Dead MaKabs nennt sich die Heavy-Metal-Band der vier Freunde Alex Black, JP, Pascal und Erik. Jedes Jahr machen diese Vier sich auf, um ein paar Konzerte zu spielen. Das hat frher wahrscheinlich sogar ganz gut geklappt, doch mittlerweile befinden sich die Musiker in ihren 30ern und wissen immer noch nicht, was sie genau tun wollen mit ihrem Leben.

Alex Black, seines Zeichens Frontsnger der Band, bt mit seinen Bandkollegen in der Abstellkammer eines Supermarktes. Kein Wunder also, dass der Sound mitunter schbig klingt. Whrend Alex jedoch tapfer mit strenger Hand die Band fhrt, schlgt sich der Schlagzeuger JP mit qulenden Gedanken herum. Nicht nur die Erfolgslosigkeit der Band beschftigt ihn, nein, er braucht auch noch das Einverstndnis seiner Freundin, um erneut auf Tour gehen zu drfen. Da das allerdings schwierig ist, berlegt er sich tatschlich, aus der Band auszusteigen und ein konservatives Familienleben zu fhren. Als die Band sich dann viele Irrungen und Wirrungen spter auch noch auf einem Hippie-Festival befindet, wird auch dem letzten klar: Hier geht es ganz schn drunter und drber.

Viele Klischees, noch mehr Witz

Besonders fr Fans der hrteren Musik und solche, die es noch werden wollen, ist Happy Metal ein wahrer Traum. hnlich wie in dem Klassiker "Spinal Tab" werden auch hier die Protagonisten nicht sonderlich ernst genommen, wenn sie sich auf ihrem mal mehr und mal weniger musikalischen Weg fortbewegen. Auch das ein oder andere Klischee wird mitgenommen. Whrend die bereits erwhnte Freundin von JP am liebsten mchte, dass nach der Tour zumindest die langen Haare fallen und dies fast schon in einer Szene ausartet, ist es ebenso urkomisch, wie Snger Alex sich an seinem umgedrehten Kreuz verbrennt.
Happy Metal
Verleih: Tiberius Film
Genre: Komdie
Regie: Martin Le Gall
Darsteller: Julien Dor, Grgory Gadebois, Jonathan Cohen, Yacine Belhousse, Audrey Fleurot
DVD-Verffentlichung: bereits erschienen
Und natrlich ist auch der Satz "Satan sei mit euch" vielleicht nicht gerade die angebrachteste Begrung, wenn man auf einen Kindergeburtstag ist. Auch der Auftritt auf dem Hippie-Festival "All You Need Is Love" lsst am Ende kein Auge trocken und man kommt aus dem Schmunzeln nicht heraus. Nicht nur der Name des Festivals spiegelt letztendlich eine Anlehnung auf die Beatles wieder. Auch im weiteren Filmverlauf lassen sich die ein oder anderen kleinen Beatles-Bonmots finde. So fahren die Metal-Musiker zum Beispiel durch das an "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club" erinnernde Dorf Le Peperac oder befindet sich auf einmal an der Haltestelle Abbey Road. Hin und wieder kann man sogar im Hintergrund Beatles-Albencover entdecken.

Doch trotz all der Persiflage: Die Subkultur des Metals wird dabei nicht vollkommen realittsfremd dargestellt, und gerade das macht diesen Film aus. Man macht sich mit den Protagonisten auf eine Reise durch die Metal-Welt und zu sich selbst. Natrlich sind manche Momente einfach zum Brllen komisch, dennoch wird ihnen auch Raum fr Ernsthaftigkeit gegeben. So wirken die "Metal-Jnger" mit ihrem Corpsepaint zwar teilweise wie Karikaturen ihrer selber, dennoch wird auch hier die Botschaft vermittelt, dass man sich nicht vom ersten Eindruck eines Menschen tuschen lassen sollte. Auch die Bandmitglieder selbst vollziehen in dieser Richtung eine Wandlung, sind sie doch am Anfang mehr auf ihren eigenen, teils recht kleinen Horizont beschrnkt. Doch auch hier wird deutlich, dass sich Menschen durchaus wandeln knnen. So ist dieser Film am Ende vielleicht doch auch mehr als ein weiterer, einfacher Musikfilm, sondern regt durchaus zum Nachdenken ber die eigene Weltsicht an.

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