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Griechische Mythologie - ein unerschöpflicher Ideenfundus fürs Kino. Gerade schlägt Halbgott Perseus sich gerade im Kampf der Titanen durch die Kinos und hat abenteuerliche Prüfungen zu bestehen. Der listige "Odysseus" gehört zu den bekannstesten Figuren der griechischen Sagenwelt, Homers "Odyssee" ist aus der Weltliteratur nicht wegzudenken. Die Legende vom "Trojanischen Pferd" ist unsterblich, ebenso wie die Erzählungen über Odysseus´ Übermut und die Strafe der Götter, die ihn eine Ewigkeit durch die Weltmeere irren ließ. 1954 schlüpfte Kirk Douglas in das knappe Kostümchen des unfreiwilligen Seemanns und verlieh dem Sagenhelden Charisma und Tiefgang. Während die schöne Penelope (Silvana Mangano) immer noch auf die Rückkehr Odysseus´ wartet und sich nur noch schwer der lauernden Freier erwehren kann, kämpft Odysseus auf den Meeren der Welt gegen Sirenen, Zyklopen und gegen das Vergessen - immer getrieben von der Sehnsucht nach Ithaka. Doch erst muss er in den Hades hinabsteigen, bevor er zu seiner Frau und dem mittlerweile erwachsenen Sohn Telemach zurückkehren kann. In den 50er und 60er Jahren entstanden bunte Abenteuerfilme am Fließband. Es entstanden ganze Filmstädte wie Cinecittà in Italien. Die Fahrten des Odysseus wurde in den DiLaurentiis-Studios gedreht, seinerzeit mit einem Budget von 10 Mio $ der teuerste Farbfilm. Farbe im Film hatte sich gerade erst etabliert - es konnte gar nicht bunt genug werden. Spezialeffekte und aufwändige Masken steckten damals noch in den Kinderschuhen und gerade das macht den Charme alter Abenteuerschinken aus. Die Fahrten des Odysseus (Ulisse), Italien 1954 Verleih: Alive Genre: Abenteuerfilm Filmlaufzeit: 98 min (DVD 1, kurze Fassung) 109 min (DVD 2, ungekürzte Fassung) Regie: Mario Camerini Darsteller: Kirk Douglas, Silvana Mangano, Anthony Quinn, Rossana Podestà DVD-Start: 05.03.2010 Strahlende Helden in sehr knappen Sumo-Ringer-Höschen, die am liebsten mit bloßen Fäusten um schöne Frauen kämpfen - in den 50ern waren die Rollen noch klar verteilt. Die unheimlichen Fabelwesen wirken mit liebevoll von Hand gestalteten Masken fast schon sympathisch und kaum noch furchteinflößend, doch man zittert immer wieder mit Odysseus und seinen Weggefährten, die so viele Gefahren zu bestehen haben. Der Soundtrack ist aufdringlich und theatralisch - wie damals eben üblich und auch die Synchronisation läßt an heutigen Maßstäben gemessen zu wünschen übrig, doch Odysseus ist unterhaltsames Kino aus Großmutters Zeiten. Erstmals ist der Film in einer ungekürzten Fassung erschienen. In mühevoller Kleinarbeit wurden Bilder und Szenen eingefügt. Bei der Langfassung sollte man vorzugsweise auf die italiensiche Originalversion zurückgreifen. Die neuen Szenen sind nicht nachsynchronisiert worden. Der ständige Sprachwechsel wirkt schnell anstrengend und stört den Filmgenuss doch sehr. Aber wahre Cineasten schwören ja ohnehin auf die Originalfassung. Die 2er DVD-Box bietet neben der ungekürzten Version auch die Urfassung des Films mit einer Laufzeit von ca.98 min und als Bonus die Dokumentation "Die phantastische Reise des Odysseus" sowie eine alternatives Ende. Für Freunde klassischer Abenteuerfilme ein wahres Vergnügen mit großartigen Charakterschauspielern in farbenprächtigen Kulissen und Kostümen - das Kino der 50er ist immer noch lebendig.
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