campus-web Bewertung: 2/5
   
 

   
 

   
Na was haben wir denn da? Ein hochkartig besetzter Streifen, von dem man hierzulande kaum etwas mitbekommen hat? Tatschlich hat STONE nach seinem Flop in den USA direkt den DVD-Weg nach Europa eingeschlagen. So etwas kommt vor und muss noch lange nichts Schlechtes bedeuten. Vor allem bei Filmen abseits des Mainstreams kommt dies ab und zu vor. In diesem Fall ist die Kinoabstinenz jedoch leider berechtigt.

Der Plot ist schnell erzhlt: Der kurz vor der Rente stehende Bewhrungsbeamte Jack Mabry (Robert De Niro) bekommt es in seinem letzten Fall mit dem schwer zu durchschauenden Gerald "Stone" Creeson (Edward Norton) zu tun. Der wegen Totschlag und Brandstiftung verurteilte Hftling setzt alle Hebel in Bewegung, um eine vorzeitige Entlassung zu erwirken. So setzt er seine gutaussehende und leicht unterbelichtete Frau Lucetta Creeson (Mila Jovovich) auf den Beamten an. Es entsteht eine merkwrdige Dreiecksbeziehung, bei der Mabry von der jungen Hobbyprostituierten verfhrt wird. Gleichzeitig driftet "Stone" in eine religise Richtung ab, bei der er den Klngen der Welt zu lauschen versucht. Als er den Mord an einem Mithftling beobachtet, erlebt der Gefangene eine Art Erleuchtung.
Stone (Stone) USA 2010
Verleih: Ascot Elite Home Entertainment
Genre: Thriller
Filmlaufzeit: 102 Minuten
Regie: John Curran
Darsteller: Robert de Niro, Edward Norton
Mila Jovovich
DVD/Blue-Ray-Start: 15.03.2011


Und das war es im Grunde auch schon. Der Film reit zwar auch die Geschichte von Mabry und seiner Ehefrau an (in der ersten Szene sieht man, wie der junge De Niro seiner Frau droht, ihr gemeinsames Kind aus dem Fenster zu werfen, sollte sie ihn verlassen), doch wird diese nicht konsequent verfolgt und spielt fr die eigentliche Handlung kaum eine Rolle.

Hier liegt das grte Problem von STONE. Durch bedeutungsvolle Kameraschwenks (Weshalb fokussiert man mehrmals die Pistole des Hauptdarstellers, ohne dass diese jemals eine Rolle spielen soll?) und seine sehr ruhige Erzhlart erwartet der Zuschauer stndig einen Twist, eine Verflechtung oder zumindest eine unerwartete Klimax. Nichts davon tritt ein. Die Handlung dmpelt ohne groartige Hhepunkte vor sich hin, lediglich die groartige Leistung des Star-Trios bewahrt vor dem Einschlafen. Und selbst da wird es oft kritisch.

Die Geschichte hat zweifelsohne Potential. Und auch die ruhige, fast ohne Musik auskommende Erzhlweise hat durchaus etwas fr sich. Selbst die vielen offenen Fragen, mit denen der Zuschauer am Ende des Streifens allein gelassen wird, knnten noch als Ansto zum Nachdenken verstanden werden. Das Problem ist jedoch, dass man da gar nicht viel drber nachdenken will.

Die stets im Hintergrund lauernde Religiositt, welche meist durch Groaufnahmen von Bchern und Broschren oder seltsam berprsenten Radiosendungen gezeigt wird, soll dem Film offensichtlich geistige Tiefe verleihen. "Pseudotiefsinnig" wrde es da schon eher treffen. Die dstere Stimmung, die "Die Welt ist wie sie ist und man kann nichts daran ndern"- Message und vor allem die schlicht und ergreifend ghnende Langeweile sorgen dafr, dass man nach dem abrupten Ende nur einen Gedanken hat: "Endlich kann ich einschlafen."

***Offizielle Homepage***

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