campus-web Bewertung: 2/5
   
 

   
 

   
Es knnte so schn sein: Sebastian Bergman Genie und Ekel in einem. Hochintelligenter Profiler, der Frau und Kind 2004 durch den Tsunamie in Thailand verloren hat. Einsam, verzweifelt, unausstehlich. Dennoch erfolgreich bei den Frauen mehr als eine Nacht wird aber nicht draus. Vielversprechend lsst Bergmann gleich zu Beginn eine Lesung platzen, indem er ganz offen seinen Unmut ber diese Veranstaltung ausspricht und einige Zuschauerinnen mit plumpen Bemerkungen blostellt. Sein Buch wird sich auch so verkaufen. Steht schlielich alles drin, was er hier erzhlen knnte.

Die Hauptfigur der neuen ZDF-Sonntagskrimireihe aus dem hohen Norden ist ein Traum fr jeden Krimifreund und Wallander-Darsteller Rolf Lassgard verleiht dem schwierigen Charakter die richtigen Ecken und Kanten. Leider will alles andere nicht so recht passen.

Doch zunchst zum ersten Fall: Polizeipsychologe Sebastian Bergman reist in die Provinz, um den Nachlass seiner Mutter zu regeln. Widerwillig will er zunchst alles so schnell wie mglich loswerden, doch dann weckt ein auergewhnlicher Fall in der Umgebung sein Interesse: ein fnfzehnjhriger Schler wurde ermordet. Der Junge hatte ein Verhltnis mit einer Lehrerin, der potentielle Mrder ist schnell gefunden, doch Bergman glaubt nicht an diese einfache Lsung. Die Kollegen nehmen nur ungern die Hilfe des mrrischen Einzelgngers an, doch schnell merken sie, wie wertvoll seine Untersttzung ist.
Sebastian Bergman -
Spuren des Todes I, S /D 2013
Verleih: edel:motion
Genre: Krimi-Serie
Teil 1: Der Mann, der kein Mrder war
Teil 2: Die Frauen, die er kannte
Darsteller: Rolf Lassgrd, Tomas Laustiola,
Gunnel Fred, Moa Siln, Christopher Wagelin
Regie: Danil Espinosa (Ep.1)
Michael Hjorth (Ep.2)
Drehbuch: Michael Hjorth, Hans Rosenfeldt
Gesamtlaufzeit: 175 Minuten
DVD-Start: im Handel erhltlich


Der Mann, der kein Mrder war wartet mit einem soliden Krimiplot auf und ist der erste Auftritt von Sebastian Bergman. Von typisch skandinavischer Dsterkeit ist diesmal wenig zu spren viel mehr scheint hufig die Sonne, alles wirkt idyllisch in der mrderischen Provinz. Ein Pluspunkt ist dies jedoch nicht. Den Bildern fehlt es an Substanz sie hinterlassen wenig Eindruck und lassen eine eigene sthetik vermissen. Dazu kommt ein grauenvoller Soundtrack mit einem permanent vordergrndigen Oboen-Gesusel, sodass dem Zuhrer kalte Schauer ber den Rcken laufen und die Ohren schmerzen. Der Atmosphre ist dies nicht sonderlich zutrglich, auch wenn der gutgemeinte Ansatz vom Gegensatz erkennbar ist.

Bergman selbst ist das einzig spannende und sehenswerte, auch wenn hier die wunderbar fiese und rcksichtslose Figur auf plumpe Weise liebenswert gemacht werden soll: nachdem er die Mutter des Ermordeten ohne Umstnde in sein Bett einldt, erzhlt er ganz rhrend vom Verlust von Frau und Tochter und schon hat man die Erklrung, ja die Rechtfertigung fr Bergmans unmgliches und unangepasstes Verhalten bekommen. Da htten die Produzenten dem Zuschauer doch etwas mehr zutrauen knnen. Sie lieben ein Ekel auch ohne Mitleidsbonus, siehe Dr. House.

Whrend der erste Teil der neuen Krimireihe ein glatter Fehlschuss ist, lsst die zweite Folge doch noch auf Besserung hoffen. In Die Frauen, die er kannte konzentriert sich die Handlung mehr auf Bergman, der diesmal auch persnlich in den Fall involviert ist. Ein Serienmrder geht um, der es auf Bergmans Affren abgesehen hat. Der Profiler muss zudem die Hilfe eines von ihm gefassten Tters vertrauen und letztlich gert auch noch seine Kollegin ins Visier des Killers

Die Spannungsschraube wird hier deutlich mehr angezogen als im ersten Teil und auch optisch ist er um einiges ertrglicher. Man darf wohl gespannt sein, was von dem neuen Querkopf aus Schweden als nchstes kommt hoffentlich wird er nicht zum geluterten und liebevollen Hausmann. Der dauernrgelnde Griesgram ist da doch viel liebenswrdiger!


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