Hat man als Wrestler ein gewisses Alter berschritten, sollte man sich besser rechtzeitig ein neues Bettigungsfeld suchen. Denn die Gefahr ist gro, den Absprung zu verpassen und so lange im Ring zu stehen, bis der eigene Krper vllig ramponiert ist und nichts mehr ohne Schmerzmittel geht. Beispiele fr Wreslingkarrieren, die im Rampenlicht des Madison Square Garden ihren Hhepunkt fanden, Jahre spter allerdings in kleinen Turnhallen vor dem abgefucktesten White Trash-Publikum ausklangen, gibt es zuhauf. Natrlich enden nicht alle wie Randy The Ram Robinson in Darren Aronofskys The Wrestler (USA, 2008), denn selbst wenn hinter den Kulissen des Sports Entertainments kein Arbeitsplatz mehr frei ist, gibt es schlielich immer noch Hollywood. Und fr muskelbepackte Ex-Wrestler findet sich eigentlich immer irgendeine Rolle.

House of the Rising Sun, USA 2011
Verleih: Sunfilm
Genre: Thriller/Krimi
Laufzeit: 84 min
Regie: Brian A Miller
Darsteller: Dave Bautista, Amy Smart, Danny Trejo, Dominic Purcell, Craig Fairbrass
DVD-Verffentlichung: bereits erschienen
Nach Dwayne The Rock Johnson, Stone Cold Steve Austin und John Cena um ein paar erfolgreiche Beispiele zu nennen bemht sich auch Dave Bautista, seit seinem Ende in der WWE 2010, im Filmgeschft Fu zu fassen. Auf sein durchschnittliches Action-Filmdebt Wrong Side of Town folgte 2011 der Thriller House of the Rising Sun, der vor kurzem in Deutschland auf DVD und Blu-ray Disc verffentlicht wurde. Dave Bautista spielt darin den ehemaligen Cop Ray, der sein Geld mittlerweile als Security-Mitarbeiter eines mafiabetriebenen Clubs Namens The House verdient. Als bei einem berfall der Sohn des Clubbesitzers ums Leben kommt erhlt Ray von diesem den Auftrag, die Ruber aufzuspren und den Filius zu rchen. Aufgrund von Intrigen gert Ray allerdings pltzlich selbst ins Visier der Polizei und schlielich sogar seines Auftraggebers. Kann Ray die Schuldigen finden, bevor seine Jger ihn finden?

House of the Rising Sun hat ein groes Problem: Hauptdarsteller und Film passen nicht zueinander. Wenn man einen Ex-Wrestler engagiert, sollte man dessen Image auch fr seinen Film benutzen. Entweder indem man ihn als klassischen One-Man-Army inszeniert (wie in The Marine mit John Cena (USA, 2006) oder The Condemned Die Todeskandidaten mit Steve Austin (USA, 2007) oder indem man auf humorvolle Art mit dem Image des Hauptdarstellers spielt (wie Knucklehead mit Big Show (USA, 2011)). House of the Rising Sun mchte aber unbedingt ein seriser, an Film Noir angelehnter, Thriller sein, der es sich lediglich zu Nutze macht, dass Dave Bautista nunmal aussieht wie er aussieht. So kommt ihm sein imposantes Erscheinungsbild in der Rolle als Trsteher natrlich zu Gute und auch schauspielerisch muss sich Bautista nicht hinter Steven Seagal und Konsorten verstecken, die (leider sehr raren) Actionszenen wurden allerdings derart mies in Szene gesetzt, dass man sich schon wundern muss. Wenn man einen Hauptdarsteller hat, der nachweislich kmpfen kann, warum verhunzt man dann die Kampfszenen durch jenen stakkatoartigen Schnittstil, der normalerweise die Unfhigkeit der Agierenden kaschieren soll (Peinlicherweise rhmt man sich im Making Of auch noch gerade mit diesem Stilmittel!)? Da bot jeder noch so durchschnittliche Kampf Bautistas im WWE-Ring wesentlich mehr Action (oder wenigstens die Mglichkeit, diese auch adquat verfolgen zu knnen). Abgesehen von besagten Actionszenen, ist House of the Rising Sun ein recht gemchlicher und geschwtziger Film, der trotz der knappen Laufzeit dezent langweilt und an seiner Zielgruppe schlichtweg vorbei geht. Da hilft auch der obligatorische Kurzauftritt Dany Trejos nicht mehr viel.

Der groe Durchbruch im Filmbusiness lsst fr Dave Bautista also noch auf sich warten. Vielleicht sollte er sich seine nchsten Rollen berlegter aussuchen, Schauspielunterricht nehmen oder seine Mixed Martial Arts-Karriere vorantreiben. Mittlerweile ist bei uns brigens auch The Scorpion King 3 Kampf um den Thron (Thailand, 2012) erschienen. Ebenfalls mit Dave Bautista. Darin spielt er zwar nur eine Nebenrolle, wurde aber viel artgerechter besetzt: als untoter Krieger mit bermenschlichen Fhigkeiten.

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