Eine weitere Bodyswitch-Komdie muss ja an sich nichts Schlechtes sein. Auch sind Filme nicht unbedingt gleich weniger sehenswert, nur weil man einen tieferen Sinn in ihnen vergeblich sucht. Sicherlich wollen Filme dieses Genres selten feinsinnig gezeichnete Charakterstudien sein - Machen wir uns also bei Wie ausgewechselt auf wunderbar oberflchliche, kurzweilige Unterhaltung gefasst!

In Wie ausgewechselt schwrmen sich die beiden besten Freunde Mitch und Dave gegenseitig vor, wie toll das Leben des jeweils anderen doch sei. Dave ist ein gutmtiger dreifacher Vater und arbeitswtiger Anwalt. Mitch, der einst die Highschool schmiss, um Schauspieler zu werden, fhrt ein recht zwangloses Singleleben, ist schon morgens um 10 bekifft und verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Drehen von Soft-Pornos. An einem Abend treffen sich die beiden Freunde und pinkeln auf dem Rckweg brderlich in einen Brunnen, was sie auf mysterise Weise die Krper tauschen lsst.

Das klingt nach einem hervorragenden Stoff fr einen wirklich lustigen Film. Die dringlichste Frage ist deshalb, wie es ausgerechnet die Drehbuchautoren von Hangover geschafft haben, dass der Film dennoch nicht witzig wurde. Wie ausgewechselt wirkt mit seinem bertriebenen Fkalhumor pubertr und bemht: An Kraftwrtern wie Scheiss, Sack oder Schwanz wird nicht gespart. Daumen werden in Polcher geschoben, Babyexkremente landen im Gesicht und Daves Frau lsst auf dem Klo alles ordentlich aus sich raus. Fr den obligatorischen Niedlichkeitsfaktor sorgen Daves se kleine Babys und dazu gibts noch jede Menge Brste und Pos zu sehen natrlich in Slow-Motion.

Leider schafft es dieser Film trotz zahlreicher guter Ideen nicht, aus dem Klamauk eine Tugend zu machen und mit seinen Gags den Lachnerv zu treffen. Dabei hat Wie ausgewechselt auch gute Momente: Der Ausdruck beispielsweise, mit dem Dave im Zen-Schneidersitz, nachts mit seinen schreienden Babys, auf dem Sofa sitzt, ist herrlich. An Stellen wie dieser beweist vor allem Jason Bateman in der Rolle des Familienvaters Dave humoristisches Talent. Doch feiner Sinn fr Humor scheint in diesem Film selten durch. Stattdessen ist Wie ausgewechselt sehr vulgr und plump geraten. Die Anstze des Regisseurs David Dobkin, Ehe- und Singleleben zu parodieren, gehen in der bertriebenen Beschftigung mit Fkalien und Sex unter.

Wie ausgewechselt (The Change-Up), (USA 2011)

Verleih: Universal
Genre: Komdie
Filmlaufzeit: 108 min
Regie: David Dobkin
Darsteller: Ryan Reynolds, Olivia Wilde, Jason Bateman, Leslie Mann, Alan Arkin
DVD-/BD-Verffentlichung: bereits erschienen
Diese Komdie, die von seinen Zuschauern nicht sonderlich viel Intelligenz abverlangt, wartet am Ende dementsprechend mit einer platten, altbekannten Lehre auf. Dave und Mitch genieen zwar zunchst ihr Leben im Krper des anderen, merken aber bald, dass sie sich doch zuvor, in ihrem eigenen Leben, wohler gefhlt haben. berdies wird den beiden klar, dass sie in ihrem vorherigen Leben so einiges falsch gemacht haben, und bessern sich zum Guten - Es ist ja immer schn, wenn man aus Popcornkino auch etwas lernen kann, aber die moralisch allzu korrekte Auflsung wirkt bergestlpt und wenig glaubhaft. Auch die prominente Besetzung des Films trgt schauspielerisch nicht zu mehr Glaubwrdigkeit bei.

Beide Extreme sind in Wie ausgewechselt nicht so richtig gelungen: Auf der einen Seite die pubertre Vulgaritt, die den Eindruck vermittelt, man habe auf Teufel komm raus einen unkonventionellen Film drehen wollen. Auf der anderen Seite schwingt Regisseur Dobkin munter die Moralkeule. So hinterlsst der Film einen unausgewogenen Eindruck - Auch Popcornkino will durchdacht sein. So einfach ist das eben nicht.

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