Eine junge Frau geht nachts allein durch ein verwahrlostes Stadtviertel. Zwielichtige Typen blicken ihr nach und rufen ihr hinterher. Eine traurige, unheilverkndende Melodie untermalt die Szenerie. Jeder Xylophonschlag wirkt beunruhigend. Die Frau steigt in den Aufzug, der zu ihrer Wohnung fhrt. Pltzlich ist sie nicht mehr allein. Eine Hand in schwarzen Lederhandschuhen schiebt sich zwischen die fast geschlossenen Aufzugtren und eine dunkel gekleidete Person drngt sich zu ihr in den Fahrstuhl. Das Gesicht verbirgt ein pechschwarzer, sperriger Motorradhelm. Es sei ihr Nachbar, ein Psychopath, der ihr bis vor die Tr gefolgt sei, erzhlt sie hinterher am Telefon ihrem Freund. Nun da sie in ihrer Wohnung ist, fhlt sie sich sicher. Doch die Sicherheit trgt...

Ein dunkles Geheimnis kommt ans Tageslicht

Bedrohliche Dinge spielen sich im Wohnkomplex der jungen Frau ab. Wer ist der dubiose Fremde mit dem Motorradhelm, der sie und ihre Nachbarn in Angst und Schrecken versetzt? Handelt es sich um Sung Chul, dem Stiefbruder von Seong Soo? Schlielich gehrt ihm die Wohnung, in die sich der Fremde zurckzieht. Sung Chul ist jedoch seit Kurzem spurlos verschwunden. Als Seong Soo hiervon erfhrt, versucht er, der Sache auf den Grund zu gehen. Hierbei findet er an den Tren der Wohnungen seltsame Schriftzeichen. Ist Seong Soo, der scheinbar glckliche und reiche Familienvater,
Hide and Seek. Kein Entkommen
Verleih: Edel Germany
Genre: Horror
Regie: Jung Huh
Darsteller: Hyeon-Joo Son, Mi-seon Jeon, Moon Jung-Hee
Filmlaufzeit: 104 Minuten
aber berhaupt noch Herr seiner Sinne? Nachts fhrt er aus schrecklichen Alptrumen hoch und beim Hndewaschen schrubbt er sich die Haut blutig. Ein dunkles Geheimnis aus der Vergangenheit beginnt, ihn einzuholen. Es bringt nicht nur ihn, sondern auch seine Frau und Kinder in Gefahr. Wird Seong Soo sie noch retten knnen?



Ein spannungsgeladener Plot, der zum Ende hin an Qualitt einbt

Hide and Seek ist ein packender Genremix aus Psychothriller, Krimi und Horrorfilm. Die oben beschriebene Eingangsszene sorgt dafr, dass der Zuschauer von der ersten Minute an gefesselt ist. Besonders gelungen sind die Szenen aus der Innenperspektive von Seong Soo. Hier entsteht das verstrende Psychogramm eines von Schuldgefhlen geplagten Zwangsneurotikers. Ein gekonnter Kameraschnitt mit schnell wechselnden Nahaufnahmen und ein schauriger Soundtrack tragen dazu bei, seine Gewissensangst sprbar zu machen.
Schade nur, dass solche psychologisch klugen Szenen im Laufe der Handlung immer weniger werden. Der Film wartet mit einer berraschenden Wendung auf, jedoch kommt diese zu frh. Viele rtselhafte Fragen werden so schon vorzeitig beantwortet. Aufgrund seiner actionreichen Handlung bleibt Hide and Seek bis zum Ende hin aufregend. Der subtile Horror der Anfangsszenen geht ihm aber leider verloren. Ein weiteres Manko sind seine Schauspieler. Abgesehen vom Hauptdarsteller wirken sie wenig authentisch und berzeugend. Hierdurch ben die Figuren an Glaubwrdigkeit und Identifikationspotential ein.

Von der Angst um ein sicheres Zuhause

Hide and Seek ist nicht nur eine Low-Budget Produktion, er ist auch die erste Arbeit von Regisseur Jung Huh. In Anbetracht dessen ist die Qualitt des Films insgesamt beachtlich. Es verwundert kaum, dass er in Sdkorea einen berraschungserfolg landen konnte. Interessanterweise trifft der Film aber auch in unserer Gesellschaft einen Nerv der Zeit. Er inszeniert eine Angst, die in Hinblick auf die Wohnungsknappheit in deutschen Grostdten, hochaktuell ist: Er handelt von der Furcht, ohne Wohnung zu bleiben, diese zu verlieren oder in unsicheren Gegenden leben zu mssen. Der Film zeigt den panischen Kampf um Wohnraum, der noch Sicherheit und Geborgenheit bietet. Insofern ist sein Horror nicht nur unterhaltsam, sondern auch zeitgem.

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