Eine Geschichte, die wahr ist oder zumindest auf tatschlichen Begebenheiten basiert: das ist "Philomena". Philomena, die titelgebende Heldin, ist Irin. Vor 50 Jahren hat sie ein uneheliches Kind zur Welt gebracht, eine Schande in der damaligen Zeit. Auf einer Kirmes hatte sie einen netten, jungen Mann kennengelernt, in den sie sich Hals ber Kopf verliebte. So verliebt, begeht sie eine Dummheit und schlft mit ihm. Schwanger, wird sie von ihren Eltern verstoen und kommt in ein Nonnenkloster. Als das Kind geboren wird, nehmen die Nonnen es ihr ab und verkaufen es fr viel Geld an ein Ehepaar aus den USA.

Philomena
Verleih: Universum Film GmbH
Genre: Drama
Regie: Stephen Frears
Darsteller: Judi Dench, Steve Coogan, Sophie Kennedy Clark, Anna Maxwell Martin
Filmlaufzeit: 98 Minuten
An dem Tag, an dem das Kind seinen 50.Geburtstag feiern sollte, bricht Philomena das Schweigen ber die Tragdie aus der Vergangenheit. Sie erzhlt ihrer Tochter, was geschehen ist und mchte wissen, was aus ihrem Kind, einem Sohn namens Anthony, geworden ist. Denn all die Jahre konnte sie an nichts anderes denken als an ihr Kind. Dieser Zwiespalt zwischen Trauer, Hoffnung, Bangen und der auferlegten Snde spiegelt sich im Spiel von Judi Dench wieder. Mit mal kleinen, mal groen Gesten, einer ergreifenden Mimik nimmt man ihr die Philomena von der ersten Sekunde ab.

Durch einen Zufall lernt Philomena zur gleichen Zeit Martin Sixsmith. Dieser ist zwar Journalist, aber eigentlich gerade arbeitslos. In einer anderen Geschichte hatte er sich vergaloppiert und sein Arbeitgeber setzte ihn auf die Strae. Nun ist er von Langeweile gepeinigt und sucht nach einer Geschichte. Am besten was menschliches, bewegendes, nahes da kommt ihm Philomena gerade recht.

Traurigkeit trifft auf Witz und Charme

Martin und Philomena machen sich nach einigen Anfangsschwierigkeiten auf die Suche nach Anthony. Dabei werden aber auch Dinge zu Tage gefrdert, die bewegen und die Leben aller Beteiligten fr immer verndern werden.

Trotz des traurigen Grundplots versteht sich "Philomena" nicht als Film, der nur so vor Traurigkeit und Melancholie strotzt. Auch Witz darf nicht fehlen. Der kommt vor allem durch den robusten und sarkastisch-ironischen Charakter Philomenas. Trotz einer gewissen Grundschwermut, hat die Dame doch ihren Charme. Sie spricht Dinge einfach aus und schert sich dabei nicht um die Meinung anderer.

Als Gegenpol dient Martin. Durch den Verlust seines Jobs ist er zu einem verbitterten Menschen geworden. Im Laufe des Films blht er immer mehr auf was nicht zuletzt an der Geschichte liegt, die er eigentlich nicht schreiben wollte. Mehr und mehr entwickelt er Interesse an Philomena und an ihrem Schicksal. Es ist schn zu beobachten, wie die beiden immer weiter zu einer Einheit verschmelzen. Gerade dieses Zusammenspiel ist es auch, was diesem Film absolut sehenswert macht.



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