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Sind Horror-Liebhaber eher Weihnachtsmuffel? Ist einem nichts mehr heilig, wenn man Splatter-Filme vergöttert? Und verwundert es noch jemanden, dass die Lieblinge der Kinder mit viel Ironie und/oder Zynismus schnell zu bösen Monstern umgebastelt werden können? Kann man so nicht sagen, vielleicht, hoffentlich nicht. "Saint" überrascht jedenfalls nicht durch seine Grundidee, sondern durch seine Herkunft. Da überrascht es nicht, dass man statt einem Bad Santa einen Niki-Graus zu sehen bekommt – Holland hat sein Hauptfest eben schon am sechsten Dezember. Die Grundidee wird anfangs ohne Worte erklärt: Ein Mann, der wohl der Nikolaus sein soll, plündert piratengleich ein Dorf. Die Bewohner schwören Rache und lassen den falschen Heiligen auf seinem Schiff verbrennen. Doch wer so böse ist, kehrt natürlich als Monster wieder – alle 32 Jahre, wenn am Abend vor Nikolaus der Vollmond am Himmel prangt, zieht sich ein Gemetzel durch die Niederlande. Aktuell betrifft dies Frank, der eigentlich lieber Erstsemestlerinnen aufreißen und die Lage mit seinen Ex- und Noch-nicht-Freundinnen klären würde. Zu den Erstsemestlerinnen kommt er aber gar nicht erst, vorher erledigen der Nikolaus und seine untoten "Schwarzen Peter" seine Kumpels. Seine Freundinnen haben's auch nicht leicht; man erinnere sich an das Horror-Klischee, dass die Jungfrau überlebt und die Schlampe als erste stirbt. Besser als "Last Christmas"-Karaoke? Saint, NL 2010 Verleih: WVG Medien GmbH Genre: Horror/Komödie Filmlaufzeit: 80 Minuten Darsteller: Huub Stapel, Egbert Jan Weeber Regie: Dick Maas DVD-Start: 25.11.2011 Die Polizei zeigt sich ohnmächtig und ahnungslos, schließlich hat man Kommissar Goert vor die Tür gesetzt. Der war als Kind Zeuge des Nikolaus-Massakers und ist besessen davon, Rache zu nehmen und die holländische Menschheit zu retten. In Frank wird er einen Verbündeten finden, vorher passieren aber zuviele Sachen durcheinander. Franks Freundinnen erhalten plötzlich zu wenig Filmzeit, Goert bekommt dagegen erst spät etwas zu tun. Mit mehreren Handlungsbögen und einer ganzen Stadt, über die das Unheil ziehen kann, sollte man eben deutlich mehr als 80 Minuten Material füllen können. Oder man bringt seine Sache kurz und knackig auf die Leinwand, wie es sich für eine parodistische Hommage gehört, und erhält ein zweites "Shaun Of The Dead". So bleiben aber nur ein paar wenige Spezialeffekt- und Splatter-Szenen zwischen ein paar amüsanten Spielszenen. Und dazwischen wenig fesselndes Füllmaterial. Als Erstlingswerk könnte man "Saint" wohlwollend betrachten: Die ersten Schritte eines Horrorfilm-Nerds, der Gespür für große Szenarien hat. Tatsächlich ist Regisseur Dick Maas einer der großen Namen in Holland. "Die Flodders" und "Verfluchtes Amsterdam" hat er bereits abgeliefert, da verwundert die technische Versiertheit in Schnitt und Kameraarbeit nicht. Nützt aber nur wenig, wenn weder Spannung aufkommt noch das Zwerchfell vor Lachen platzt. Wer nicht gerade die Exotik der niederländischen Nachbarn im Originalton genießen möchte, kann "Saint" daher gerade mal beim Schrottwichteln im Hintergrund laufen lassen. Dort ist der Streifen aber gut aufgehoben: Ein wenig stilvoller als ironische "Last Christmas"-Karaoke ist er allemal.
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