Ein höchst ominöses Pharmazieunternehmen beauftragt den einsilbigen Söldner Martin David (Willem Dafoe) damit, in der Wildnis Tasmaniens einen Beutelwolf zu jagen. Beutelwölfe, auch tasmanische Tiger genannt, gelten eigentlich als ausgestorben. David soll das angeblich letzte existierende Tier erlegen und höchst profitable DNA-Proben für seine Auftraggeber sammeln. In Tasmanien angekommen quartiert er sich bei Lucy Armstrong (Frances O'Connor) ein, deren Mann selbst vor einem Jahr in der Wildnis verschollen ist. Lucy ist seitdem depressiv und ihre beiden Kinder Sass (putzig: Morgana Davies) und Bike (schweigsam: Finn Woodlock) finden den Neuankömmling daher natürlich sofort super. Und es kommt, wie es kommen muss: David freundet sich mit den Armstrongs an. Und wenn David und die Armstrongs nicht gerade damit beschäftigt sind, sich lieb zu gewinnen, geht David wieder auf die Jagd. Er stapft durch die Wildnis, redet wenig, wandert viel, guckt durch die Gegend, legt Fallen aus, schweigt, wandert, wandert, guckt wieder in die Landschaft, wandert wieder weiter, entdeckt manchmal was ansatzweise Wichtiges und schießt dann ab und an ein Wallaby. Danach kommt er wieder zurück zu den Armstrongs, ist lieb zu den Kindern und die sind lieb zu ihm, Lucy entsagt über Nacht den Antidepressiva, am Ende wird es dann doch noch mal hochdramatisch - aber man darf jetzt nicht sagen, warum, weil man sonst die einzig originelle Wendung versaut.

The Hunter, (Australien 2011)
Verleih: Ascot Elite Home Entertainment
Genre: Drama
Filmlaufzeit: 98 min
Regie: Daniel Nettheim
Darsteller: Willem Dafoe, Sam Neill, Frances O`Connor
DVD/BD-VÖ: 24.07.2012
Regisseur Daniel Nettheim liefert mit dieser Romanverfilmung sein Kinodebüt ab und macht wenig falsch, aber leider auch wenig richtig. Folgerichtig hat es dieser Film in Deutschland erst gar nicht in die Kinos geschafft, sondern erscheint jetzt direkt auf DVD und Blu-ray. Dabei hätte die Sache doch so toll werden können, weil er tolle Landschaftsbilder bietet und auch tolle Schauspieler, nämlich WillemDafoe und Sam Neill. Willem Dafoe gibt zwar wirklich alles, um die Verwandlung vom einsilbigen und kaltblütigen Söldner in eine fürsorgliche Vaterfigur zu mimen - und weitestgehend gelingt das auch. Doch zum einen kennt man das schon aus zahlreichen anderen Filmen, außerdem ist der Plot zu spannungsarm, der großartige Sam Neill kaum im Bild und Frances O'Connor latent fehlbesetzt. Für den Mainstream ist das als Film alles etwas dünn und als Kritik an Umweltzerstörung und Artensterben sowieso.

Fazit: Wer es mag, einem schweigenden Mann dabei zuzusehen, wie er in einer wunderschönen Wildnis schweigt und ansonsten nett zu Kindern ist, der wird mit diesem Film glücklich. Manchmal braucht man(n) ja auch wirklich nicht mehr als das. Ansonsten bleibt aber irgendwie der Eindruck zurück, dass Nettheims Film genauso ist, wie die Hauptrolle: weitestgehend nichtssagend.

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