Paul Averhoff und seine Frau Margot waren ein Leben lang unzertrennlich. Als klar wird, dass sie sich in ihrem Haus in Berlin nicht mehr alleine versorgen knnen, ziehen sie zusammen in ein Altersheim. Dort fhlen sich beide nicht wohl und besonders Paul tut sich schwer damit, dass er wie ein debiler alter Greis behandelt wird. Er sucht nach etwas, dass ihn die Situation vergessen lsst und fngt wieder an zu laufen. Schnell fasst der ehemalige Spitzensportler ein Ziel: Er mchte ein letztes Mal am Berlin-Marathon teilnehmen. Sein Umfeld ist davon erstmal nicht begeistert, aber er lsst sich nicht davon abbringen.
Sein letztes Rennen
Verleih: Universum Film GmbH
Genre: Drama
Regie: Kilian Riedhof
Darsteller: Dieter Hallervorden, Tatja Seibt, Heike Makatsch, Heinz W. Krckeberg, Frederick Lau, Katrin Sass, Otto Mellies, Katharina Lorenz
Filmlaufzeit: 114 Minuten


Tolle Nebendarsteller

"Sein letzten Rennen" hat Hhen und Tiefen nicht nur, was die Story angeht, sondern auch ihre schauspielerische Umsetzung. Dieter Hallervorden gibt Paul Averhoff einen unnachahmlichen Laufstil. Die Arme rudern wie die Rder einer Lokomotive und der Atem pufft. Leider hat sein Spiel in den theatralischen Momenten seine Schwchen. Wer ihm den Rang abluft, sind die zahlreichen Nebendarsteller, die den Film sehenswert machen. Allen voran seine Frau Margot, gespielt von Tatja Seibt. Sie ist so liebevoll und frsorglich, dass sie ihren Mann mit einem einzigen Blick oder einer kleinen Geste beruhigen kann. Natrlich gibt es in jedem Altersheim eine verbitterten Kauz, hier hervorragend gespielt von Otto Mellies. Auch alle anderen Schauspieler versehen ihre Altersheimbewohner mit Macken, die jeden einzelnen liebenswert machen. Wo wirklich Fremdschmen aufkommt, ist bei Pflegerin Frau Mller (Katharina Lorenz), die sich streng an die Lehrbcher hlt und bei jedem Depressionen vermutet, anstatt auf den Menschen vor ihr einzugehen. Der Zuschauer schttelt peinlich berhrt den Kopf und wnscht sich, dass Frau Mller einfach mal zuhrt.

Versuchte Gesellschaftskritik

Das Altersheim, in dem Paul und Margot landen, ist kein Schmuckstck. Von auen scheint es ein Hochhaus zu sein. Auf den Gngen sieht es eher aus wie ein Krankenhaus. Dabei soll dieses Heim noch eins der besseren sein. Das Zimmer, welches das Ehepaar bewohnt ist erstaunlich gerumig. Das Personal ist gestresst. Es wird schnell klar, dass den Mitarbeitern nur geringfgig Zeit fr die Bewohner bleibt. So luft der Pfleger einfach weg, wenn ihn jemand ruft, obwohl er die Dame noch gar nicht ganz ausgezogen hat. So steht diese verwirrt im Badezimmer mit dem Kopf noch im Pullover. Genau der Pfleger, der weggegangen ist, sagt zu seiner Vorgesetzten: "Die Leute wollen reden. Mal in den Arm genommen werden." Worauf sie nur antwortet: "Wie stellen Sie sich das vor? Sie wissen genau, dass wir dafr keine Zeit haben." Harte Worte, aber bestimmt sehr nah an der Realitt.

"Sein letztes Rennen" ist vorhersehbar. Dennoch ist es schn, ihn anzuschauen. Er macht nicht nur unterschwellig auf die Missstnde in deutschen Altersheimen aufmerksam, sondern zeigt auch, dass man nie zu alt ist, um sich neue Ziele zu setzen. Und fr die lohnt es sich immer zu kmpfen!



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