campus-web-Bewertung: 1/5
   
Eine gutbrgerlich, idyllische Siedlung la Desperate Housewives irgendwo in Amerika. Eine frhliche Barbecue-Party im Garten und ein nicht ganz so schnes Wiedersehen mit dem lteren Sohn der Familie: Neal, der nach zwei Jahren Psychotherapie bei Tante Sarah in sein Elternhaus zurckkehrt. Hinter diesen Wnden ereignete sich der mysterise Brand, der die leibliche Mutter der Brder Neal und Paulie in den Tod riss. In der Nachbarschaft munkelte man, Neal habe damals das Feuer angefacht, um seine Familie vor dem bsen Monster zu beschtzen, das sich unter seinem Bett eingenistet haben soll. Pnktlich zur Geisterstunde geht es dann schon am ersten Abend nach Neals Wiederkehr rund: Unter dem Bett schwebt Qualm empor, die Kommode verschiebt sich wie von Geisterhand, Spielsachen fliegen durch das Kinderzimmer.

Laut Anbieter soll die komdiantsiche Monsterstory angeblich als Hommage an Steven Spielbergs Poltergeist funktionieren. Man soll bekanntlich keine pfel mit Birnen vergleichen. Also not to do: Einen legendren Hollywood Blockbuster wie den Poltergeisteiner billigen Mchtegern Kopie, wie es Under The Bed sein mchte, gegenberstellen.

Einverstanden - die Idee eines bsen Mannes unter dem Bett weckt alte, bei dem einen oder anderen womglich noch nicht ganz berwundene Kindheitsngste. Vor dem Schlafengehen jeden Winkel des Zimmers abchecken, ob sich nicht doch ein Mrder versteckt hat - wer kennt das nicht? Die Idee mag nett gewesen sein, doch die Umsetzung langweilt Vor der Flimmerkiste einzunicken drfte bei diesem Film nicht allzu schwer fallen.

Under the Bed, (USA 2013)
Verleih: Sunfilm Entertainment
Genre: Horror-Komdie
Filmlaufzeit: 84 min
Regie: Steven C. Miller
Darsteller: Johnny Weston, Gattlin Griffith, Peter Holden
DVD-/BD-Verffentlichung: bereits erschienen
Das schrge Bettmonster ernhrt sich nach Neals Theorie von abgestorbenen Hautschuppen, die man im Schlaf auf Decke und Kopfkissen hinterlsst. Na dann, gute Nacht! Noch verrckter wird das Ganze, als das freche Krmelmonster mal als ein uerst amsanter Mix aus Alien und Skelett auftritt oder sich das andere Mal als ein amateurmiges Bettlaken-Gespenst prsentiert, vor dem sich nicht mal mehr ein dreijhriges Mdchen erschrecken lassen wrde. Als der kleine Paulie gegen Ende des Films von einer schrumpeligen Monsterhand, die uns schon in der guten alten Geisterbahn vergebens Angst einjagen wollte, gepackt und unters Bett gezogen wird, wird es doch etwas lcherlich. Neal betritt die dunkle Welt unter dem Bett: Ein Labyrinth aus dichtem Gest, Smpfen und mittendrin Paulie, der hinter einer nicht definierbaren Schleierwand aus blutigen Adern und Gedrmen nach Hilfe ruft - dieses Bild erinnert eher an eine schlechte Zeichentrickserie als an einen professionellen Spielfilm. Unertrglich ist hier nicht nur die absurde Idee, dass sich unter dem Bett nicht nur ein hinterhltiges Monstrum, sondern auch noch eine ganze Landschaft versteckt, sondern auch die abgrundtief schlechte Darstellung des Gedrmen-Gefngnisses, in dem Paulie feststeckt. Jede Zeichnung eines Kleinkindes sieht realistischer aus als diese Computeranimation.

Drehbuch und Idee einer dmonischen Macht unter dem Bett htten in der Theorie Potenzial gehabt. Praktisch umgesetzt prsentiert sich Under The Bed amerikanisch-kitschig und technisch grottenschlecht. Ganz zu schweigen von der nervig-piepsig synchronisierten Stimme Paulies. Die Handlung ist vllig sinnfrei und von dem Konsumieren der Monsterkomdie wird dringendst abgeraten.

Der schnste Moment im Film war definitiv das nicht offene Ende, das heit: Keine Wiederholungstat mglich!

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