campus-web Bewertung: 2,5/5
   
Ein amerikanischer Schmied im feudalen China des 19. Jahrhunderts: Blacksmith (RZA) wird fr die Herstellung gefhrlicher Waffen verpflichtet. Alsbald gert dieser zwischen die Fronten rivalisierender Clans und Kung Fu-Krieger, die sich wegen einer groen Ladung Gold bekriegen. Als dem Schmied beide Hnde abgehackt werden, erschafft er eine scheinbar unbezwingbare Waffe. Er wird zum Man with the Iron Fists und nimmt Rache.

Die Spielereien eines Martial-Art-Liebhabers

RZA, wohl eher als Rap-Musiker und Mitglied des Wu-Tang Clans bekannt, hat sich Groes vorgenommen. Mit viel Herzblut und Leidenschaft schreibt er mit der Hilfe Eli Roths ein Drehbuch, produziert den Soundtrack und besetzt sich selber als Hauptrolle. Asiatische Kampfkunst gepaart mit Hip Hop und Ghetto-Rap, denn Nichts sagt Fuck you wie Kung-Fu.

The Man With The Iron Fists, (USA 2012)
Verleih: Universal
Genre: Action
Filmlaufzeit: 92 min
Regie: RZA
Darsteller: RZA, Rick Yune, Lucy Liu,
Russel Crowe, Dave Bautista, Gordon Liu
DVD-Verffentlichung: 04.04.2013
Erfahrungen konnte RZA ber die Jahre reichlich sammeln. Neben dem Soundtrack von Kill Bill wirkte er noch an zahlreichen weiteren Filmen. Seine Idee, die asiatischen Kampfknste mit der Hau-Drauf-Mentalitt der Amerikaner zu kombinieren, mag ein netter Gedanke gewesen sein, nur scheitert dieser klglich an der Umsetzung. Neben dem blutrnstigen Gemetzel der Asiaten, wirkt der schwarze Mann mit den Eisenfusten wie ein tollpatschiger Popeye ohne Spinat. Die fade Geschichte spitzt sich zu als seine Geliebte, ein Freudenmdchen, in seinen Eisenfusten stirbt. Nach Rache lsternd, vernichtet er Brass Body (Dave Bautista). Doch anstatt heroisch ber diesen Sieg zu thronen, wirkt er im Vergleich zu dem durch einen amerikanischen Ex-Wrestler besetzten Bsewicht, wie eine Witzfigur. RZA frustriert durch seine Ausdruckslosigkeit. Russell Crowe berzeugt anfangs zwar als Jack Knife, doch seine Rolle verirrt sich schnell in die Unglaubwrdigkeit. Anstatt die Figur auszubauen, sie den Schatz noch einmal stehlen zu lassen, oder irgend etwas ansatzweise aufregendes zu prsentieren, was die mden Gesichter wieder aufmuntern knnte, wird er zum helfenden Samariter stilisiert. Warum dann die Einfhrung als hinterhltiger, selbstschtiger und egozentrischer Dieb und Mrder? Lediglich Lucy Liu als Madame Blossom erfllt die Erwartungen. Eine gute Rolle und grandiose Schauspielerin. Sie berzeugt durch eine authentische Umsetzung der Rolle und ihren eigenen unverkennbaren Charme. Retten kann sie den Film trotzdem nicht.

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... Quentin Tarantino! Dieser hbsche Schriftzug hat wohl viele in die Kino-Sle gelockt. Nach Filmen wie Pulp Fiction oder Django Unchained erwartet der Zuschauer Grandioses von dem Kultregisseur. Doch das alles ist nur ein groer Schwindel, ein Trick. Der Abspann klrt die Maskerade auf und zeigt, dass Tarantino gar nicht offiziell involviert war. Vielmehr stand er mit Rat zur Seite und gab seinen Namen fr eine vermeintlich gute Sache. Und das funktioniert. Quentin Tarantino zieht wie ein Magnet die Masse ins Kino. Ungewhnlich ist die Leihgabe seines Namens nicht. Viele Knstler werben mit hochkartigen Namen, deren Trger letztlich kaum oder gar nicht an dem Projekt beteiligt sind. Nur darf man hierbei die hohen Erwartungen des Zuschauers nicht vergessen, der ber die Hintergrnde eventuell nicht Bescheid wei und sich auf einen Abend voller Tarantino-sthetik freut.

Es sollte eine Hommage an die Klassiker der Martial-Arts-Filme sein. Mega-Stars des Martial-Art-Kinos wie Chen Kuan Tai (Der Pirat von Shantug) oder Gordon Lui (Die 36 Kammern der Shaolin) wurden engagiert. Auch Rick Yune (The 5th Commandment - Du sollst nicht tten) kann man keinesfalls fehlendes Talent vorwerfen. Doch sonst mangelt es an allem: Die Kmpfe sind nicht schlecht, aber mittelmig. Hier hat der Zuschauer schon Besseres von dem Choreographen Corey Yuen gesehen. Die Dialoge wirken wie inhaltslose Fassaden. Versuche, die Skurrilitt und Raffinesse Tarantinos aufzuschnappen, sind gescheitert. Der Soundtrack ist gewhnungsbedrftig. Fr wirkliche Martial-Art-Liebhaber drfte dieser Versuch gescheitert sein. Der Anblick von zu Rap-Musik kmpfenden Asiaten, ist wie der Godzillas im Tt es passt nicht. Insgesamt zu viel kopiert und amerikanisiert.

Ein abschlieender Tipp: wer nichts erwartet, wird nicht enttuscht.

Momentan arbeitet RZA an einer Fortsetzung...

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