Er gilt als DER Schlsselfilm in der deutschen Schwulenbewegung: Der Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt von Rosa von Praunheim, der nun noch einmal auf DVD und Blu-ray erscheint.

Der bereits vor ber 40 Jahren entstandene Film handelt von Daniel, der aus einem Provinznest in die Metropole Berlin zieht. In Berlin begegnet er Clemens, der zu seiner ersten groen Liebe avanciert. In ihrem Grostadtidyll versuchen sie, die heteronormative Ehe zu kopieren, was ihnen weniger gut gelingt. Das Beziehungsaus kommt und Daniel hangelt sich weiter in eine neue Liaison mit einem deutlich lteren, wohlhabenderen Mann. Doch auch diese Beziehung ist zum Scheitern verurteilt und als letzte Option strzt sich Daniel in das aufregende Schwulenleben der Szene in der Grostadt.

Der Plot wirkt zu konstruiert

Der Plot des Films wirkt sehr konstruiert und an manchen Stellen hlzern. Dennoch lie sich Rosa von Praunheim fr diesen Film vom spteren Sexualwissenschaftler Martin Dannecker beraten. Dieser hatte bereits mit Reimut Reiche als Soziologe zusammengearbeitet und eine Studie gestartet mit dem Ziel, mehr ber den "gewhnlichen Homosexuellen" zu erfahren. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Filmtitel einen Satz aus dem Werk Danneckers zitiert und dieser gleichzeitig als Drehbuchautor gelistet ist.

Ein Zeitdokument der deutschen Schwulenbewegung

Der Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt ist bereits 1971 erschienen, dennoch bietet er nicht nur einen Einblick in die Schwulenbewegung der 70er Jahre,
Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (D 1971)
Herausgeber: Kino Kontrovers
Verleih: Euro Video
Genre: Drama
Filmlaufzeit: 70 Minuten
Regie: Rosa von Praunheim
Darsteller: Bernd Feuerhelm, Berryt Bohlen, Dietmar Kracht, Ernst Kuchling, Manfred Salzgeber, Steven Adamczewski
DVD-Verffentlichung: 27.03.2014
sondern wirft auch Fragen zu unserer Gegenwart auf. Rosa von Praunheim wollte mit diesem Film schockieren, die gesellschaftlichen Normen angreifen und Denkanste liefern. Zwar gelingt dies nur zum Teil, was auch bei der ersten Verffentlichung des Films nicht anders gewesen sein drfte; dennoch wird hier unverblmt das Schwulsein in allen Bereichen dargestellt. Dieser Film ist ein Zeitdokument der Schwulenbewegung der 1970er Jahre und stellt damit den Anfang eines neuen Zeitalters da. Wie kein anderer Film taucht Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt in die Szene ein und hat damit ein thematisches Tabu gebrochen.


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