robust und unnachgiebig verkrpert sie ihre Rolle, die den Gegenpol zum eingefahrenen Ove bildet. Sie spielt sehr authentisch und verleiht dem Film Leben.

Buch vs. Film

"Ein Mann namens Ove" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Fredrik Backman. Dass das Buch oft ausfhrlicher ist, als der Film, ist klar. Doch spart Regisseur Hannes Holm hier an entscheidenden Stellen. Situationen, die im Buch zu lautem Lachen anhalten, werden im Film nur kurz angerissen und die innige Freundschaft, die Ove zur verhassten Katze entwickelt, bekommt der Zuschauer fast gar nicht mit. Mehr von diesen Besonderheiten htten dem Film gut getan. Wie so oft ist das Buch besser als der Film, aber fr einen entspannten Abend auf der Couch reicht er allemal.



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