Hierzulande schlurfen die Zombies aus "The Walking Dead" seit fnf Staffeln ber die Bildschirme. In den USA machen sie das sogar schon eine Staffel lnger. Damit die Zombie-Jnger zwischen den Staffeln nicht so lange warten mssen, haben sich die Macher Robert Kirkman und Dave Erickson in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht: die Spin-off-Serie mit dem kreativen Namen "Fear The Walking Dead".

Kurz vor der Apokalypse

Anders als die Mutterserie "The Walking Dead" fngt "Fear The Walking Dead" kurz vor dem Ausbruch der Zombieapokalypse an. Der Menschheit geht es noch gut, von den blutrnstigen Untoten ist noch nichts zu sehen. Am Anfang der ersten Folge ist der 19-jhrige Nick (nicht zu verwechseln mit "The Walking Dead"-Hauptakteur Rick) zu sehen, der nach einem Drogenrausch in einer Kirche aufwacht. Eigentlich sollte seine Freundin neben ihm liegen. Die ist allerdings verschwunden. Nick macht sich benommen auf die Suche nach ihr, nur um festzustellen, dass die sich gerade daran macht, einen Menschen zu verspeisen.

Viel Potenzial

"Fear The Walking Dead" hat eine Menge Potenzial. Dennoch hat die sechs Folgen umfassende erste Staffel ihre Kopfschttel-Momente. Beispielsweise ist das grte Problem der Protagonisten nicht die herumlaufenden Untoten, nein, vielmehr haben alle Figuren ein Kommunikationsproblem. So begreifen Nick und seine Mutter sehr bald, was los ist. Dennoch behalten sie die Informationen fr sich und warnen nicht etwa ihre Nachbarn, geschweige denn Familienangehrige, vor der drohenden Gefahr.

hnliche Charaktere wie bei "The Walking Dead"

Auch faszinierend ist die Bezeichnung der Untoten. Whrend sich "The Walking Dead"-Zuschauer in der deutschen Fassung der Serie schon mit den bersetzungen "Streuner" oder "Beier" begngen mussten, wird im Spin-Off weitesgehend um das Thema "herumgeeiert". Jeder halbwegs popkulturell gebildete Jugendliche wrde laut "Zombie! schreien, wenn er die schlurfenden Untoten erblickt. Nicht aber bei "Fear The Walking Dead", wo sich Nicks Stiefvater und Familienoberhaupt Travis in guter alter Hershell Greene-Manier einzureden versucht, dass diese Menschen nur krank sind und geheilt werden knnen. Apropos guter alter Hershell Greene, der bei "The Walking Dead" so etwas wie die gute Seele war: auch bei den anderen Charakteren des Spin-Offs beschleicht einen oftmals das Gefhl, dass sie ein Abklatsch der Mutterserie sind.

Fear the Walking Dead
Verleih: Universal Pictures
Darsteller: Kim Dickens, Cliff Curtis, Frank Dillane, Alycia Debnam-Carey
Genre: Horror
Filmlaufzeit: 275 Minuten
So startete die erste Staffel von "The Walking Dead" damit, dass Hauptfigur Rick nach einem Schusswechsel im Krankenhaus aufwacht. Auch Nick wacht nach seiner Kirchenbegegnung im Krankenhaus auf. Whrend es bei "The Walking Dead" ein Liebesdreieck zwischen zwei Mnnern und einer Frau gibt, wird nun der Spie umgedreht: Travis steht zwischen seiner Ex-Frau Liza und seiner Ehefrau Maddie. Wo wir gerade bei Maddie sind: sie sieht mit ihrer blonden, welligen Mhne sehr nach "The Walking Dead"-Andrea aus und trifft ebenso seltsame und oft nicht nachvollziehbare Entscheidungen.

"Fear The Walking Dead" gute Unterhaltung mit ein paar Abzgen

Anders aber als "The Walking Dead" ist "Fear The Walking Dead" nicht auf der Comicvorlage begrndet. Auch stehen beim Spin-Off erstmals mehr die Menschen und ihre Beziehungen untereinander und nicht die Zombies im Mittelpunkt. Dies passiert bei "The Walking Dead" erst im Laufe der Staffeln.

Es ist im ersten Moment etwas ungewohnt, nicht sofort Zombies noch und ncher zu sehen, weil man es bei einer Serie die "Walking Dead" im Titel trgt, erwartet. Dennoch ist es interessant zu sehen, wie die Apokalypse angefangen hat, wo einen die Mutterserie damals ins kalte Wasser geschmissen hat. "Fear The Walking Dead" bietet gute Unterhaltung und liefert hoffentlich in weiteren Staffeln die Antwort darauf, wie es berhaupt zu dieser Version der Endzeit kommen konnte. Einziger Wehmutstropfen ist, dass man sich wnscht, die Geschichte sei freier erzhlt. Mitunter wirken die Figuren nicht neu, Charakterzge und -merkmale aus "The Walking Dead" sind deutlich zu erkennen. Trotzdem darf man gespannt sein, wie sich die Story entwickelt und ob es gar in naher Zukunft zu einem Crossover kommen wird.


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